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Der Familiensinn der Guanakos

Sie spucken, treten und beißen: Guanakos. Wer so wehrhaft werden will, muss früh auf eigenen Beinen stehen


Die offenen Gras- und Steppenlandschaften Südamerikas sind die Heimat der Guanakos. Obwohl es in Peru, Chile oder Argentinien sehr heiß werden kann, fühlen sich die wildlebenden Tiere, die zur Familie der Kamele gehören, wohl in diesem Klima. Sie ertragen sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen.


Die ersten Schritte des Guanakojungen (Foto von: age fotostock/LOOK-foto)
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Die ersten Schritte des Guanakojungen

Die Guanakos sind gesellige Tiere, die in Familien mit bis zu 15 Mitgliedern leben. Chef der Familie ist der männliche Guanako, der Leithengst. An seiner Seite gibt es mehrere Stuten sowie deren Jungtiere. Verteidigt ein Kamel seine Familie, geht es mit Hufen und Zähnen auf den Eindringling los. Dabei kann es schon mal rabiat zugehen. Guanakos sind dafür bekannt, bei Gefahr zu spucken. Bei so einem Empfang sucht der Konkurrent schnell das Weite.


Während die einzelnen Familienverbände der Guanakos oft in Rudeln grasen, suchen sie zur Paarungszeit die Einsamkeit. Alle zwei Jahre bekommen die Stuten, also die weiblichen Tiere, Nachwuchs. Die Schwangerschaft dauert länger als bei uns Menschen, denn erst nach einer Tragzeit von elf Monaten gebärt die Stute meist ein Junges. Zwillingsgeburten sind bei Guanakos eine Seltenheit.

Die Geburt ist sowohl für die Mutter als auch für das Junge ein riskanter Moment. In der kahlen Wüste gebärt die Guanakostute ihr Kind im Stehen. Schutzlos sind sie Pumas und anderen natürlichen Feinden ausgeliefert. Obgleich die tagaktiven Tiere hervorragend hören und riechen, ist ihre Sehkraft nur schlecht ausgebildet. Erst auf kurzer Distanz können sie Bedrohungen erkennen.


Auf eigenen Beinen

Die Geburt wirkt drollig. Mit dem Kopf voran purzelt das Fohlen auf den sandigen Boden. Hat es sich erst einmal vom Schreck erholt, muss das Junge schnell auf die Beine kommen, um zu überleben. Schon nach wenigen Stunden läuft es neben seiner Mutter und folgt ihr auf Schritt und Tritt. Gesucht wird ein sicheres Plätzchen. Vor den Gefahren der weiten Steppe geschützt, kann sich das Kleine ausruhen und alle Viere von sich strecken. Wie die Großen wälzt sich der Nachwuchs mehrmals am Tag im Staub, um sein noch hellbraunes Fell aufzulockern. Mit den Jahren wird es nicht nur dunkler, sondern auch dicker, um in kalten Nächten zu wärmen.

Obwohl sich das junge Kamel am liebsten an seine Mutter kuschelt und ihre Milch trinkt, weidet es schon im Alter von einem Monat mit der Familie. Gemeinsam gehen die Pflanzenfresser auf Futtersuche. Gräser, Moosgewächse und Früchte gehören zur Leibspeise der Guanakos. Wie Kühe schlucken sie die Nahrung fast unzerkaut herunter, um sie anschließend wiederzukäuen. Dabei können die genügsamen Kamele lange Zeit ohne Wasser auskommen. Nur in den Morgen- und Abendstunden suchen sie eine Wasserquelle auf.


Ein Jahr nach seiner Geburt ist für den Nachwuchs die Zeit des Abschieds von der Herde gekommen. Während sich die Stuten einem fremdem Familienverband anschließen, gründen die jungen Hengste ihre eigene Gruppe. Bis zu vier Jahre leben sie in dieser Gemeinschaft, in der es ständig zu Kämpfen um die Vorherrschaft kommt. Nach der spielerischen Vorbereitung auf die Führung einer Herde, versuchen Guanakomännchen anschließend eine eigene Familie zu gründen, indem sie weibliche Kamele um sich versammeln. Häufig vertreibt ein Männchen ein anderes Leittier, das dann bis ans Ende seines Lebens als Einzelgänger in den Steppenlandschaften Südamerikas lebt.




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