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Die geheime Welt (Sabrina Huber, 17 Jahre)

Es war heiß an diesem Tag, eindeutig zu heiß, um etwas Richtiges zu spielen, fanden Robin und Sophie. Sie waren im Wald spazieren, auf der Suche nach einem kühlen Fleckchen. Wenn es zu heiß wurde, sprangen sie in die kaum noch vorhandenen Pfützen, um sich abzukühlen. Als Robin wieder einmal in einer Pfütze landete, erschrak er. Sein Fuß war versunken, auf der rechten Seite stand er beinahe bis zur Hüfte im Wasser! Er tastete nach dem Grund, doch sein Bein war nicht lang genug!

Sophie half ihm, aus der Pfütze herauszuklettern. "So etwas komisches, eine so tiefe Pfütze habe ich auch noch nie gesehen!", sagte Robin. "Lass' uns herausfinden, wie tief sie ist! Such einen langen Stock!" rief Sophie. Als sie einen meterlangen Ast gefunden hatten, stießen sie ihn langsam nach unten, doch sie erreichten immer noch keinen Boden! Plötzlich war der Ast verschwunden! Robin fischte mit der Hand nach ihm, doch er konnte ihn nicht mehr erreichen.

Sophie schlug vor, einfach in die Pfütze hineinzuspringen, genau an der tiefen Stelle, und dann hinunterzutauchen. So tief konnte die Pfütze ja gar nicht sein! Die beiden fassten sich an den Händen, holten tief Luft, und sprangen. Sophie öffnete unter Wasser die Augen, das Wasser war gar nicht mehr schmutzig grau, sondern klar! Neben sich sah sie Robin, der die Augen noch zugekniffen hatte. Sie wollte ihm gerade zeigen, dass das Wasser klar war, als sie einen starken Sog spürten. Die beiden Kinder ruderten mit Armen und Beinen, konnten sich jedoch nicht gegen die Strömung wehren.

Es machte ein lautes "Flutsch!" und plötzlich lagen sie auf einer grünen Wiese. Sie sahen sich um, waren total verblüfft, wo sie auf einmal gelandet waren. Robin rief: "Sophie, wir sind in einer anderen Welt, schau mal, der Himmel ist violett!" Sophie wollte gerade antworten, als sie in der Nähe ein paar Gestalten auf sich zukommen sah. Die beiden Kinder drängten sich enger zusammen, denn die Gestalten standen plötzlich direkt vor ihnen, umzingelten sie. Die Gestalten waren klein, kleiner als Kinder, dafür aber umso dicker. Sie sahen nicht aus wie Menschen, denn sie hatten jeweils 3 Beine und 3 Arme! Ihre Haut war orange, schuppig, wie die von Fischen. Sophie und Robin hatten Angst, sie glaubten, in einem Albtraum gelandet zu sein.

Plötzlich sprach eines dieser orangen Wesen: "Habt keine Angst! Willkommen in der Welt der Wongs! Mein Name ist Xrkk der Fünfzehnte, Sohn des Wrr. Ihr habt anscheinend eines der geheimen Tore gefunden. Wir hatten schon lange keine Besucher mehr hier! Kommt mit uns, ihr seid sicher hungrig!" Die beiden Kinder sahen sich an, völlig verblüfft, wo waren sie bloß gelandet??

Robin zuckte mit den Schultern und sagte: "Komm, lass uns mitgehen, ich habe wirklich Hunger." Die Zwei wurden in ein Dorf geführt, es konnte nur über eine wackelige Brücke erreicht werden, denn rundherum war ein reißender, roter Fluss! Im Dorf der Wongs wurden sie freundlich begrüßt, alte und junge, große und kleine Wongs, alle wollten die beiden Menschenkinder sehen. Der Wong, der sie als erstes begrüßt hatte, war wohl so etwas wie der Häuptling, denn alle verneigten sich vor ihm. Er erklärte, dass die Welt der Wongs eine geheime Welt sei, sie konnte nur über die geheimen Tore, die Pfützen, erreicht werden. Es war schon ewig her, dass sie Besucher hatten, denn anscheinend ging das Wissen über die Welt der Wongs bei den Menschen verloren.

Robin und Sophie aßen mit den Wongs, spielten ihre Spiele, erkundeten die geheime Welt. Nach ein paar Stunden war es Zeit, in die Welt der Menschen zurückzukehren. Der Häuptling, Xrkk, führe sie zum geheimen Tor, das sie zurückbringen würde. Sie verabschiedeten sich, und versprachen, bald wieder zu kommen.

Seitdem besuchten Robin und Sophie die Wongs beinahe jede Woche, und hatten sehr viel Spaß mit ihnen.

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