GEOlino extra Nr. 8/2006 - Unsere Tiere Seite 1 von 4


Text von Sina Löschke

Greenpeace: Eine Dusche für die Walfänger

Japanische Walfänger töten jedes Jahr Hunderte Zwergwale. Angeblich, um die Tiere zu erforschen. Zwei Greenpeace-Schiffe sind den Jägern gefolgt, um sie bei ihrer blutigen Arbeit zu behindern. Mit dabei: Schlauchboot-Fahrerin Regine Frerichs


Regine Frerichs ist eine der erfahrensten Schlauchboot-Steuerfrauen bei Greenpeace (Foto von: Greenpeace)
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Regine Frerichs ist eine der erfahrensten Schlauchboot-Steuerfrauen bei Greenpeace

Der Ozean scheint seit Tagen schlecht gelaunt zu sein. Der Wind tobt mit Stärke acht bis zehn über das Südpolarmeer und lässt einen Wellenriesen nach dem anderen auf das Deck der "Arctic Sunrise" krachen. Wie eine Schaukel schwingt das Greenpeace- Schiff von links nach rechts und kippt dabei so weit zur Seite, dass in der Bordküche Geschirr und Vorräte aus den Schränken fallen.
Regine Frerichs beobachtet das rasende Meer von der Kommandobrücke aus. Vor mehr als zwei Wochen hat die 45-jährige Hamburgerin zum letzten Mal ein fremdes Schiff gesehen. Seitdem scheint es, als kämpften sich die "Arctic Sunrise" und ihr Partnerschiff, die "Esperanza", allein durch die eisige See. Doch der Eindruck täuscht. Stimmen Frerichs’ Informationen, färbt sich hinter dem Horizont das Wasser blutrot. Denn dort, mitten im internationalen Schutzgebiet, macht eine japanische Flotte Jagd auf Wale!



Vermeintliche Forscher liefern Walfleisch an Supermärkte

Über 900 Zwergwale und zehn Finnwale wollen die Japaner in diesem antarktischen Sommer erlegen. Angeblich, um an den toten Tieren zu forschen, denn nur dann erlauben Gesetze den Abschuss. "In Wirklichkeit landet das Walfleisch in den Tiefkühltruhen japanischer Supermärkte", sagt Regine Frerichs. Kunden zahlten bis vor kurzem umgerechnet bis zu 300 Dollar für ein Kilogramm! Ein Geschäft, bei dem niemanden interessiert, dass die meisten Walarten vom Aussterben bedroht sind.
Diese kaltblütige Jagd macht Regine Frerichs sprachlos. Wale aus Geldgier zu töten, ist ein Verbrechen, glaubt die Ausbilderin für Schlauchboot-Fahrer. Als Greenpeace im Sommer 2005 Freiwillige suchte, die den Wilderern ins Handwerk pfuschen sollten, sagte sie zu – ohne zu ahnen, welch grausame Erlebnisse in den Gewässern südlich von Tasmanien auf sie und ihre 56 Mitstreiter warten.



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