Die Eisheiligen Vor diesen "Heiligen" schlottern Bauern die Knie

Jahrhundertelang orientierten sich die Menschen an Bauernregeln, wie dieser: "Gar fürchterlich sind diese drei, wenn sie besuchen uns im Mai". Gemeint sind die Eisheiligen! Was hinter diesem Spruch steckt, erklären wir euch hier
Eisheiligen

Sie klingen wie Spaßgedichte und wurden stets von einer Generation an die nächste weitergegeben: Bauernregeln. Aber: Stimmen die überhaupt?

Die Eisheiligen: Gefürchteter Frost im Mai

Die "Eisheiligen" sind jene Tage im Mai, die nach christlichen Heiligen benannt sind und an denen noch einmal nachts der Frost über das Land ziehen kann, obwohl der Frühling längst Einzug gehalten hat.

Die Eisheiligen mit den Namen

  • Mamertus (11. Mai),
  • Pankratius (12. Mai),
  • Servatius (13. Mai),

sowie in Mitteldeutschland auch

  • Bonifatius (14. Mai)
  • und die "Kalte Sophie" (15. Mai)

sind besonders für frisch erblühte Obstbäume und andere Pflanzen gefährlich. Schon leichte Minusgrade genügen, um Apfel- oder Pfirsichblüten zu beschädigen. Ebenso empfindlich bei Nachtfrost sind Sommerblumen-Sprösslinge. Erfahrene Gärtner warten deshalb mit der Aussaat, bis die Eisheiligen vorüber sind.

Die Ursache für die Rückkehr der Nachtfröste ist übrigens trockene Polarluft, die von Norden her nach Mitteleuropa zieht. Sie sorgt für einen sternenklaren Himmel, der die Luftschichten dicht über dem Boden auskühlen lässt.

Um die Eisheiligen zu bekämpfen, entzündeten die Menschen früher in Gärten und an Feldrändern Feuer. Die Rauchnebel sollten sich schützend über die Blüten und Triebe legen, und die Wärme der Flammen sollte einen Temperatursturz verhindern. Wetteraufzeichnungen zeigen aber auch, dass die Frostbringer ihrem Namen nur unregelmäßig alle Ehre machen. Im Jahr 1945 etwa war es an Servatius 33 Grad Celsius warm. Aus "eisheilig" wurde da "heißheilig"!

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