Glühwürmchen Warum leuchten Glühwürmchen im Dunkeln?

Mit ein wenig Glück sehen wir in manch warmen Juninächten Glühwürmchen leuchtende Kreise ziehen! Lest, wie und warum die Leuchtkäfer in der Dunkelheit leuchten
Glühwürmchen

Lichter-Show: Leuchtkäfer, besser bekannt als Glühwürmchen, sind weltweit verbreitet. Auch in Japan, hier etwa auf der Insel Shikoku, schwirren in manchen Nächten Tausende Männchen aus, um ein Weibchen zu finden

Glühwürmchen: Die leuchtenden Käfer

Er ist nicht groß und gewiss nicht schön. Im Grunde ist der Kleine Leuchtkäfer, besser bekannt als Glühwürmchen, ein eher unscheinbarer Typ: zehn Millimeter klein und braun gefärbt. Tagsüber sitzt er auf Blättern herum und auf der Rinde von Bäumen. Doch wenn die Nacht hereinbricht, verwandelt sich der Winzling in einen Strahlemann: Nach Einbruch der Dunkelheit, etwa ab 22 Uhr, breitet das Männchen seine Flügel aus, schwirrt umher – und blinkt mit seinem Hinterleib hellgrünes Licht in das Schwarz der Nacht.

Warum leuchten Glühwürmchen?

Hinter diesem Phänomen steckt Chemie. Denn der Kleine Leuchtkäfer setzt dank einer chemischen Reaktion in seinem Körper Energie frei, die er in Form von Licht abstrahlt. Und zwar wirksamer als jede elektrische Glühlampe, die beim Leuchten bis zu 95 Prozent der Energie als Wärme "verliert".

Das Glühwürmchen hingegen wandelt 98 Prozent der in seinem Hinterteil freigesetzten Energie in Licht um. Bis heute versuchen Tüftler aus aller Welt eine Lampe zu entwickeln, die ähnlich effizient ist wie ein Leuchtkäfer.

Glühwürmchen - Nahaufnahme

Einleuchtend: Die flugunfähigen Leuchtkäfer-Weibchen verharren auf Grasspitzen, Blättern oder am Boden aus und schwenken ihr strahlendes Hinterteil, um fliegende Männchen anzulocken

Glühende Liebesgeschichten

Als Extremstrahler also präsentiert das Glühwürmchen-Männchen in den Juninächten manch magische Lichter-Show: Es fliegt in ruhigen, kreisenden Bahnen und blinkt und blinkt und blinkt. Schließlich will der Kerl bei den Mädels landen, und das im Wortsinn: Leuchtkäfer-Weibchen haben verkümmerte Flügel und können nicht abheben. Also sitzen sie auf dem Boden oder auf Grasspitzen und tun nichts weiter als darauf zu warten, dass ihr Zukünftiger das Licht anknipst.

Dann lassen auch sie ihr Hinterteil leuchten, recken es in die Höhe und schwenken es wie eine Laterne, bis das Männchen seinen Weg durch tödliche Fallen wie Spinnennetze gemeistert hat und am Boden ankommt. Das ist Glühwürmchen-Romantik!

Einzig das Ende dieser leuchtenden Liebesgeschichte ist traurig. Denn kurz nach dem Kennenlernen geht bei den Käfern das Licht aus: Sie sterben nach der Paarung. Das Weibchen legt zuvor noch seine Eier am Boden ab. Daraus entwickeln sich Larven, aus denen nach drei Jahren die nächste Käfergeneration schlüpft – um erneut laue Juninächte zu erhellen!

Glühwürmchen im Glas
Experiment
Glühwürmchen im Glas
Ihr liegt Nacht für Nacht auf der Lauer, und kein Leuchtkäfer knipst das Licht an? Dann holt euch die Glühwürmchen eben nach Hause. Unsere Werkstatt hat das in einer Nacht- und Nebelaktion für euch ausprobiert…
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