Karneval Faire Kamelle - ein gutes Gefühl

Wer im Karneval Schokoladen und Fruchtgummis aus fairem Handel wirft, hilft damit vielen Menschen in den Entwicklungsländern

Sie gehören zum Karneval wie das Kostüm: die "Kamelle". Wenn am Rosenmontag wieder süße Leckereien wie Bonbons oder Schokoriegel von den Festwagen regnen, schlagen die Kinderherzen höher. Wer am lautesten "Kamelle!" ruft, kann am Ende mit prall gefüllten Beuteln voller Naschwerk nach Hause gehen.

300 Tonnen Süßigkeiten haben die Karnevalsvereine allein im Kölner Rosenmontagszug 2011 unter das Volk geworfen - so viel wie 25 große Lastwagenladungen! Der Kölner Verein "Jecke Fairsuchung" will erreichen, dass mehr Kamelle fair gehandelt sind. Also "Schokoladentafeln, Sesamriegel oder Fruchtgummis, deren Zutaten aus gerechtem Handel stammen", erklärt Vorstandsmitglied Ulrike Thönniges.

Faire Kamelle - ein gutes Gefühl

Die Zutaten der Kamelle haben einen weiten Weg um den Erdball, bis sie in Kinderhänden landen

90 Prozent der Rohstoffe kommen aus Entwicklungsländern

Ist denn etwas falsch an den normalen Kamelle? "Viele Menschen wissen nicht, dass 90 Prozent - also der größte Teil - der eingesetzten Rohstoffe in Süßwaren aus den so genannten Entwicklungsländern kommen“, sagt Thönniges. Das Gute am gerechten Handel ist, dass er die Lebensgrundlage vieler Kleinbauern in diesen ärmeren Teilen der Welt sichern kann.

Dort bauen die Menschen Kakao für Schokolade oder Früchte für Fruchtgummis an und erhalten einen fairen Lohn. Und sie bekommen langfristige Lieferverträge - auch wenn sich die Preise am großen Weltmarkt ändern sollten. Wer solche Kamelle wirft, hilft also Erwachsenen und Kindern in anderen Teilen der Welt.

Der Kölner Karnevalsverein "Jan van Werth" findet das eine gute Idee. Seine Mitglieder werfen in diesem Jahr Tütchen mit Fruchtgummi-Affen. Sie sind orangefarben, schmecken fruchtig-lecker und unterscheiden sich von den bekannten Gummibärchen nicht nur in der Form: Sie werden aus Mangos hergestellt, die von philippinischen Kleinbauern angebaut werden. "Im fairen Handel bekommen die Mango-Bauern 30 Prozent mehr Geld gegenüber dem Weltmarktpreis", erklärt Ulrike Thönniges. Damit haben die Bauernfamilien mehr zum Leben.

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Fair Trade: "E jot Jeföhl"

Mit dem Verkauf einer Mangobaum-Ernte kann eine Familie den Schulbesuch von zwei Kindern für ein ganzes Jahr bezahlen. Ein weiterer Vorteil des fairen Handels: Ein Teil des Verkaufspreises geht an soziale Projekte vor Ort. Im Falle der Mango-Fruchtgummiaffen wird damit Kindern geholfen, denen Gewalt angetan wurde. Wir können also hier bei uns etwas gegen die Armut tun, unter der viele Mango-Bauern auf den Philippinen leiden.

Je mehr fair gehandelte Süßigkeiten in den Beuteln landen, desto bekannter werden die Produkte. Und umso besser geht es den Menschen in den Entwicklungsländern. Bisher folgen nur wenige Karnevalsvereine dem guten Beispiel.

Trotzdem ist Ulrike Thönninges zuversichtlich. Zehn Prozent der Kamelle sollen bald fair gehandelt sein, hat sich die "Jecke Fairsuchung" vorgenommen. Denn wenn man weiß, dass es dadurch Menschen am anderen Ende der Welt besser geht, macht die Kamelle-Jagd doppelt Spaß. Die Kölner sagen dazu: "e jot Jeföhl" - ein gutes Gefühl!

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