Religion Angkor - Das Wunder im Dschungel

Angkor war bis vor rund 600 Jahren das Zentrum des Khmer-Reiches im heutigen Kambodscha. Wir stellen euch die verwunschene Ruinenstadt mit ihren mehr als 1000 Tempeln in fünf Fragen und Antworten vor
Angkor - Das Wunder im Dschungel

Die Tempelanlage von Angkor Wat liegt mitten im tropischen Urwald Kambodschas. Allein dieser berühmteste Teil Angkors zieht heute mehr als zwei Millionen Besucher pro Jahr an

Warum ist Angkor so berühmt?

Weil Besucher den Eindruck haben, in eine fremde, zauberhafte Welt einzutauchen: Mitten im Dschungel erheben sich riesige Tempel mit Türmen, die an Tannenzapfen erinnern.

Mächtige Würgefeigen überwuchern die alten Mauern, die mit Tänzerinnen, Kriegern und riesigen Köpfen verziert sind. Und überall gibt es glatte Wasserflächen, in denen sich die ganze Pracht spiegelt.

Wer hat die prächtigen Stätten erbaut?

Angkor wird im 9. Jahrhundert Zentrum des Khmer-Reiches. Das liegt etwa auf dem Gebiet des heutigen Kambodscha. In den folgenden Jahrhunderten erweitern die Khmer-Könige die Stadt immer weiter.

Im 12. Jahrhundert entsteht die Tempelanlage Angkor Wat, ab Ende des 12. Jahrhunderts die Palaststadt Angkor Thom. Die Städte wachsen schließlich zu einer regelrechten Megacity zusammen.

Zeitweise hat diese eine Million Einwohner, so viele wie Köln heute, und ist mit mehr als 1000 Quadratkilometer Fläche größer als Berlin.

Angkor - Das Wunder im Dschungel

Die meterhohen Steingesicher der Bayon-Tempelanlage geben Forschern noch Rätsel auf: Zeigen sie einen Khmer-König? Oder einen Bodhisattva - ein erleuchtetes Wesen, dem Buddhisten nacheifern?

Was ist Angkor Wat?

Angkor Wat gilt als bekanntester Tempel Angkors und als größte Tempelanlage der Welt - bis heute! Es ist dem Gott Vishnu geweiht und stellt das Weltbild der Hindus dar.

Seine emporragenden Türme stehen für den heiligen Berg Meru; seine Mauern für die anderen Berge, die nach heiligen Mythen die Welt einschließen. Der breite Wassergraben stellt den Urozean dahinter dar.

Wie wurde Angkor bekannt?

1860 stößt der französische Forscher Henri Mouhot auf die überwachsenen Ruinen. Seine Berichte locken weitere Wissenschaftler und Fotografen nach Kambodscha. Von 1907 bis 1970 befreien französische Archäologen die Stätten von Pflanzen, reparieren Mauern und legen Entwässerungsanlagen an.

1992 erklärt die Unesco die Ruinen zum Weltkulturerbe. Angkor wird zum beliebten Touristenziel. Im Jahr 2015 besuchten mehr als zwei Millionen Menschen die Stadt.

Angkor - Das Wunder im Dschungel

Nachdem im 15. Jahrhundert die Menschen Angkor verlassen, verschlingt der Urwald die Stadt. Noch heute überwuchern Würgefeigen viele Gebäude, so wie diesen Tempel

Warum ist Angkor untergegangen?

Darüber rätseln die Wissenschaftler immer noch. Fest steht, dass feindliche Truppen aus Siam, das etwa dem heutigen Thailand entspricht, die Stadt ab dem 14. Jahrhundert mehrmals überfallen.

Doch wahrscheinlich beginnt der Zerfall schon früher. Australische Archäologen etwa glauben, dass eine Klimaveränderung das Wasser knapp werden ließ und viele Bewohner in andere Gegenden umziehen mussten. Andere vermuten, dass Krankheiten wie die Beulenpest oder Erdbeben schuld am Untergang Angkors sein könnten. Vielleicht wurde den Khmer aber auch einfach die Pflege der gewaltigen Anlagen zu aufwendig.

GEOlino-Newsletter
nach oben