Schatzsuche per GPS

Ihr glaubt, eure Gemeinde in und auswendig zu kennen? Beim Geocaching lernt ihr mit Sicherheit noch neue Plätze und Wege kennen, denn bei diesem Hobby führt die Route querfeldein. Also zieht euch feste Schuhe an und findet Schätze!

Als Dave Ulmer am 3. Mai 2000 eine kleine Kiste mit Krimskrams in den Wäldern von Portland im US-Bundesstaat Oregon versteckte, ahnte er sicher nicht, dass diese Aktion einen weltweiten Trend auslösen würde. Er hatte das Geocaching erfunden.

Schatzsuche per GPS

Mit dem GPS-Empfänger und Hilfe der Satelliten könnt Ihr Eure Position bestimmen.

Voraussetzung für Ulmers Aktion war eine Entwicklung des amerikanischen Militärs zu Beginn der siebziger Jahre, die dann 30 Jahre später jedermann zur freien Verfügung stand. Mit dem Satelliten-Navigations-System GPS (Global Positioning System) konnten die Soldaten – egal, wo auf der Weltkugel sie sich gerade befanden - ihre Position bestimmen. Und zwar mit Hilfe eines GPS-Geräts und Satelliten, die auf festen Umlaufbahnen unseren Planeten umkreisen. Sie übertragen verschiedenste Informationen direkt zur Erde. Wenn ein GPS-Empfänger mit mindestens drei dieser Satelliten Kontakt aufnehmen kann, ist es möglich, bis auf wenige Meter genau die Koordinaten des Empfänger-Standortes zu bestimmen.

Als der amerikanische Präsident Bill Clinton das System im Jahr 2000 für die Allgemeinheit freigab, probierte Dave Ulmer das System sofort aus: Er platzierte eine Kiste in der Nähe seines Hauses und veröffentlichte die Koordinaten des Verstecks in einem Internet-Forum. Innerhalb weniger Stunden machte sich jemand mit einem GPS-Navigationssystem auf die Suche und fand den Schatz.

Keinen Monat später hatten Menschen weitere Verstecke in anderen Bundesstaaten der USA angelegt. Das neue Hobby "Geocaching" verbreitete sich blitzschnell über die ganze Welt. Über eine Million der sogenannten "Caches" sind heute im Internet registriert. Das sind die kleinen Behälter, die neben einem Stift und einem Logbuch auch immer eine Reihe an Tauschgegenständen enthalten, beispielsweise kleines Spielzeug oder Werbegeschenke.

Diejenigen, die einen Cache verstecken, werden „Owner“ genannt. Sie tragen die Koordinaten, wo der Schatz zu finden ist, wie Dave Ulmer vor 10 Jahren im Internet ein. Mit so vielen Geocaching-Fans rund um den Globus gibt es inzwischen natürlich spezielle Homepages für dieses Hobby.

So werdet ihr zu Geocachern

Wer auf Schatzsuche gehen möchte, benötigt dafür gutes Schuhwerk sowie ein GPS-Gerät, um die Koordinaten des eigenen Standpunktes zu bestimmen und das Versteck finden zu können. Im Gegensatz zu früher sind diese Geräte heute handlich klein und passen in jede Tasche. Auch viele Touristeninformationen verleihen die Geräte inzwischen an ihre Besucher.

Doch man braucht nicht zwingend ein extra Gerät. Viele neue Handys haben ein integriertes GPS. Außerdem lassen sich ebenfalls einige Auto-Navigationsgeräte zum Geocachen verwenden.

Beim Geocaching folgt ihr nicht alt bekannten Straßen, sondern bewegt euch entlang der Luftlinie zum Ziel. So lernt ihr die Landschaft aus anderen Blickwinkeln kennen. Per GPS lokalisiert ihr eure eigene Position und die des Caches. Das Gerät zeigt euch, in welche Richtung ihr gehen müsst, um auf dem direktesten Weg zum Versteck zu gelangen. In der Regel müsst ihr Umwege in Kauf nehmen, weil Hindernisse im Weg sind. Soweit das möglich ist, solltet ihr auf den Wegen bleiben. Denn Naturschutz gehört zu den Grundregeln des Geocachings.

Seid ihr an der Zielposition angekommen, müsst ihr euch gut umschauen, um das Versteck zu finden. Habt ihr den Cache gefunden, dann lasst euch überraschen, welche Gegenstände schon in den Kisten sind. Jeder Schatzsucher kann einen der Gegenstände gegen einen anderen austauschen und trägt seinen Namen und das Datum in das Logbuch ein. Anschließend muss der Cache natürlich wieder zurückgelegt werden, damit auch andere Geocacher denselben Spaß damit haben.

Den Fund solltet ihr zu Hause auf der Internetseite, auf der der Cache registriert ist, eintragen – oder "loggen", wie die Geocacher sagen. So wissen andere Teilnehmer, dass der Cache zu diesem Zeitpunkt noch intakt war. Unter Profis ist ein richtiger Wettlauf entbrannt, wer schon die meisten caches aufgestöbert hat. Ob euch auch bald das Geocaching-Fieber packt? Probiert es aus!

Schatzsuche per GPS

Handwerkszeug eines Geocachers: Karte und GPS-Empfänger.

Erzählt uns von euren Erlebnissen

Ihr habt das Geocaching einmal ausprobiert, nachdem ihr den Artikel gelesen habt? Oder seid ihr vielleicht schon alte Hasen des Outdoor-Trends?

Dann berichtet uns von euren besten Geocaching-Erlebnissen! Hattet ihr Schwierigkeiten, den cache zu finden? Was war in der Box? Oder habt ihr vielleicht selbst schon einmal ein Versteck eingerichtet und veröffentlicht?

Schreibt an redaktion-online@geolino.de und lest bald euren Geocaching-Bericht auf unserer Homepage.

Links:

Die größte deutsche Geocaching-Seite, auf der die Koordinaten von Caches im gesamten Land veröffentlicht sind, ist www.geocaching.de.

Von Geocaching.de und dem Geocacher Thomas Rehwald gibt es außerdem eine Reihe an Vorschlägen für Caches, die speziell für Kinder geeignet sind.

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