GEOlino.de - Du gehörst nicht dazu! Seite 1 von 3


Text von Katrin Arnholz

Du gehörst nicht dazu!

Kennt ihr das? Papierkügelchen fliegen, Schimpfworte fallen, das Handy wird abgezockt - und immer geht es nur auf einen. Derjenige, der fertig gemacht wird, ist ganz allein. Das heißt Mobbing und passiert durchschnittlich drei Kindern in einer Klasse


Alexandra geht in Berlin in die Schule. In ihrer Klasse ist ein Mädchen, das Katja heißt. Katja hat es schwer. Erst kürzlich haben ein paar Jungs ihren Turnbeutel in den Müll geworfen. Das wollte Alexandra nicht mit ansehen. "Ich habe mir noch zwei andere Freundinnen geholt und zu den Jungs gesagt, dass ich das nicht in Ordnung finde", erzählt sie. "Dann haben wir uns bei Katja entschuldigt." Doch damit ist noch lange nicht Schluss. "Cassie, die Anführerin, hat den Jungs Bonbons und Geld gegeben, damit sie Katja fertig machen", sagt Alexandra weiter. Auf dem Heimweg von der Schule sind sie ihr hinterhergelaufen, haben sie getreten und ihr ins Gesicht geschlagen.


Irre cool auf Kosten anderer

Was Katja erlebt, heißt Mobbing. "Mobbing ist, wenn einer irre cool dastehen will und sich mit Unterstützung einer Gruppe einen aussucht, den er fertig macht", sagt Experte Walter Taglieber. Dazu gehört nicht nur rohe Gewalt, wie sie Katja erlebt. Meistens fängt es ganz harmlos mit ein paar Sticheleien an. Ein Mädchen - nennen wir es Marion - wird gehänselt: "Hast du die Bluse aus dem Roten Kreuz Container?" Bald kommt dann der Ausruf: "Du stinkst!" Dann fliegen die ersten Papierkügelchen. Zettel gehen herum, auf denen steht, Marion würde sich nie waschen. Und so geht es immer weiter. Dabei hat Marion ganz normale Kleidung an wie alle anderen, und natürlich wäscht sie sich auch.


Selbsbewusstsein auftanken

Opfer von Mobbing können also gar nichts dafür, dass sie so behandelt werden. "Derjenige, der mobbt, will sein Selbstbewusstsein auftanken, die Langeweile vertreiben und Spaß haben", sagt Experte Taglieber. Der "Mobber" sucht sich immer einen Schwächeren aus, den er ärgern kann: Zum Beispiel jemanden, der neu ist und deshalb noch nicht viele Freunde hat. Damit alles klappt, braucht er aber Unterstützung. Meistens gibt es noch ein paar andere, die mithelfen. Alexandra erzählt, dass es den Jungs an ihrer Schule "total Spaß gemacht" hat, Katjas Turnbeutel in den Müll zu werfen. Dann gibt es aber auch noch Kinder und Jugendliche, die es eigentlich nicht in Ordnung finden, wenn jemand so fertig gemacht wird. Aber sie halten sich raus.



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