GEOlino Nr. 02/00 - Wie Ötzi in der Steinzeit lebte Seite 1 von 2

Text von Gabi Neuhäuser

Beruf: Maskenbildner

"Die Nase darf nicht zu groß werden, sonst sieht sie aus wie die von einem Hund." Mit einem feinen Pinsel zeichnet Stefanie Gredig die Umrisse eines Katzennäschens auf die Nasenspitze einer Tänzerin. Dann strichelt sie mit roter und gelber Fettschminke ein Fellmuster auf Stirn und Wangen der jungen Frau. Zum Schluss tupft sie schwarze Barthaare hinein.


Aber erst als Maskenbildnerin Stefanie Gredig ihrer "Katze" eine Perücke aus gefärbtem Büffelhaar und mit spitzen Ohren aufsetzt, blinzelt ihr aus dem Schminkspiegel "Sillabub" entgegen. Sillabub ist eine der 22 Katzen aus dem Musical "Cats", das im Theater am Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt wird.


Wichtig: die Frisur

Eigentlich könnten Maskenbildner auch "Haarbildner" heißen, denn Frisieren ist in diesem Beruf mindestens so wichtig wie Schminken. Ob Mähne oder Glatze, ob rotblond oder dunkelbraun, ob Schnurrbart, Vollbart oder gar kein Bart - wie ein Mensch wirkt, hängt nämlich entscheidend von seiner Haartracht ab.


Künstlerisch begabt: Die Darsteller des Musicals CATS müssen nicht nur gut singen und tanzen können. Sie sind auch ihre eigenen Maskenbildner und schminken sich selbst (Foto von: stageholding)
Foto vergrößern
Künstlerisch begabt: Die Darsteller des Musicals CATS müssen nicht nur gut singen und tanzen können. Sie sind auch ihre eigenen Maskenbildner und schminken sich selbst

Perücken, Masken und Nasen

Also müssen Maskenbildner Perücken und Bärte knüpfen oder historische Frisuren herstellen. Sie müssen aber auch Masken entwerfen und modellieren oder Gesichtsteile anfertigen - eine Pinocchio-Nase zum Beispiel, die auf keinen Fall abfallen darf.

Fantasie und Kreativität Doch damit nicht genug: Maskenbildner brauchen auch Ideen. Vor allem wer Spezial-Effekte in Szene setzen will, muss sich auf seine Fantasie statt auf Lehrbücher verlassen. Oder auf die Tipps der Kollegen hören - denn die verraten so manchen Trick. Etwa, wie sie in der Metzgerei Rindfleisch kauften, um damit klaffende Wunden zu modellieren. Oder wie sie mit schlichtem Spülmittel den Schaum vor dem Maul einer Leopardenmaske lebensecht hinkriegten.



Seite 1 von 2


Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap