Einradhockey - Der Kampf mit dem Gleichgewicht

Hockeyspielen auf dem Einrad – klingt nach einer kippeligen Angelegenheit. Wir erzählen euch, wie's geht und warum dieser Sport dem 13-jährigen Einradhockeyspieler Emil Adler so viel Spaß macht. Mit Interview
In diesem Artikel
Einradhockey – So geht's
Emil, wie bist du zu diesem Sport gekommen?

Einradhockey – So geht's

Wie der Name schon sagt: Dieser noch relativ junge Sport kombiniert das traditionelle Einradfahren mit dem Hockeyspielen. In Deutschland wurde Einradhockey zum ersten Mal 1984 gespielt, seit 1995 gibt es die Erste Deutsche Einradhockeyliga.

Und so geht's

Dabei wird mit Eishockeyschlägern und einem alten Tennisball auf Eishockeytore gezielt – und das alles vom Einrad aus. Eine wackelige Sache also, die den Spielern nicht nur Geschicklichkeit und gute Koordination, sondern auch einen sehr guten Gleichgewichtssinn abverlangt.

Vor Verletzungen schützen die Spieler abgerundete Banden rund um das Spielfeld, außerdem Knieschoner, Gebissschutz und knöchelhohe Schuhe. Zwei Mannschaften spielen dabei gegeneinander. Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern, einem Torwart (dessen Job aber jeder der Spieler übernehmen kann) und einem Auswechselspieler. Das Spiel dauert zwei Halbzeiten, von denen eine zwischen 10 und 20 Minuten lang sein kann, in einer fünfminütigen Pause werden die Seiten gewechselt.

Einradhockey - Der Kampf mit dem Gleichgewicht

Emil bei seinem Lieblingssport. Lest auf Seite 2, was er euch empfiehlt, wenn ihr selbst Einradhockey spielen wollt

In Deutschland wird dieser Sport vor allem im Ruhrgebiet und in der Gegend um Frankfurt am Main gespielt. Weitere Infos und Teams in eurer Nähe findet ihr auf der Homepage der deutschen Einradhockeyliga.

Auf Seite 2 geht's weiter mit dem Interview.

Emil, wie bist du zu diesem Sport gekommen?

Als ich in der Grundschule war, also ungefähr mit sieben Jahren, sah ich ein Mädchen, dass ein Einrad hatte. Zu meinem nächsten Geburtstag wünschte ich mir dann selbst eines, doch erst als ich immer wieder nach dem Einrad fragte, bekam ich schließlich eines. Ich übte jeden Tag. Bei schlechtem Wetter in der Wohnung und bei gutem Wetter draußen im Park. Mein Vater sah dann irgendwann auf einem Straßenfest eine Einradgruppe, die eine Kür vorführte. Die fragte er nach ihrem Verein, und so kam ich in den Verein "Vanny" in Düsseldorf. Dort fing ich dann an Einradhockey zu spielen.

Was macht für dich den Reiz am Einradhockey aus?

Das Besondere an dieser Sportart ist, dass sie nicht jeder spielt. Ich muss mir oft Beleidigungen anhören, weil ich Einrad fahre und sehr lange Haare habe, aber das stört mich nicht. Einradhockey macht mir riesigen Spaß. Außerdem ist es nicht wie z.B. beim Eishockey oder beim Football, wo es richtige "Kämpfe" zwischen den Teams gibt. Wir trainieren teilweise mit unseren Gegnern zusammen, und jeder kennt jeden. Der Umgangston ist zwischen allen freundschaftlich und hilfsbereit.

Wie oft trainierst du?

Ich trainiere einmal oder auch zweimal in der Woche, je nachdem, wie viel Zeit ich habe. Freitags trainiere ich eineinhalb Stunden in Düsseldorf und manchmal auch sonntags drei Stunden in Langenfeld.

Trainiert Ihr mit speziellen Einrädern?

Wir trainieren mit normalen 20-Zoll-Einrädern. Natürlich gibt es auch Unterschiede, je nachdem, aus welchem Material einzelne Teile des Einrades sind. Der Reifen sollte allerdings farbig sein, da schwarze Reifen manchmal Streifen hinterlassen, und das mögen die Hausmeister nicht.

Tragt Ihr spezielle Trainings- oder Schutzkleidung?

Es gibt Spieler, die Knieschützer tragen, um die Knie zu schonen, oder auch Schienbeinschützer. Aber mich, wie auch viele andere Spieler, stört das nur, da diese Schützer meistens in den Kniegelenken drücken und weh tun. Aber fast alle Spieler tragen fingerlose Handschuhe, damit sie nicht vom Schläger abrutschen. Handschuhe mit Fingern trage ich nur beim Turnier, um meine Finger zu schonen, da ich Akkordeon spiele und mich nicht verletzen darf.

Gab es schon mal kleinere Unfälle?

Ja klar. Wie z.B. Verstauchungen, Schürfwunden oder auch blaue Flecken.

Muss man schon Einradfahren können, wenn man Einradhockey lernen will?

Ich denke, man muss schon ein bisschen fahren können, da man sich auf dem Rad für eine gewisse Strecke halten können sollte. Zur Not kann man aber ins Tor gehen, da kann man sich beim Training ein bisschen festhalten.

Wie lange muss man trainieren, bis man bei einem Wettkampf mitspielen kann?

Eigentlich nicht so lange. Mann sollte zwar passen können, aber wenn man ein bis zwei bessere Spieler in der Mannschaft hat, kann man ziemlich früh anfangen.

Was würdest du jemandem empfehlen, der Einradhockey lernen will?

Er oder sie sollte ehrgeizig sein und nicht so schnell aufgeben, wenn er mal hinfällt. Man sollte auch teamfähig sein, da Einradhockey ein Mannschaftssport ist.

Das Interview führte Dörte Eppelin.

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