GEOlino.de - So entsteht ein Trickfilm Seite 2 von 3

Trotz Computer hat der Bleistift noch lange nicht ausgedient! (Foto von: Stefanie Wilhelm)
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Trotz Computer hat der Bleistift noch lange nicht ausgedient!

Eine gute Geschichte

Bevor ein Zeichentrickfilm entsteht, braucht man natürlich zu allererst einmal eine gute Idee für die Geschichte. "Was würde eigentlich ein Pinguin vom Südpol machen, wenn er auf einmal in ein kleines Städtchen käme?" fragte sich Eckart Fingberg eines Tages, und die Idee zu der Zeichentrickserie "Jasper der Pinguin" war geboren. Aus einer Idee ein gutes Konzept für eine Trickfilmserie zu machen, bedeutet noch einmal einen ganzen Haufen Arbeit.


Eckhart wollte, dass jede Folge nach dem gleichen Prinzip aufgebaut ist. Jaspers Abenteuer beginnt immer mit den Pinguinen am Südpol, die per Flaschenpost einen Brief von Jasper erhalten. Mit in der Flasche ist auch immer ein Gegenstand, über den Jasper sich in der Welt der Menschen besonders gewundert hat: zum Beispiel eine Zeitung. Dann wird gezeigt, was Jasper mit der Zeitung erlebt hat. Zum Schluss geht es zurück zum Südpol, wo die Pinguine versuchen, Jaspers Erfahrungen anzuwenden. Jasper wird nämlich für sie zum Trendsetter.


Das Storyboard

Steht das Konzept, wird für jede einzelne Folge ein Drehbuch geschrieben. Und dann geht es zum ersten Mal ans Zeichnen. Auf Grundlage des Drehbuches erstellen die Filmemacher ein Storyboard. Das sieht so ähnlich aus wie ein Comic. Jede Szene aus dem Drehbuch wird im Storyboard mit skizzenhaften Zeichnungen bildlich dargestellt. Gleichzeitig muss nun das Aussehen von allen Charakteren, Hintergründen und Gegenständen, die im Film vorkommen, genau festgelegt werden.


Trickreiche Textur: Seht ihr die Linien und Muster in den Bäumen und auf dem Gebäude? (Foto von: Toons'N'Tales)
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Trickreiche Textur: Seht ihr die Linien und Muster in den Bäumen und auf dem Gebäude?

Für "Jasper der Pinguin" haben sich die Trickfilmmacher einen besonderen Stil überlegt. Jaspers Welt sollte nicht geschniegelt und gebügelt aussehen, sondern eher ein bisschen "schabbelig". Deshalb sind die Perspektiven der Häuser nicht exakt, sondern mit Absicht etwas verzogen gezeichnet. Für die verschiedenen Hintergründe haben Eckart und sein Team von der Landkarte bis zur Tapete alles auf den Scanner gelegt, was ein besonderes Muster hat. So konnten sie den Flächen in der Serie eine besondere Textur verleihen. Wenn ihr euch die Bäume, Häuser und Eisberge genau anschaut, könnt ihr die Linien der Landkarten oder das Muster der Tapete dort erkennen!


Das Storyboard als Film

Als nächstes kommt zum ersten Mal Bewegung ins Spiel. Die einzelnen Skizzen des Storyboards werden einfach hintereinander weg in einem Film gezeigt. Das sieht alles noch sehr statisch und ruckelig aus. Dieser Film wird unter Fachleuten "Animatic" oder "Leica" genannt. Sind die Sprecher der Figuren im Tonstudio aufgenommen, werden die fertigen Dialoge unter die Animatic gelegt. So bekommt man schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie lang die einzelnen Szenen sein müssen.



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