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Ein Fest für die Elbe

Mit insgesamt 30 Chören war Rolf Zuckowski im Sommer 2010 entlang der Elbe unterwegs. Mit 18 Konzerten zwischen dem tschechischen Litomerice und dem deutschen Magdeburg feierten sie den Fluss, das gemeinsame Singen und die offenen Grenzen des vereinten Europas


Rolf Zuckowski mit der tschechischen Sängerin Magdalena Reifova und den Elbkindern in Melník. (Foto von: Jiri Cermák)
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Rolf Zuckowski mit der tschechischen Sängerin Magdalena Reifova und den Elbkindern in Melník.

Wer kennt sie nicht, Lieder wie "Die Vogelhochzeit" oder "Wie schön, dass du geboren bist". Kaum ein Kind wächst ohne die Songs von Rolf Zuckowski auf, der vor einigen Jahren ein ganz besonderes Projekt für ältere Kinder durchführt: die Elbtour 2010. Dabei drehte sich alles um den Fluss Elbe, der sich über 1090 Kilometer von Tschechien nach Deutschland bis zur Nordsee schlängelt. Und es ging natürlich um Musik.


Der Sänger ist stolzer Hamburger, Sohn eines Seemanns und wohnt selbst direkt an der Elbe. "Das gehört zum Hamburger Lebensgefühl dazu, dass man immer die Elbe hinab zum Meer schaut, wo die große weite Welt beginnt", sagt er. "Als 1989 die Grenzen geöffnet wurden, habe ich mich plötzlich gefragt, wo dieser Fluss eigentlich herkommt. Und ich habe beschlossen, die Elbe zusammen mit Kindern zu entdecken. Denn mit ihnen habe ich sehr viele Dinge sehr viel gründlicher kennengelernt als es Erwachsene normalerweise können. Kinder sind näher dran an den kleinen Dingen, sie können noch staunen und sich wundern, und vor allem sind sie erlebnishungrig und immer in Bewegung."


Zu Beginn der Elbtour 2010 besuchte Rolf Zuckowski die Quelle der Elbe im Riesengebirge. (Foto von: Musik für dich OHG)
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Zu Beginn der Elbtour 2010 besuchte Rolf Zuckowski die Quelle der Elbe im Riesengebirge.

So kam im Jahr 2000 die erste Elbtour zustande, die den Sänger von Hamburg die Elbe hinauf bis nach Tschechien führte. Auf der Reise ergaben sich viele Freundschaften mit Chören und Folklore-Gruppen, die auch beim zehnjährigen Jubiläum der Tour wieder dabei waren. Angefangen an der Elbquelle im Riesengebirge, die sich Rolf Zuckowski im Mai 2010 zu Beginn der Tour anschaute, bewältigt er die Tour dann in umgekehrter Richtung, nämlich die Elbe hinab. Mit dabei hatte er insgesamt 30 Kinder- und Jugendchöre aus Deutschland und Tschechien sowie die Sängerin Magdalena Reifova, die in Tschechien bei Kindern ähnlich bekannt ist wie Rolf Zuckowski in Deutschland.


"Am schönsten klingt es, wenn wir in beiden Sprachen gleichzeitig singen"


"So go and spread the news from east to west: Europe's coming and you are its very best" (Children of Europe, Musik und Text: Rolf Zuckowski, Musik für dich OHG) (Foto von: Andreas Krüger)
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"So go and spread the news from east to west: Europe's coming and you are its very best" (Children of Europe, Musik und Text: Rolf Zuckowski, Musik für dich OHG)

Die über 1000 Kinder, die Rolf Zuckowski auf der Elbtour 2010 begleiteten, waren zwischen 8 und 16 Jahre alt. "Das ist ein Alter, in dem die Kinder auf der Bühne schon eine gewisse Kraft rüberbringen. Und sie verstehen sich quer durch die Altersgruppen auch sehr gut, durch das Singen entstehen tolle Gemeinschaften", erzählt Rolf Zuckowski.

Die Besucher erwarteten Songs aus dem jeweiligen Repertoire der Chöre, sowohl auf tschechisch als auch auf deutsch. Die Musik schlägt eine Brücke zwischen den Kulturen. "Am schönsten klingt es, wenn wir in beiden Landessprachen gleichzeitig singen", sagt der Musiker und findet, dass man das ruhig auch im EU-Parlament mal versuchen könnte. Passend zum Motto der Elbtour 2010 "Hallo Elbe – hallo Europa!" war auch Rolf Zuckowskis Europa-Popsong "Children of Europe" mit im Gepäck, den besonders die älteren Kinder gerne singen.


Die Elbe als lebendiges Band

Der Gedanke der Elbe als lebendiges Band schwebte über der gesamten Elbtour. Aufgrund der tschechisch-deutschen Vergangenheit, die vielfach von Krieg, Flucht und Vertreibung geprägt war, war es nicht selbstverständlich, dass man auf der Elbtour zusammen feierte. "Für viele Erwachsene ist es immer noch ein Wunder und ein Geschenk, dass wir das hier gemeinsam erleben können. Das konnten sie sich jahrzehntelang nicht vorstellen", erklärt Rolf Zuckowski.


Die Elbe ist immer in Sichtweite. (Foto von: Jörg Warnke)
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Die Elbe ist immer in Sichtweite.

Neben den Konzerten kann man viel über die Ökologie des Flusses, wie er die Landschaft prägt und über seine Anwohner erfahren. Die vielfältige Kulturlandschaft entlang der Elbe für Familien erlebbar zu machen und deutlich werden zu lassen, dass die Menschen für ihren Fluss Verantwortung übernehmen müssen, das möchte sich der Sänger auch in den nächsten Jahren zur Aufgabe machen. Mit "Mein Fluss" gibt es bereits einen passenden Song dazu.


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