Wie findet man einen Schatz?

Ein GEOlino-Redakteur auf Schatzsuche am Hamburger Elbstrand? Nein, das ist kein Scherz. Was Jan Pust für Tricks kennt und ob er schon etwas gefunden hat? Im GEOlino.de-Interview hat er es uns verraten

Jan, Du bist Redakteur bei GEOlino. Wie kommt man darauf, sich einen Metalldetektor zu kaufen?

Schätze und die Suche danach haben mich schon immer fasziniert. Außerdem war einer meiner ersten Berufswünsche, Archäologe zu werden. Und die Schatzsucher-Geschichte im neuen GEOlino extra "Versunkene Welten" –hat mich derart begeistert, dass ich mir spontan einen Metalldetektor und das nötige Zubehör gekauft habe.

Wo bekommt man so ein Gerät überhaupt?

Wie findet man einen Schatz?

Den großen Detektor habe ich mir gebraucht beim großen Internetauktionshaus gekauft; den kleinen, den man braucht, um die Funde genau zu lokalisieren, habe ich im Zubehörhandel, ebenfalls online, bestellt. Wen's interessiert: einfach mal bei Google den Begriff "Sondengehen" eingeben, und dann ein bisschen rumsurfen.

Und wie genau funktioniert so ein Detektor?

In allen Einzelheiten erklären kann ich das auch nicht. So viel habe ich aber verstanden: Zentrales Element ist die Drahtspule am unteren Ende des Geräts. Durch die fließt Strom, und es entsteht ein Magnetfeld. Dieses Magnetfeld ändert sich, sobald ein metallener Gegenstand hineingerät. Und diese Veränderung macht das Gerät durch ein Piepen hörbar.

Kann das Gerät auch zwischen verschiedenen Metallen unterscheiden? Klingt es also anders, wenn Du einen Kronkorken oder einen verlorenen Ring findest?

Genau – prinzipiell piept das Gerät unterschiedlich bei zum Beispiel Eisen oder Kupfer. Außerdem gibt es auch Unterschiede in der Signalstärke: Je größer das Fundstück oder je näher die Spule am Gegenstand ist, desto lauter ist das Piepen. Aber nur durch regelmäßiges Suchen und Horchen lernt man mit der Zeit, die Gegenstände und deren Lage ihren jeweiligen Piepgeräuschen zuzuordnen. Das ist recht schwierig, wie ich als Detektor-Neuling gerade feststellen muss …

Und dann kann man einfach so loslegen?

Im Prinzip: Ja. Man sollte sich allerdings auch gleich einen kleinen Detektor, einen sogenannten Pin Pointer zulegen, der erspart viel Sucherei, gerade im Sand – dort suche ich vornehmlich. Außerdem braucht man ein Sandsieb und eine kleine Schaufel und natürlich eine Tasche oder ein Gefäß, in das man die Funde hineintun kann.

Muss man bei der Suche irgendetwas beachten? Gibt es Tricks?

Wichtig ist, dass man das Gebiet, in dem man suchen möchte, nicht zu groß wählt. Und dann sollte man in regelmäßigen Bahnen längs und quer die Spule über den Boden führen, dabei die Bewegungen eher kurz halten. Und immer schön geduldig sein und nicht zu schnell aufgeben.

Wie lange hat es gedauert, bis das Gerät zum ersten Mal Laut gegeben hat?

Das ging ganz schnell – kaum angeschaltet, kam das erste Peipen. Bis ich dann allerdings fündig wurde und den Verursacher gefunden hatte, hat es einige Minuten gedauert: "Übeltäter" war nur ein verbeulter Kronkorken ...

Und was war die Ausbeute Deiner ersten Suche?

Ich habe am Hamburger Elbstrand gesucht, an der Stelle, wo wir auch schon für unsere Suche für das GEOlino extra im Sand gewühlt haben. Die Ausbeute: Sechs Kronkorken, 26 Cent an Geldstücken, zwei Feuerzeuge, ein Joghurtdeckel. Nicht berauschend, aber fürs erste Mal allein Suchen gar nicht schlecht.

Wie findet man einen Schatz?

Angenommen, du suchst nicht auf deinem eigenen Grundstück. Was passiert eigentlich, wenn man etwas auf einem fremden Grund findet? Gehört es dem Finder oder dem Grundbesitzer?

Da muss man unterscheiden: Grundsätzlich gehört der Fund demjenigen, der ihn findet. Auf Privatgrund allerdings nur, wenn man vorher vom Besitzer die Erlaubnis bekommen hat, überhaupt dort zu suchen – die sollte man sowieso immer erst mal einholen. Auf öffentlichem Grund und Boden darf man ohne Erlaubnis suchen. Das gilt aber auch nicht immer und überall: Sobald es nämlich nicht um Fundsachen unter einem Wert von zehn Euro geht, sondern um wertvolle Sachen oder gar geschichtlich wichtige Funde wie etwa ein altes Schwert, müssen die Behörden verständigt werden. Also entweder beim Fundbüro Gegenstände über zehn Euro abgeben oder den archäologischen Fund beim Denkmalschutzamt melden. Also: Erst mal schlau machen, dann suchen!

Hast Du einen Tipp für unsere Leser, die selbst einmal einen Schatz suchen (und finden) wollen?

Vielleicht solltet ihr mal mit jemand mitgehen, der einen Detektor hat. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen, ob es euch wirklich Spaß macht und sich die Anschaffung einer eigenen Ausrüstung lohnt. Und hört euch die Geschichten der Älteren aus Familie und Bekanntenkreis an, hinter so mancher dahingesagten Story verbirgt sich vielleicht ein interessantes Schatzsuch-Abenteuer. Eines garantiere ich euch auf jeden Fall: Wer einmal eine alte Münze aufgespürt und eigenhändig ausgebuddelt hat, der sucht auch weiter!

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