In Saus und Braus Diese Zehnjährige traut sich mit Wasserskiern auf die Elbe

Francine mag es schnell! Wenn das Wetter mitspielt und die Gezeiten auch, fährt die Zehnjährige auf ihren Wasserskiern über einen Nebenarm der Elbe. Tempo 30? Kein Problem für Francine
Wasserski

Der Neoprenanzug schützt Francine vor dem nur 16 Grad Celsius kalten Wasser, die Schwimmweste ist Pflicht

Einen festen Trainingsplan, den hat Francine nicht. Wind und Wetter, Ebbe und Flut bestimmen, wann die Zehnjährige ihre Bretter aus dem Vereins-Hausboot holt. „Ich kann nur unregelmäßig trainieren, weil manchmal zum Beispiel gerade Hochwasser ist, wenn ich in der Schule bin, oder erst spätabends, wenn es längst dunkel ist“, erklärt Francine. Tropfnass steht sie an der Dove-Elbe, einem Nebenarm der Elbe im Südosten Hamburgs, der noch nahe genug an der Nordsee liegt, dass hier Ebbe und Flut zu spüren sind.

Die erste Runde Wasserski hat sie schon hinter sich. An diesem sonnigen Freitagnachmittag passt der Wasserstand: Drei Stunden vor Hochwasser und drei danach bleiben Francine für einen Ritt über die Wellen. Einmal noch zupft sie sich die Schwimmweste zurecht, dann schlüpft sie in die Gummimanschetten der Skier. Vorsichtig tastet sie sich darauf bis zur Kante des Stegs vor und lässt sich ins Wasser plumpsen – bereit für den Tiefwasserstart.

Francine streckt die Arme aus und lehnt ihren Körper nach hinten. Die Spitzen der Skier ragen aus dem Wasser, die Hantel des Zugseils, das ihr Vater Francine vom Boot aus zugeworfen hat, hält sie fest in beiden Händen. „Okay, Francine?“, ruft ihre Mutter Isabelle vom Steuer des Motorboots nach hinten. „Okay!“, ruft Francine zurück. Langsam gibt die Mutter Gas. Der Motor röhrt, das Zugseil spannt sich und zieht das Mädchen aus dem Wasser. Schnell nimmt Francine Fahrt auf, lässt sich eine Weile treiben und gleitet dann scheinbar mühelos nach rechts und links über das aufgewühlte Wasser.

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Gute Fahrt: Das Boot beschleunigt Francine auf fast 30 Kilometer pro Stunde. Der Motor hat 310 PS – so viel wie ein Sportwagen

Erst seit knapp 100 Jahren schnallen sich die Menschen Bretter unter die Füße, um über Seen, Flüsse oder das Meer zu sausen. Doch in Francines Familie ist Wasserski schon ein Traditionssport: Bereits ihr Opa zischte über die Elbe. Er gründete den Wasserskiclub Hamburg, in dem Francine trainiert, genau wie ihre Eltern.

Runde um Runde brausen sie nun schon über die Dove-Elbe, das Boot hat auf fast 30 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Francine grinst, winkt, wischt sich die Wasserspritzer aus dem Gesicht und wird nicht müde. Ihre Mutter staunt: „Nach so vielen Runden rufen sonst schon die Erwachsenen, dass sie eine Pause brauchen.“

Für den Sport ist nun mal jede Menge Kraft in Rücken, Armen und Beinen nötig. Francine aber ist so gut, dass sie sogar bei der Wasserski- how zum Hamburger Hafengeburtstag die Pyramide fahren darf. Dabei klettert sie vor Tausenden Zuschauern auf die Schultern ihres Vaters und Onkels, die auf ihren Wasserskiern nebeneinander über die rauen Wellen der Elbe brettern. „Das ist aufregend und toll. Schließlich sind früher schon mein Opa und meine Mama die Pyramide gefahren“, erzählt Francine, als sie schließlich doch aus dem Wasser klettert. „Und jetzt eben ich!“

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Voller Einsatz: Für den perfekten Schnappschuss wagte sich Geolino-Reporter Michael sogar ins kalte Wasser. Bernadette achtete dagegen darauf, dass ihr Notizblock trocken blieb

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