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Greenpeace: Eine Dusche für die Walfänger
Japanische Walfänger töten jedes Jahr Hunderte Zwergwale. Angeblich, um die Tiere zu erforschen. Zwei Greenpeace-Schiffe sind den Jägern gefolgt, um sie bei ihrer blutigen Arbeit zu behindern. Mit dabei: Schlauchboot-Fahrerin Regine Frerichs
Der Ozean scheint seit
Tagen schlecht gelaunt
zu sein. Der Wind tobt
mit Stärke acht bis zehn
über das Südpolarmeer
und lässt einen Wellenriesen nach
dem anderen auf das Deck der
"Arctic Sunrise" krachen. Wie eine
Schaukel schwingt das Greenpeace-
Schiff von links nach rechts und
kippt dabei so weit zur Seite, dass
in der Bordküche Geschirr und
Vorräte aus den Schränken fallen.
Regine Frerichs beobachtet das
rasende Meer von der Kommandobrücke
aus. Vor mehr als zwei Wochen
hat die 45-jährige Hamburgerin
zum letzten Mal ein fremdes
Schiff gesehen. Seitdem scheint
es, als kämpften sich die "Arctic
Sunrise" und ihr Partnerschiff, die
"Esperanza", allein durch die eisige
See. Doch der Eindruck täuscht.
Stimmen Frerichs’ Informationen,
färbt sich hinter dem Horizont das
Wasser blutrot. Denn dort, mitten im internationalen Schutzgebiet,
macht eine japanische Flotte Jagd
auf Wale!
Vermeintliche Forscher liefern Walfleisch an Supermärkte
Über 900 Zwergwale und zehn
Finnwale wollen die Japaner in
diesem antarktischen Sommer erlegen.
Angeblich, um an den toten
Tieren zu forschen, denn nur dann
erlauben Gesetze den Abschuss. "In
Wirklichkeit landet das Walfleisch
in den Tiefkühltruhen japanischer
Supermärkte", sagt Regine Frerichs.
Kunden zahlten bis vor kurzem
umgerechnet bis zu 300 Dollar für
ein Kilogramm! Ein Geschäft, bei
dem niemanden interessiert, dass
die meisten Walarten vom Aussterben
bedroht sind.
Diese kaltblütige Jagd macht
Regine Frerichs sprachlos. Wale
aus Geldgier zu töten, ist ein Verbrechen,
glaubt die Ausbilderin
für Schlauchboot-Fahrer. Als Greenpeace
im Sommer 2005 Freiwillige
suchte, die den Wilderern ins
Handwerk pfuschen sollten, sagte
sie zu – ohne zu ahnen, welch grausame
Erlebnisse in den Gewässern
südlich von Tasmanien auf sie und
ihre 56 Mitstreiter warten.
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