Einkaufen 10 Tipps zum nachhaltigen Einkaufen

Natürlich wisst ihr, wie man einkauft. Aber wisst ihr auch, wie man natürlich einkauft? Umweltschutz findet auch im Supermarkt statt: Wann wir welches Obst und Gemüse kaufen, für welches Fleisch wir uns entscheiden und ob wir Dosen, Einweg oder Mehrwegflaschen mitnehmen - all das hat Einfluss auf die Natur und uns Menschen
In diesem Artikel
1. Liste machen
Beim Einkaufen - Kennzeichnung
3. Fleisch
Beim Einkaufen
6. Weniger, dafür besseres Fleisch kaufen
Nach dem Einkaufen
9. Mindesthaltbarkeitsdatum

Vor dem Einkaufen

1. Liste machen

Kennt ihr das? Ihr geht hungrig einkaufen und kommt mit viel mehr Lebensmitteln nach Hause, als ihr tatsächlich braucht?

Schlauer ist: Macht euch vor dem Einkauf eine Liste, was ihr kaufen möchtet. Was sagt der Kühlschrank, wie sieht's im Vorratsschrank aus, was wollt ihr zubereiten? So behaltet ihr den Überblick und müsst am Ende keine Lebensmittel wegwerfen, weil ihr zu viel eingekauft habt.

2. Tasche mitnehmen

Am besten nehmt ihr zum Einkaufen eine Tasche von zu Hause mit, zum Beispiel einen festen Stoffbeutel, den ihr immer wieder verwenden könnt. Denn die Herstellung von Taschen und Tüten kostet viel Energie. Papiertüten benötigen mehr Energie als Plastiktüten, dafür brauchen Plastiktüten Jahrhunderte, um zu verrotten. Und sie enthalten Substanzen, sogenannte Weichmacher, die nicht gut für uns und die Natur sind. Also schnappt euch den Stoffbeutel oder Rucksack, und los geht's!

10 Tipps zum nachhaltigen Einkaufen

Beim Einkaufen - Kennzeichnung

3. Fleisch

Weintrauben oder Bio-Weintrauben? Das kann man vom bloßen Anschauen kaum erkennen. Dafür gibt es viele Siegel und Zeichen für Lebensmittel, etwa das BIO-Siegel der EU oder das Fairtrade-Zeichen für Produkte aus fairem Handel. Sie zeigen an, unter welchen Bedingungen Lebensmittel angebaut oder Tiere gehalten wurden. Es gibt auch Zeichen, die nur die Qualität anzeigen, also nichts mit der Haltung der Tiere oder den Anbaubedingungen zu tun haben.

Hier könnt ihr euch über die Bedeutung der einzelnen Zeichen informieren: www.label-online.de

4. Fisch

Auch für Fisch gibt es Siegel. Schaut immer, ob der Fisch, den ihr kauft, aus nachhaltiger Fischerei stammt, um die Überfischung der Meere in Grenzen zu halten. Auch gibt es Arten, die ihr besser nicht kaufen solltet, weil ihre Bestände gefährdet sind.

Hier könnt ihr euch weiter informieren:

www.wwf.de

www.lebensmittelklarheit.de

www.greenpeace.de

5. Stempel auf Eiern

217 Eier essen die Deutschen durchschnittlich pro Person und Jahr! Da lohnt es sich zu wissen, woher die Eier kommen. So könnt ihr es erkennen:

Auf jedem Ei findet ihr einen Stempel, der etwa so aussieht:

2-NL-1234567

Die erste Zahl zeigt an, wie die Hühner gehalten wurden:

0 = Bio-Haltung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Käfighaltung

Danach kommt der Ländercode. NL steht für Niederlande, DE für Deutschland, AT ist Österreich.

Die lange Zahl am Ende ist die Nummer des Stalls, in dem das Ei gelegt wurde. Das ist für uns nicht so wichtig.

Bei der Käfighaltung ist das Huhn sein Leben lang in einem kleinen Käfig und kann sich kaum bewegen. Besser ihr kauft keine Eier mit der Nummer 3.

Bei Bodenhaltung leben die Hühner in einem geschlossenen Stall. Dort dürfen sie sich frei bewegen.

Bei der Freilandhaltung hat jede Henne zusätzlich zum Stall einen Auslauf im Freien von mindestens vier Quadratmetern.

In den Ställen der Bio-Haltung müssen die Hennen Frischluft und Tageslicht bekommen können. Auch hier haben sie Platz, um draußen zu scharren.

Beim Einkaufen

6. Weniger, dafür besseres Fleisch kaufen

Die Deutschen essen im Durchschnitt 1,2 kg Fleisch pro Woche. Zum Vergleich: In Sri Lanka sind es weniger als 100 g. Ein hoher Fleischkonsum belastet die Umwelt: Ein Tier aufwachsen zu lassen, ist sehr aufwändig und braucht viel Energie und Wasser. Für ein Kilo Möhren benötigt man 131 Liter Wasser, für ein Kilo Rindfleisch ungefähr 15.455 Liter Wasser - als Trinkwasser für die Tiere, zum Bewässern der Futterpflanzen und für das Reinigen der Ställe. Was kannst du machen? Zum einen weniger Fleisch essen und genau lesen, was auf den Verpackungen steht. Oft findet ihr Hinweise zur Haltung oder Fütterung. Noch besser ist es, wenn du sogar weißt, wo das Fleisch herkommt.

7. Saisonal und regional einkaufen

Erdbeeren sind im Juni und Juli reif. Apfelsaison ist im Herbst. Trotzdem können wir das ganze Jahr über alle Früchte im Supermarkt kaufen. Das liegt daran, dass sie meistens aus weit entfernten Ländern importiert werden, oft mit dem Flugzeug. Und das verbraucht wieder eine Menge Energie und schadet der Umwelt.

Dabei gibt es bei uns zu jeder Jahreszeit leckere Lebensmittel, die aus der Nähe kommen. Also: Wenn ihr saisonal einkauft, helft ihr der Umwelt und lernt, welche Lebensmittel wann reif sind.

Euer Wissen über saisonale Lebensmittel könnt ihr auch in unserem Saisonkalender-MEMOlino testen. Viel Spaß!

8. Getränke

Getränke könnt ihr in Einweg- und Mehrwegflaschen kaufen. Letztere sind immer die bessere Wahl. Denn sie werden – einmal ausgetrunken - gewaschen und neu befüllt und kehren immer wieder in den Supermarkt zurück. Mehrweg-PET-Flaschen sind am energiesparendsten. Sie sind leichter als Glasflaschen, dadurch wird auf den Transportwegen weniger Treibstoff benötigt und weniger klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft gepustet.

Und denkt dran: Plastik oder Glas kann nur recycelt werden, wenn es richtig getrennt wird.

Nach dem Einkaufen

9. Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zeigt den mindesten Zeitpunkt an, bis zu dem die Lebensmittel sich nicht verändert haben dürfen. Das heißt: Geschmack, Geruch, Farbe müssen bis dahin gleich bleiben. Dieser Zeitpunkt wird im Labor ermittelt. Danach sind die Lebensmittel aber nicht automatisch schlecht. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, schaut ihr das Lebensmittel am besten gut an und riecht daran. Ist alles in Ordnung, könnt ihr es getrost noch essen oder trinken.

10. Lagerung im Kühlschrank

Eure frisch gekauften Lebensmittel mögen unterschiedliche Temperaturen. Im Kühlschrank gibt es dafür verschiedene Kühlzonen. Grob gilt: Wärme steigt nach oben, deshalb ist es oben wärmer als unten.

Nach unten kommen die leicht verderblichen Sachen wie Fleisch, Wurst, Fisch. In die Mitte legt ihr Joghurt, Milch und Käse. Oben kann zum Beispiel geräucherte Wurst lagern. Hier fühlen sich aber auch der Käse und die Butter wohl. Ganz unten sind oft Schubladen, die Gemüsefächer – hier sind Gemüse und Obst gut aufgehoben.

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