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Auf den Spuren der Wildkatze

Kaum hörbar schleicht sie durch den Wald: die Wildkatze. Zwischen all den Bäumen und Sträuchern kann man sie kaum sehen. Lukt sie doch einmal aus ihrem Versteck hervor, hält man sie schnell für eine ausgebüchste Hauskatze


Die Wildkatze sieht unserer Hauskatze sehr ähnlich. Doch sie ist eine ganz eigene Art, die es schon sehr lange gibt (Foto von: BUND Landesverband Niedersachsen/Thomas Stephan)
© BUND Landesverband Niedersachsen/Thomas Stephan
Die Wildkatze sieht unserer Hauskatze sehr ähnlich. Doch sie ist eine ganz eigene Art, die es schon sehr lange gibt

Haus- oder Wildkatze?

Was unterscheidet eine Wildkatze von einer normalen Hauskatze? Und wie leben die wilden Verwandten eigentlich? Auf den ersten Blick sehen beide Arten einander sehr ähnlich. Kein Wunder, denn sie sind verwandt. Schaut man aber genauer hin, so erkennt man, dass Wildkatzen etwas größer und kräftiger sind. Außerdem haben sie lange Krallen und ein kräftiges Raubtiergebiss.

Da Wildkatzen ausschließlich im Freien leben, müssen sie sich gut gegen die Kälte schützen. Deswegen ist ihr Fell deutlich dicker als das einer Hauskatze. Ein besonderes Merkmal der Wildkatze ist ihr buschiger Schwanz. Dieser hat kein spitzes, sondern ein rundes schwarzes Ende. Der Rest des Fells ist hellbraun und mit dünnen dunklen Streifen versehen. Diese Färbung ist wichtig, damit die Katze in ihrer Umgebung gut getarnt ist und etwa bei der Jagd zwischen Ästen, Büschen und Bäumen nicht so schnell von ihrer Beute entdeckt wird.


Scheue Mäusejägerin

Wildkatzen bewegen sich als Einzelgänger in Waldgebieten. Deshalb werden sie oft auch "Waldkatzen" genannt. Baum- und Felshöhlen, Gebüsch und Geäst gehören zu ihrem Lebensraum und dienen ihnen als Versteck. Denn die wilden Katzen sind sehr scheu. Selbst Tiere, die bei Menschen - zum Beispiel in Tierparks - aufwachsen, lassen sich nicht zähmen. Auch in ihrer natürlichen Umgebung sind die Wildkatzen immer auf der Hut. Das kommt ihnen bei der Jagd sehr zugute: Sie pirschen sich leise und unbemerkt an die Beute heran und fassen sie durch einen Überraschungsangriff. Meist jagen sie nachts und schlafen am Tag. Die Hauptnahrung der Katzen sind Mäuse. Nur gelegentlich greifen sie auch andere kleinere Tiere wie Vögel oder Kaninchen an. Durch ihren sehr guten Geruchssinn - der noch besser ist als der eines Hundes - können sie ihre Beute früh aufspüren und auch Gefahren schnell erkennen.

Zwischen März und September bekommen die Wildkatzen zwei bis vier Junge. Die meisten werden im April geboren und dann von ihren Müttern zum Beispiel in Baumstümpfen versteckt und aufgezogen. Unter normalen Lebensbedingungen kann eine Wildkatze zwischen sieben und zehn Jahre alt werden.



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