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Das Geheimnis (Alain Lübben, 11 Jahre)

Am 30. August 2007 begann das Unglaubliche. Ich, Alain ein 10 jähriger Junge aus Bremen hatte meinen ersten Schultag an meiner neuen Schule. Was ich von da an gesehen habe und was alles sonderbare passiert ist wird mir wohl niemand glauben.

Am Tag der Einschulung ging ich mit weichen Knien und einem starken kribbeln im Bauch durch die große massive Holztür am Haupteingang. Die warme Sommerluft blieb draußen und eine angenehme kühle Luft streifte über meine Haut, als ich die abgetretenen Steinstufen im Treppenhaus empor stieg. Die Aula war im ersten Stock und dort musste ich hin, da wir dort in unsere Klassen eingeteilt wurden. Die Aula war schon recht voll, alles fremde Gesichter und ich kannte hier kein Kind. Ich bekam gerade noch einen Stuhl in der letzten Reihe. Die Erwachsenen redeten viel aber dann stellten sich die Lehrer vor und plötzlich sah ich es. Mein neuer Klassenlehrer stand auf und ich blickte für ein paar Sekunden, direkt hinter Herrn Kessel, in ein Augenpaar. Es waren blutrote Augen die grell leuchteten und Funken versprühten. Ich bekam eine Gänsehaut und hielt die Luft an. Die Augen schwebten Kopflos durch die Aula direkt auf mich zu. Ich wollte schreien doch kein Ton kam aus meinem Mund. Das rote Augenpaar war so dicht vor mir, das ich bei jedem Augenaufschlag die Funken auf meiner Stirn spüren konnte. Niemand außer mir schien etwas zu bemerken. Da drang eine heisere, tiefe Stimme an mein Ohr und flüsterte: "Wir treffen uns in einer Stunde auf dem Jungenklo im ersten Stock und komm alleine!" Ich konnte es nicht glauben, hatte ich mir das alles nur eingebildet? Pünktlich eine Stunde später öffnete ich langsam die leicht knarrende Tür zum Jungenklo. Es war kein Schüler zu sehen, da in den Klassen unterrichtet wurde. Ich war ganz allein auf dem stillen, dunklen Klo. Mir wurde es unheimlich und so schloss ich mich schnell ein. Kaum hatte ich den Riegel herumgedreht sah ich einen schemenhaften Körper durch die Holztür gleiten. Auch die roten Augen waren wieder zu sehen, diesmal in einem durchsichtig flimmernden Kopf. Meine Knie wurden wackelig und ich setze mich auf die Toilettenschüssel. Der Geist sprach mit seiner tiefen, heiseren Stimme freundlich zu mir: "Ich brauche deine Hilfe! Ich bin schon seit 500 Jahren der Schulgeist und ärgere Alle. Ich lass eure Hausaufgabenhefte verschwinden, tausche Zahlen und Buchstaben aus und lasse im Lehrerzimmer die Kaffeetassen umkippen. Doch jetzt musst du mir Dinge erklären die ihr Schüler und die Lehrer wie von Geisterhand geschehen lasst. Ihr nennt Maschinen Computer, Beamer und Handy. Erkläre mir diese Zaubermaschinen und ich verspreche dich von meinen Streichen zu verschonen." Natürlich stimmte ich dem Schulgeist sofort zu, ein solcher Freund auf einer neuen Schule war Gold wert und so habe ich mich für den nächsten Tag in der ersten großen Pause mit ihm auf dem Jungenklo verabredet.

Als ich an diesem Tag mit meinem Fahrrad nach Hause fuhr ging mir sehr viel durch den Kopf. Es fühlte sich so an als wären meine Gedanken ein Bienenschwarm. Die Schule hat also einen richtigen Schulgeist und nur ich habe mit ihm gesprochen. Niemand würde mir glauben das unsere Rechenfehler oder Schreibfehler Streiche des Geistes sind. Ich würde nichts sagen und dem Geist helfen. Es war mein Geheimnis das die Schule einen Schulgeist hat, den ich inzwischen sehr witzig fand. Jetzt freute ich mich auf jeden Schultag mit meinem außergewöhnlichen Freund an den ich so viele Fragen hatte. Ein Gefühl eine besondere Schulzeit vor mir zu haben breitete ein gutes Gefühl in mir aus und ich fuhr pfeifend nach Hause. Hoffentlich kommt der Geist Morgen wieder.

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