Filmdreh Erzählt bewegte Geschichten!

Kinofilme, Fernsehserien, Videos... Geschichten, die mit Bildern erzählt werden, gibt es heute viele. Bis ein Kurzfilm, braucht es viel Zeit. Auf GEOlino.de erfahrt ihr, welche Schritte von der Filmidee bis zum fertigen Film nötig sind

Um eine Idee in Bildern lebendig werden zu lassen, müsst ihr vor allem gut organisiert sein. Wir haben die wichtigsten Schritte einer Kurzfilmproduktion für euch zusammengetragen:

Kein Film ohne Filmidee

Bevor ihr Kamera und Tonangel (ein an einer Stange befestigtes Mikrofon) zur Hand nehmt, solltet ihr wissen, worum es in eurem Film gehen soll: Welche Geschichte wollt ihr erzählen? Bei ausgeschriebenen Wettbewerben ist häufig ein Thema oder eine Auswahl von Themen vorgegeben. Um dazu eure eigene Filmidee zu finden, ist Brainstorming eine gute Hilfe. Tragt zusammen, was euch spontan zu dem Thema in den Sinn kommt, und schreibt es auf. Diskutiert dann, welche dieser Gedanken ihr für originell, aber - ganz wichtig - auch für realisierbar haltet.

Erzählt bewegte Geschichten!

Setzt eure Bilder in Szene

Ein Drehbuch muss her

Sobald ihr euch auf eine Idee geeinigt habt, heißt es: Drehbuch schreiben! Erst wenn ihr wisst, worum genau es in eurem Film gehen soll, könnt ihr weitere Entscheidungen treffen. Also: Was genau passiert in dem Film? Wo soll gedreht werden? In einem Drehbuch sollte festgehalten werden:

- was in den einzelnen Szenen geschieht

- wo sich eine Szene abspielt (innen oder außen?)

- zu welcher Tageszeit

- welcher Ton, also angefangen bei den Dialogen über Geräusche bis hin zur Musik, zu hören ist

- und welche Requisiten ihr braucht.

Für euer erstes Filmprojekt reicht es, diese Dinge ganz grob zu halten. Was ein gutes Drehbuch unbedingt braucht, ist ein Spannungsbogen! Um diesen zu "spannen", nutzen Drehbuchautoren in der Regel folgendes Muster:

Es gibt eine Exposition (Einführung)

Diese Fragen solltet ihr euch stellen: Was ist die Ausgangslage der Handlung? Welche Charaktere gibt es? Wo befinden sie sich und was ist ihre Vorgeschichte?

Die Handlung entwickelt sich

In welcher Beziehung stehen die vorgestellten Akteure zueinander? Was passiert als nächstes: Welche Konflikte und Veränderungen ergeben sich?

Die Zuspitzung des Konflikts (Höhepunkt)

Was geschieht mit der Hauptfigur?

Wende in der Handlung

Wie soll die Handlung verlaufen? (Happy End?)

Die Auflösung (Schluss)

Wie lässt sich der Konflikt auflösen? Gibt es ein glückliches oder ein unglückliches Ende?

Was die Dialoge angeht, so ist es nicht nötig, diese ganz exakt vorzugeben. Viel wichtiger ist, dass die Formulierungen möglichst authentisch sind.

 

Wenn euer Filmprojekt über mehrere Wochen verteilt ist, bietet sich außerdem ein Drehplan an, in dem ihr festhaltet, an welchen Tagen welche Szenen gedreht werden. Welche Drehorte für welchen Tag organisiert werden müssen, welche Personen auftreten und so weiter.

Drehort(e) finden

Im Prinzip kann jeder Ort zu eurer Kulisse werden. Aber ein paar Dinge gibt es doch zu beachten:

- euer Dreh darf niemanden behindern: Absperrungen von Straßen oder Ähnliches würden eine Drehgenehmigung erfordern (wofür ihr euch an die zuständige Polizei oder das Ordnungsamt wenden müsstet, was wiederum zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeuten kann)

- wenn ihr in einer bestimmten Kulisse, einem Restaurant oder irgendeiner anderen privaten Räumlichkeit drehen wollt, müsst ihr vorher den Besitzer um eine Genehmigung bitten

- filmt ihr andere Menschen, müsst ihr das Recht am eigenen Bild klären. Das heißt, er oder sie muss euch sein schriftliches Einverständnis erteilen. Schaut die Person bereitwillig in die Kamera, genügt das als Zustimmung.

Wenn ihr euch wegen der rechtlichen Situation an einem Drehort nicht sicher seid, fragt eure Eltern oder eure Lehrer um Rat. Überlegt gut, ob ihr nicht auch auf einen anderen Drehort ausweichen könnt, beispielsweise in Räume oder Plätze eurer Schule oder in die Wohnung oder den Garten bei einem von euch.

Das technische Equipment

Größere Filmproduktionen müssen sich vor allem über die Finanzierung Gedanken machen. Versucht fürs Erste mit wenigen Mitteln viel rauszuholen: Für einen stimmigen Kurzfilm braucht es weder besonders exklusive Drehorte noch ausgefeilte Kameratechnik. Bereits einfache Camcorder genügen für erste filmische Aufnahmen.

In der Regel enthalten diese Geräte bereits Mikrophone. Um die visuelle wie akustische Qualität eurer Aufnahmen zu steigen, könnt ihr auf ein Stativ oder eine Tonangel zurückgreifen (beides solltet ihr in bestimmten Technikgeschäften zur Ausleihe bekommen). Die nötige Beleuchtung gibt es umsonst: Nutzt dafür das entsprechende Tageslicht oder zusätzliche künstliche Lichtquellen (zum Beispiel Stehlampen oder Straßenlaternen).

Erzählt bewegte Geschichten!

Und Action!

Am "Set"

Nun gilt es, die Geschichte in Szene zu setzen. Für den Dreh selbst ist es am günstigsten, wenn ihr aufteilt, wer für welche Tätigkeit die Verantwortung übernimmt. Ihr braucht jemanden oder mehrere Personen, die Regie führen, das heißt den Ablauf des Drehs im Blick haben. Was können die Darsteller verbessern? Stört irgendwas in der Kulisse oder an den Kostümen? Ist der Ton gut genug? - Für solche und ähnliche Fragen sind Regisseure unter anderem zuständig. Und dann braucht ihr natürlich Personen, die vor und hinter der Kamera agieren. Wenn ihr mit Tonangeln arbeitet, ist außerdem eine Person nötig, die fit genug ist, diese "Angel" eine Weile zu halten.

Und Action! Jetzt heißt es drehen, bis ihr alles "im Kasten" habt. Macht am besten mehrere Aufnahmen von bestimmten Szenen und probiert verschiedene Kameraeinstellungen. Also zum Beispiel Nahaufnahmen, die ganz dicht am Geschehen sind, und Totalaufnahmen, mit denen die gesamte Situation erfasst wird. Eine Übersicht über weitere filmische Gestaltungsmittel gibt es

hier.

Im "Studio"- die Postproduktion

Wenn ihr im "Studio" - was heute jeder durch Computer zur Verfügung hat - ankommt, solltet ihr alle bewegten Bilder, die ihr braucht, um eure Geschichte zu erzählen, auf Band haben! Dann kann es reibungslos weitergehen: Nun wird geschnitten! Übertragt euer Filmmaterial auf einen Rechner. Mit Schnittprogrammen - die zum Teil bereits installiert sein können oder zum Teil auch kostenlos übers Internet verfügbar sind, wie zum Beispiel "MovieMaker" - lassen sich Bilder und Töne beliebig zusammenmontieren. Was soll wann gezeigt werden? Legt fest wo eine Bildsequenz endet und eine neue beginnt. Stimmen können lauter oder leiser reguliert oder Szenen nachträglich mit Musik unterlegt werden (Achtung! Urheberrechte beachten! Sobald ihr euren Film öffentlich zeigt, also zum Beispiel im Internet, müsst ihr die Rechte für die Musikstücke oder auch nur Sequenzen von ein paar Sekunden, die ihr nutzt, haben. Ausführliche Informationen zum Videoschnitt findet ihr hier.

Geschafft! Ist euer Film endlich soweit, dass er eine (bewegte) Geschichte erzählt, entscheidet ihr, wer diese zu sehen bekommt: ausschließlich eure Familie, Freunde oder eure Mitschüler? Oder "größeres Publikum"? Dann eignen sich Videoplattformen wie YouTube, auf denen ihr Filme kostenlos hochladen könnt. Eine gute Möglichkeit Feedback und eventuell Aufmerksamkeit für seinen Film zu bekommen, sind außerdem Kurzfilmwettbewerbe. Im Folgenden stellen wir euch eine Auswahl von Wettbewerben vor, bei denen ihr eure fertigen Werke einreichen oder Ideen für die Arbeit an Projekten bekommen könnt.

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