GEOlino.de - Kometen-Crash im Weltall Seite 1 von 2


Text von Nadine Eckert

Kometen-Crash im Weltall

Am 4. Juli lässt die NASA ein 370 Kilogramm schweres Raumfahrzeug auf einen Kometen krachen. Wozu das gut sein soll und wie das funktioniert, lest ihr hier


Wie ist unser Sonnensystem, die Sonne und ihre neun Planeten, eigentlich entstanden? Eine genaue Antwort auf diese Frage haben auch Wissenschaftler nicht. Wie denn auch, so lange niemand eine Zeitmaschine erfindet, mit der wir das Ganze live verfolgen könnten. Gegen diese Unsicherheit will die NASA, die amerikanische Weltraumbehörde jetzt etwas tun.


Die Zeichnung des amerikanischen Künstlers Pat Rawling zeigt, wie der Einschlag des Kupferkörpers auf den Kometen voraussichtlich aussehen wird. Die Sonne bringt die herausgeschleuderten Staub- und Gesteinsteilchen zum Leuchten. Daneben schwebt die Sonde "Deep Impact" und schießt Fotos vom Aufprall (Foto von: Courtesy of NASA/JPL/UMD Artwork by Pat Rawlings)
© Courtesy of NASA/JPL/UMD Artwork by Pat Rawlings
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Die Zeichnung des amerikanischen Künstlers Pat Rawling zeigt, wie der Einschlag des Kupferkörpers auf den Kometen voraussichtlich aussehen wird. Die Sonne bringt die herausgeschleuderten Staub- und Gesteinsteilchen zum Leuchten. Daneben schwebt die Sonde "Deep Impact" und schießt Fotos vom Aufprall

Ein Komet im Visier

Am amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, wird die NASA dem Kometen "Tempel 1" mit einem 370 Kilogramm schweren Einschlagkörper zu Leibe rücken. Nicht weil der Komet irgendeine Bedrohung darstellt, wie im Hollywood-Abenteuer "Armageddon",sondern nur zu Forschungszwecken. Die Astronomen wollen zu gerne mal nachsehen, was in so einem Kometen steckt. Sie wissen, dass die Kometen schon sehr alt sind. Sie sind Überbleibsel aus der Geburtsstunde unseres Sonnensystems. In einem Kometen verbergen sich also die gleichen Gesteine, Gase und chemischen Elemente wie im Universum zu seinen Anfangszeiten herumschwirrten. Besonders interessant wäre auch die Entdeckung von Biomolekülen in so einem Himmelskörper. Vermuten viele doch, dass das erste Leben von einem auf die Erde aufgeschlagenen Kometen stammt.


Ein Foto des Kometen "Tempel 1" als er im April seinen erdnächsten Punkt erreichte. Sichtbar wird der Komet durch seine Umgebung und seinen Schweif aus Staubteilchen, die von der Sonne angestrahlt werden. Aufgenommen wurde das Bild durch ein zwei Meter langes Teleskop im Kitt Peak Observatorium in den USA. (Foto von: Tony Farnham/Matthew Knight, University of Maryland)
© Tony Farnham/Matthew Knight, University of Maryland
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Ein Foto des Kometen "Tempel 1" als er im April seinen erdnächsten Punkt erreichte. Sichtbar wird der Komet durch seine Umgebung und seinen Schweif aus Staubteilchen, die von der Sonne angestrahlt werden. Aufgenommen wurde das Bild durch ein zwei Meter langes Teleskop im Kitt Peak Observatorium in den USA.

Was passiert beim Zusammenstoß?

Die Sonde "Deep Impact", die bereits im Januar ins All geschossen wurde, wird am 4. Juli auf den Kometen "Tempel 1" treffen. Genau 24 Stunden vorher löst sich ein kühlschrankgroßer, mit Technik vollgepackter Kupferkörper von der Raumsonde. Dieser Einschlagkörper macht sich ganz alleine auf den Weg Richtung "Tempel 1" und stellt sich ihm mitten in den Weg. Und "peng", schon ist der Komet ist mit seinen 36 000 Stundenkilometern in das viel kleinere Kupferobjekt gekracht. Dieser gewaltige Zusammenprall wird einen ganz schönen Krater in den Kometen schlagen, wahrscheinlich mehrere Stockwerke tief, vermuten die NASA-Wissenschaftler. Und jetzt kommt die Sonde "Deep Impact" wieder ins Spiel. Sie ist nämlich der "Unfallzeuge" dieses kosmischen Crashs. Mit hochmodernem technischen Gerät und mehreren Teleskopen schießt sie Fotos des Ganzen und nimmt genau unter die Lupe, was für Material da rausgeschleudert wird.



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