Beruf Spieleautor

Carmen Kleinert hat auf einen der besten Spiele-Experten gehört, den es gibt: ihre Tochter. Für sie und mit ihr entwickelte Kleinert die Idee zu einem Würfelspiel, das nun zum "Kinderspiel des Jahres 2011" gewählt wurde: "Da ist der Wurm drin"

Unten: der Erdboden, samt Furchen. Oben: ein grünes Gartenbeet. Und dazwischen: ist der Wurm drin! Es gilt die bunten Würmer so schnell wie möglich durch diese beiden Spielplatten hindurch zu schieben – so die Spielidee von "Da ist der Wurm drin", dem "Kinderspiel des Jahres 2011". Wie das Spiel genau funktioniert, seht ihr in einem Video unten auf der Seite.

Was jetzt die Erde und die Würmer sind, waren vor drei Jahren noch ein Fluss und Brücken. Statt Teile von Würmern mussten im ersten Entwurf von Carmen Kleinerts Spiel Brückenteile verschoben werden, um Spielfiguren bewegen zu können. Schon für dieses "unveröffentlichte Spiel" erhielt Kleinert 2008 den deutschen Lernspielpreis.

Eigentlich arbeitet Carmen Kleinert in einem Fitnessstudio. Warum sie zur erfolgreichen Hobby-Spieleautorin wurde, erklärt sie so: "Wir spielen sehr, sehr viel und regelmäßig Gesellschaftsspiele", erzählt die 38-Jährige und fügt hinzu "Außerdem zeichne und bastele ich sehr gerne". Doch mit ihren Basteleien, wie zum Beispiel Krippen, konnte ihre Tochter nichts anfangen.

Spieleautor
Da ist der Wurm drin
Ein Spiel musste her! Und so begann Kleinerts Bastelei an einem eigenen Gesellschaftsspiel. Bei der Entwicklung hatte sie den schärfsten "Kritiker" direkt an ihrer Seite: ihre Tochter Rebecca. Die damals Vierjährige hatte damals das Alter, für das, das Spiel heute ausgelegt ist.

Vom der selbstgebasteltem Prototypen zum "Kinderspiel des Jahres 2011"

Rebeccas Urteil ist es unter anderem zu verdanken, dass die Spielfiguren eine "Persönlichkeit" haben. Kleinert tauscht anfangs anonymen Holzkegelfiguren durch individuell gestalte Figuren. „So ist das Ganze weniger abstrakt. Mit denen identifizieren sich Kinder viel mehr", so Kleinert. Doch eine Prinzessin oder einen Gärtner kann man nicht mal eben kaufen. In drei Wochen intensiver Handarbeit, gestaltete Kleinert den Prototypen ihres Spiels. "Immer, wenn die Kleine geschlafen hat, ging es in den Keller". Später wurde das Spiel dann auf die Probe gestellt: Rebeccas Begeisterung waren ein gutes Vorzeichen für eine tolle Spielidee. Die Verleihung des deutschen Lernspielpreis bestätigte das erste Lob.

Durch diese Auszeichnung wurde ein Verlag auf die Hobby- Spieleautorin aufmerksam.

Zusammen mit der Illustratorin Heidemarie Rüttinger entwickelte man Kleinerts Spielidee weiter. "Die Optik hat sich geändert", meint Carmen Kleinert. "Protagonisten" in und unter dem farbenfrohen Gartenbeet sind nun Würmer. Geblieben sind die Grundidee, Teile zu verschieben und die Charakter der Spielfiguren. Und gerade die sind entscheidend für den Spielspaß, auch für ältere Kinder. Das kann Carmen Kleinert täglich sehen. "Seit drei Monaten spielen sie in Rebeccas Klasse jeden Morgen mit den Würmern", freut sich die 38-jährige Mutter.

Seit Mai 2011 kann man das Gesellschaftsspiel kaufen und im Juli wurde es zum "Kinderspiel des Jahres 2011" gekürt. Der "spannende Wettlauf", des Würfelspiels, so das Urteil der Jury, eignet sich "durch einfache Regeln und den außergewöhnlichen, wunderbar gestalteten Spielplan besonders für jüngere Kinder". Und die nächste Spieleidee ist schon in Vorbereitung. Carmen Kleinert gibt sich geheimnisvoll: "Es wird um Dynamik gehen".

Zur Auszeichnung "Kinderspiel des Jahres"

Aus mehr als 100 Kinderspielen (Alter zwischen vier und acht Jahren) wählte die Jury drei besonders herausragende. Neben "Da ist der Wurm drin" waren das in diesem Jahr "Die kleinen Zauberlehrlinge" und "Monster-Falle".

In den Regalen der Spielzeugläden und Abteilungen von Kaufhäusern türmen sich unzählige Spiele. Sich für eins zu entscheiden, ist da nicht ganz einfach. Mit der Auszeichnung des "Kinderspiel des Jahres" (dessen Logo auf das prämierte Spiel gedruckt wird) sowie den Spielempfehlungen, die die Jury zusätzlich gibt, soll euch bei der Wahl geholfen werden!

Bei der Nominierung kommt es der Jury darauf an, wie innovativ und originell eine Spielidee ist. Außerdem sollte der Spielreiz hoch sein. Wichtig sind weiterhin verständliche Regeln sowie eine stabile, kindgerechte Gestaltung des Spielmaterials.

Wenn ihr Gesellschaftsspiele mögt und gern neue Spiele ausprobiert, dann findet ihr hier

weitere Spielempfehlungen, die der Verein "Spiel des Jahres" zusammengestellt hat.

 

Oder schaut doch in unserer

Spieleecke vorbei! Ob Computer-, Konsolen- oder Brettspiele - welches Spiel fesselt euch im Moment? Oder befindet ihr euch gerade mitten im Spiel und kommt nicht weiter? Vielleicht weiß ja jemand anders Rat!

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