Tiere Warum Giraffen vom Aussterben bedroht sind

Die Weltnaturschutzunion IUCN hat Giraffen auf die Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt. Wir erklären, wieso die Tiere vom Aussterben bedroht sind.
Zwei Giraffen vor blauem Himmel

Giraffen gehören zu den größten Tierarten der Erde

Tierschützer weltweit sind in großer Sorge: Innerhalb der letzten 30 Jahre, von 1985 bis 2015, sind weltweit gut 40 Prozent aller Giraffen ausgestorben. Im Jahre 1985 wurden noch rund 163.000 Giraffen gezählt, doch im Jahr 2015 waren es nur noch etwa 97.000 Tiere.

Mehrere Giraffenarten?

Erst im September 2016 hatten Senckenberg-Wissenschaftler und Biologen der Giraffe Conservation Foundation herausgefunden, dass nicht nur eine, sondern vier genetisch unterschiedliche Giraffenarten existieren: Die Massaigiraffe, die Netzgiraffe, die Süd- und die Nordgiraffe (Giraffa Camelopardalis).

Diese Forschungen hatte die Weltnaturschutzunion IUCN noch nicht mit in ihre Ergebnisse aufgenommen - sie ging bei der Zählung nur von der Nordgiraffe aus. Vier unterschiedliche Giraffenarten würden die dramatische Situation noch einmal zunehmend verschärfen: Von der Nordgiraffe soll es daher nur noch weniger als 5000 Tiere geben.

Schuld ist der Mensch

Hauptgründe für das dramatische Artensterben sind die illegale Jagd auf Giraffen, zerstörte Lebensräume und die immer größer werdenden Landwirtschafts- und Bergbauflächen. Giraffenfleisch wird in Afrika gegessen, die Giraffenhaut wird als Material für den Bau von Trommeln, wasserdichten Behältern oder Schuhen verwendet.

Auch politische Unruhen in Afrika setzen den Giraffen zu und gehen nicht spurlos an der Tierpopulation vorbei. Die Tiere leben vor allem im Süden und im Osten des Kontinents.

Giraffe frisst vom Baum

Größtes globales Artensterben seit der Dinosaurier

Eberhard Brandes von der Naturschutzorganisation WWF Deutschland ist der Meinung, das Artensterben sei sogar noch schlimmer als bisher angenommen: "Wir erleben derzeit das größte globale Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier – und der Mensch ist die Ursache". Insgesamt hat die IUCN bislang 85.604 Tier- und Pflanzenarten für die Rote Liste untersucht. 24.307 Arten gelten davon als bedroht.

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