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Zum Weltkindertag Das sind eure Kinderrechte

Kinderhände halten zusammen
© Shutterstock
Ob ihr tobt, schwimmt, bastelt, tanzt oder faulenzt: Ihr habt ein Recht auf Freizeit. Ebenso auf Bildung, auf Privatsphäre, auf den Zugang zu Medien. Diese und Dutzende andere Kinderrechte garantiert die UN-Kinderrechts-Konvention. Zum Weltkindertag am 20. September stellen wir euch hier die wichtigsten Kinderrechte vor und erklären, wie es um sie steht

Recht auf Gleichbehandlung

Ob groß oder klein, ob aus Afrika, Asien oder Europa, ob Mädchen oder Junge – alle Kinder haben das Recht, gleich behandelt zu werden. Und zwar mit Respekt. Leider gibt es dennoch große Unterschiede, besonders, wenn es ums Geld geht. 385 Millionen Kinder gelten als extrem arm. Jedes fünfte Kind lebt in einem Haushalt, der umgerechnet nur 1,70 Euro pro Person und Tag zur Verfügung hat.

Recht auf freie Meinungsäußerung

Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu sagen. Sie sollen zudem bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mitreden dürfen – etwa wenn es um ihre Gesundheit geht, um ihre Adoption, oder wenn nach der Scheidung der Eltern über das Sorgerechtentschieden wird.

Recht auf Spiel und Freizeit

Die einen müssen abtrocknen, die anderen den Müll rausbringen: Klar helfen Kinder im Haushalt – ihr sicher auch. Trotzdem bleibt für euch Zeit zum Spielen und Ausruhen, Freizeit eben. Doch 152 Millionen Kinder weltweit müssen schuften, um Geld für die Familie zu verdienen. Fast die Hälfte davon wiederum arbeitet zudem unter gefährlichen Bedingungen, etwa weil die Kinder beim Goldschürfen oder Müllsammeln mit giftigen Stoffen in Berührung kommen. Das Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass 168 Millionen Kinder zwischen fünf und 15 Jahren gezwungen werden zu arbeiten. Oft bleibt ihnen weder Freizeit noch die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.

Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Fast 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht – fast so viele, wie in ganz Deutschland leben. Kriege und Hunger vertreiben sie aus ihrer Heimat. Rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Am gefährlichsten leben die 100 000 Jungen und Mädchen, die allein unterwegs sind – ohne ihre Familie.

Recht auf Gesundheit

Jeden Tag sterben Kinder an Krankheiten, an denen sie nicht sterben müssten – weil es in ihrer Heimat an Medikamenten und Ärzten fehlt. In Südasien und in Afrika südlich der Sahara ist die Gefahr für Mädchen und Jungen am größten. In Uganda etwa sterben mit 61 Kindern pro 1000 Einwohner deutlich mehr junge Menschen als beispielsweise in Deutschland, wo vier Todesfälle auf 1000 Einwohner gezählt werden. Geschätzt 155 Millionen Kinder bekommen außerdem zu wenig zu essen. 2,1 Milliarden Menschen haben zu Hause keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, darunter viele Jungen und Mädchen – sie alle sind besonders in Gefahr, krank zu werden. Aber es gibt auch Zahlen, die Hoffnung machen: Allein 2017 wurden über 116 Millionen Kinder weltweit mit den drei wichtigsten Impfungen versorgt – gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

Recht auf Schutz vor Gewalt

Alle sieben Minuten stirbt ein Jugendlicher zwischen zehn und 19 Jahren gewaltsam. Rund die Hälfte aller Schulkinder der Welt leben in Ländern, in denen Prügelstrafen an Schulen noch erlaubt sind. Ob groß oder klein – keinem Menschen darf Gewalt angetan werden. Sich zu wehren ist für Kinder besonders schwierig. Deshalb haben sie ein Recht auf besonderen Schutz.

Recht auf Privatsphäre

Ein eigenes Zimmer? Davon können viele Kinder nur träumen. Besonders eng hausen die Menschen in den Städten Südasiens und in Afrika, südlich der Sahara. Dort muss sich jeder Dritte einen Raum mit drei oder mehr Menschen teilen.

Recht auf elterliche Fürsorge

2,2 Milliarden Kinder und Jugendliche gibt es auf der Welt – 150 Millionen Mädchen und Jungen davon fehlen ein oder gar beide Elternteile. Sie gelten als Waisen. Auch wenn sie keine Eltern haben, besitzen Kinder das Recht auf eine schützende Familie und ein sicheres Zuhause.

Recht auf Betreuung bei Behinderung

In armen Ländern, wo es ohnehin an vielem fehlt, leiden Menschen mit Behinderung besonders. Rollstühle, Krücken oder auch notwendige Medikamente fehlen, sodass die Betroffenen nur schwer am Leben teilhaben können. 

Recht auf Bildung

Noch nie besuchten weltweit so viele Kinder eine Schule wie heutzutage, nämlich neun von zehn Kindern. Dennoch: 264 Millionen Mädchen und Jungen zwischen sechs und 17 Jahren können gar nicht oder nur unregelmäßig lernen. Schuld daran sind vor allem fehlende Gesetze, Krisen, Kriege und Armut.

Recht auf Zugang zu Medien

Schnell mal einen Ort oder Namen googeln? Eine E-Mail verschicken? Nachrichten im Radio hören? Zeitschriften lesen? Für viele Kinder auf der Welt ist das nicht möglich. Entweder gibt es kein Internet oder kein Gerät, mit dem sie ins Netz gehen können. Oft mangelt es an Radio­geräten oder Strom. Doch der Zugang zu Medien birgt die Chance auf Bildung – gerade in Ländern, in denen Schulbücher knapp und Lehrer oft nur mittelmäßig ausgebildet sind. Deshalb versorgen Hilfsorganisationen wie UNICEF immer mehr Schulen mit internetfähigen Geräten wie Tabletcomputern


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