Tiere Fischotter

Frostfrust? Kennt der Fischotter nicht. Ob zu Lande oder zu Wasser, Kälte macht dem Marder nichts aus. Tatsächlich stürzt er sich auch bei Minusgraden ins Flusswasser. Mehr über den Fischotter lest ihr hier im Tierlexikon
Fischotter

Im Trüben fischen? Kein Problem für den Fischotter – dank seiner feinen Tasthaare, Vibrissen genannt. Er spürt damit Beute im Wasser auf

Allgemeines über Fischotter

Fischotter, wissenschaftlich Lutra lutra, leben im Flachwasser sauberer Flüsse, Bäche und Seen mit üppig Grünzeug und Gehölz am Ufer. Man sieht die scheuen Tiere jedoch nur selten - zudem huschen sie vorwiegend in der Dämmerung und Dunkelheit umher.

Die Tiere gehören zur Familie der Marder und kommen in ganz Europa vor (außer auf Island und den Inseln des Mittelmeers), in Asien und im westlichen Nord- afrika. Weltweit gibt es 13 Otterarten.

Körperbau des Fischotters

Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze misst der Fischotter bis zu 130 Zentimeter. Die dicksten Exemplare bringen gut zwölf Kilogramm auf die Waage. Männchen sind etwas größer und schwerer als Weibchen.

Obwohl der Fischotter nicht einmal eine Speckschicht wie Robben hat, friert und bibbtert er nicht bei Minustemperaturen - Fell sei Dank!  Denn aus einer Wurzel wachsen dem Fischotter gleich mehrere Haare. Auf nur einem Quadratzentimeter seiner Haut sind es mehr als 50.000 Stück! Im Wasser verhaken sich die Haare wie bei einem Klettverschluss. Auf diese Weise nämlich schließt der Pelz Luftbläschen ein und bildet ein Polster, dass den Fischotter rundherum warm und trocken hält.

Wer einen Fischotter seitlich betrachtet wird außerdem bemerken, dass sich Ohren, Augen und Nase fast auf genau der gleichen Höhe am Kopf befinden. Nicht ohne Grund: Denn So kann der Otter beim Schwimmen an der Wasseroberfläche alle drei Sinnesorgane nutzen, ohne zu viel von sich zu zeigen.

Verbreitung der Fischotter

Karte: Verbreitungsgebiete der Fischotter

Jagd und Nahrung: Was fressen Fischotter?

Fischotter hießen nicht Fischotter, würden sie keinen Fisch futtern. Bei ihrer Jagd unter Wasser können Fischotter bis zu acht Minuten die Luft anhalten. Nasenlöcher und Ohren verschließen sie beim Tauchen. Und selbst wenn sie auftauchen, lugt nur ein kleiner Teil ihres Kopfes aus dem Wasser.

Knurrt ihnen der Magen zu sehr, schnappen sich die Fischotter aber auch Enten, Möwen, Ratten, Schnecken, Mäuse, Frösche, Flusskrebse und Insekten.

Fortpflanzung: Nachwuchs beim Fischotter

Fischotter paaren sich meist jetzt, im Februar und März. Nach rund 60 Tagen werden ein bis vier Junge geboren, die blind und völlig hilflos sind – und zu Beginn ihres Lebens nicht mehr wiegen als eine Tafel Schokolade.

Fischotter

Fischotter (Lutra lutra)

Gefährdung und Schutz

In der Vergangenheit hatten es die Fischotter schwer. Schon im Mittelalter, vor allem aber im 19. und 20. Jahrhundert wurden sie gejagt, sogar mit eigens gezüch- teten Otterhunden. Das warme Fell der Mardertiere war an Mützen und Mantelkragen beliebt.

Verschmutzte Gewässer, die Begradigung von Flüssen, Dammbau, Straßenbau und das Trockenlegen von Feuchtgebieten setzten dem Bestand weiter zu: Der Lebensraum der Tiere wurde vielerorts zerstört, die Räuber verschwanden. Auch ganz in der Nähe des Otterzentrums, in der Ise-Niederung. Seit den 1960er-Jahren galt der Fischotter dort als ausgestorben. Mittlerweile jedoch stehen Fischotter in vielen Ländern unter Schutz. Auch in Deutschland erholt sich der Bestand langsam wieder.

Steckbrief: Fischotter

  • Name: Fischotter
  • Lateinischer Name: Lutra lutra
  • Klasse: Säugetiere
  • Größe: bis zu 130cm
  • Gewicht: bis zu 12 Kilogramm
  • Alter: 5 - 12 Jahre
  • Nahrung: Fisch, Insekten, Vögel, Nagetiere
  • Verbreitung: Asien, Europa, Nordafrika
  • Lebensraum: Flüsse, bewaldete Ufer
  • Geschlechtsreife: mit zwei Jahren
  • Paarungszeit: ganzjährig
  • Wurfgröße: 1 - 4 Jungtiere
  • Sozialverhalten: Familienverband
  • Gefährdung: vom Aussterben bedroht
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