Auf dem Hof der Papierfabrik stapeln sich die Rohstoffe für die Produktion: leicht graues Recycling-Papier, meist aus alten Akten, und frischer, heller Zellstoff - Holzfasern, die stundenlang weich gekocht wurden. Mit dem Gabelstapler fährt ein Mitarbeiter den Rohstoff in die Fabrik und wuchtet ihn auf ein Transportband

Von diesem plumpsen die Stapel in einen großen Bottich mit warmem Wasser, in dem sie sich auflösen. Der dabei entstehende "Blätter-Teig", die Pulpe, sieht zunächst aus wie Haferschleim, wird aber immer weiter verdünnt - bis er zu exakt 99,7 Prozent aus Wasser und einem winzigen Teil Papierfasern besteht

Unter Volldampf: Düsen spritzen das Faser-Wasser-Gemisch auf Siebbahnen aus Kunststoff. So entsteht eine triefnasse Papierbahn. Einen Teil des überschüssigen Wassers quetscht ein Presszylinder aus dieser heraus. Anschließend wird das Papier "gebügelt" und "geföhnt": Mit 100 Kilometer pro Stunde läuft es an einer heißen Edelstahltrommel entlang. Gleichzeitig pustet eine Trockenhaube von oben rund 300 Grad Celsius heiße Luft darauf

Der ganze Prozess wird im Kontrollraum nebenan überwacht

Aus eins mach zwei! Ein Mitarbeiter entfernt die leicht zerknautschten ersten Meter der Papierbahn. Die Reste fallen direkt in einen Fluss aus Papierbrei, der zurück zur Papiermaschine strömt.

Anschließend laufen zwei Einzelbahnen zu einer doppellagigen zusammen, der sogenannten Mutterrolle

Mit dem Gabelstapler transportiert ein Mitarbeiter eine rund 1500 Kilogramm schwere Mutterrolle aus dem Lager in die Verarbeitungshalle

Dort vereint eine Maschine diese mit weiteren Lagen. Anschließend bedruckt sie das Papier und prägt ein Muster auf. Das sieht schick aus und verbessert den "Räumeffekt", also die Wischleistung am Po. Auch die Reißlinie für die Blätter wird nun eingestanzt

Schief gewickelt? Ist die über- lange Klorolle nur an den Seiten, nachdem eine Maschine das fertige Papier auf eine Papphülse gespult und das Endblatt verleimt hat. Rasierklingenscharfe Messer schneiden die Randstücke deshalb ab. Gleichzeitig teilen sie die Riesen-Rolle in viele kleine, handliche Röllchen

Über Förderbänder sausen diese anschließend zur Verpackungsanlage

Eingetütet: Zwei, vier, acht oder noch mehr Rollen schiebt die Verpackungsmaschine in einen Plastikbeutel und verschweißt dessen Ende. Fließbänder transportieren die Pakete schließlich weiter Richtung Lager

So entstehen im Werk in Düsseldorf rund eine Million Rollen pro Tag. Die meisten davon landen in deutschen Supermärkten und Drogerien. Der Rest reist weiter, etwa nach Dänemark oder in die Niederlande

Rollentausch: Ausnahmsweise stehen die GEOlino-Reporter Simone Müller und Michael Koch auch einmal vor der Kamera

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