GEOlino.de - Zirkusschule Seite 1 von 2

Training für's Rampenlicht

Auf Bällen laufen, Einradfahren, Keulen schwingen oder Tricks mit dem Diabolo - das alles steht auf dem "Unterrichtsplan" einer ganz besonderen Schule. GEOlino.de war zu Besuch in der Zirkusschule "TriBühne" in Hamburg und berichtet von Jugendlichen, die zu kleinen Zirkusartisten geworden sind


Es wird fleißig geübt ...  (Foto von: GEOlino.de Redaktion)
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Es wird fleißig geübt ...

Kerzengrade steht der Junge auf einem orangefarbenen Ball. Die Arme ganz dicht an seinen Körper gepresst. Hinter ihm und daneben sind weitere Bälle, auf denen Kinder so mühelos stehen, als würden ihre Beine auf der Oberfläche haften. "Ich gehe immer kleine Schrittchen nach oben", erklärt der schmale Junge mit den langen Beinen. Er heißt Iven und ist einer von gut zwanzig Kindern, die an diesem Nachmittag in einer alten Dosenfabrik in Hamburg-Altona Zirkusdisziplinen trainieren. Das Balancieren auf einer Kugel gehört dazu.


... wie hier das Werfen einer Keule (Foto von: GEOlino.de Redaktion)
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... wie hier das Werfen einer Keule

Der Raum der Zirkusschule "TriBühne" erinnert auf den ersten Blick an einen Ballettsaal. Stangen stehen an den Seiten. Es gibt Spiegel an den Wänden. Ungewöhnlich sind nur die Sachen, die die Kinder hier machen können. Das findet auch Iven. "Auf einer Kugel stehen, so hoch, das ist schon etwas Besonderes", sagt der Junge und hat die anderen Kinder dabei genau im Blick. "Was der Junge da macht. Das würde ich auch gerne können." Der Junge auf den er zeigt, ist Luca. Luca hält zwei Stöcker in den Händen. Mit diesen beiden schlägt er einen dritten hin und her. Devil-Sticks nennt sich dieses Zirkusgerät.


Als würde er von selbst daran haften: Iven auf der Laufkugel (Foto von: GEOlino.de Redaktion)
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Als würde er von selbst daran haften: Iven auf der Laufkugel

Luca kommt seit zweieinhalb Jahren einmal wöchentlich zum Training. "Jedes Mal habe ich einen neuen Trick gelernt", berichtet der 10-Jährige stolz. Ein paar von den Tricks, hat er sich selber ausgedacht. Andere hat er sich von Hobby-Artisten abgeschaut. "Die habe ich solange ausprobiert, bis ich sie konnte" und sogleich schnappt er sich sein Lieblingsgerät, das Diabolo, um ein paar von ihnen vorzuführen. Er schleudert den sanduhrförmigen Körper in die Luft, um ihn dann gekonnt aufzufangen. "Kleine Weltreise", nennt sich dieser Trick. Dann zeigt er den "Fahrstuhl", bei dem das Diabolo spielerisch an der Schnur nach oben gleitet. Unaufhörlich peitschen die beiden Stöcke in Lucas Armen hoch und runter. Schweiß läuft ihm von der Stirn. "Das ist wie eine Sucht! Wenn man erst mal angefangen hat, will man nicht mehr aufhören", erklärt der geschickte Junge.


Die 10-jährige Hanna zeigt<br />
ihr Geschick (Foto von: GEOlino.de Redaktion)
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Die 10-jährige Hanna zeigt
ihr Geschick

Akrobat oder Jongleur?

"Die Kinder können hier nach und nach herausfinden, in welchen Zirkusdisziplinen ihre Stärken liegen und welche sie besonders mögen", sagt Holger de Vries. Seit 14 Jahren arbeitet er als Sportpädagoge. Das Besondere am "Zirkus-Sport" ist die Vielseitigkeit: "Anders als beispielweise beim Ballett ist die Ausbildung in einer Zirkusschule breit angelegt", meint de Vries. Und so haben die Kinder, etwa bis sie zwölf Jahre alt sind "Zeit zu entdecken, ob sie eher Akrobaten oder Jongleure sind. In der Zeit danach dürfen sie sich dann spezialisieren". Anderthalb Trainingsstunden bleiben der Gruppe der Neun- bis Zwölfjährigen jede Woche dafür. Am Anfang jeder Stunde können die Kinder an die Zirkusgeräte, auf die sie Lust haben. Ein großer Teil des Unterrichts besteht darin, dass sich der Nachwuchs in sogenannten "Zirkusecken" ausprobiert, in denen sie jeweils von einem Trainer angeleitet werden. Jedes Mal werden drei Disziplinen besonders geübt.



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