Ekelige Speisen Geschmackssache: So seltsam isst die Welt

Gegorener Hering in Dosen? Igitt! Doch die Schweden lieben hingegen ihr Nationalgericht, das vor dem Essen monatelang vor sich hingammelt. Auch anderswo gibt es kuriose Delikatessen. Wir stellen euch die schrägsten vor
In diesem Artikel
Maden-Käse aus Sardinien
Gammelrochen aus Island
Stinkfrucht aus Malaysia
Rote Ameisen aus dem Kongo
"Tausendjährige Eier" aus China
Knusprige Heuschrecken aus Mexiko

Maden-Käse aus Sardinien

An den steilen Berghängen Sardiniens leben viele Ziegen, aus deren Milch die Inselbewohner Käse herstellen. Daran ist erst einmal nichts ungewöhnlich. Als eine besondere Spezialität gilt es jedoch, den Käse etwas länger als gewöhnlich reifen zu lassen. Nämlich so lange, bis die Maden der Käsefliege sich darin tummeln. Sie legen ihre Eier ab und sorgen dafür, dass der Käse eine schmierige Konsistenz erhält und zugleich einen beißenden Geruch annimmt. Hart gesottene Feinschmecker essen die Maden beim Verzehr natürlich mit, auch wenn sie mitunter für stechende Bauchschmerzen sorgen können...

Geschmackssache: So seltsam isst die Welt

Hat jemand Appetit auf Heuschrecken? In manchen Ländern bekommt man geröstete Insekten als Snack an der Straßenecke

Gammelrochen aus Island

Die geschmackliche Katastrophe des Jahres kommt in Island am 23. Dezember auf den Tisch. Statt Duft von Zimt und Keksen erfüllt dort in der Adventszeit ein beißender Gestank die Luft. Denn unter den Isländern gilt der hochgiftige Rochen, der nur genießbar wird, wenn man ihn lange genug in einem Bottich verwesen lässt, als Weihnachts-Delikatesse. Viele Europäer nennen das Gericht "Kaest Skata" daher nur "Gammelrochen": Dem Fisch wird die warzige Haut abgezogen und das Fleisch anschließend in Salzwasser weich gekocht. Mit Schafsfett verrührt, servieren die Isländer die Spezialität dann an Weihnachten ihren Familien. Guten Appetit!

Stinkfrucht aus Malaysia

Als absolute Delikatesse gilt in Malaysia die Frucht Durian. Die wächst in den tropischen Gebieten am bis zu 40 Meter hohen Zibetbaum. Mit ihren Stacheln an der äußeren Schale sieht sie nicht nur abschreckend aus, ihr könnt sie auch bereits aus einer Entfernung von hundert Metern riechen. Nicht ohne Grund wird die Durian auch Käse- oder Stinkfrucht genannt, denn ihr Geruch erinnert an faule Eier und Erbrochenes. Puh! Aus diesem Grund ist der Verzehr und mitunter auch der Transport der Durian in öffentlichen Verkehrsmitteln untersagt. Kaum vorstellbar, auch nur ein Stück der Frucht hinunterzuschlucken. Die Menschen in Südostasien hingegen feiern bei der Ernte im Mai die "Königin der Früchte" mit großen Festen. Ihr Fruchtfleisch fühlt sich wie Pudding an und schmeckt wie eine Mischung aus Vanille, Walnuss und Zwiebeln...

Rote Ameisen aus dem Kongo

Der Kongo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das ist jedoch nicht der Grund, weshalb die Menschen beim Essen auf Ameisen zurückgreifen. Wer in seinem Leben viele rote Kriegerameisen isst, so wird im Kongo erzählt, der wird ein langes gesundes Leben haben. Ihr Verzehr soll nämlich das Immunsystem stärken. Wer eine Erkältung kommen sieht, nimmt daher lieber noch einen Löffel mehr! Die Ameisen werden in einer Pfanne geröstet und meist zusammen mit Gemüse serviert. Zunächst müssen die kleinen Tierchen jedoch gefangen werden, und das gelingt nur mit einer besonderen List: Die Bewohner des Kongo stellen neben die Ameisenhaufen süß duftende Körbe und verbrennen daneben einen Haufen Kräuter mit einschläfernder Wirkung. Die Tiere krabbeln in die Körbe und schlafen darin ein - einfacher geht es wirklich nicht!

"Tausendjährige Eier" aus China

Tausend Jahre müssen die Chinesen nicht warten, bis sie die Delikatesse "Songhuadan" verspeisen können. Immerhin drei Monate dauert jedoch die Herstellung der Eier, die anschließend bis zu drei Jahre haltbar sein sollen. Tausendjährige Eier werden aus Enten- oder Hühnereiern zubereitet, die mehrere Wochen in einer schlickigen Masse eingelegt werden. Als traditionelle Mischung gilt Wasser mit Salz, Kalk, Asche und Holzkohle. Manche Chinesen verwenden für den Sud auch Tee oder Zitrone mit einer ordentlichen Portion Asche aus Kiefernnadeln. Mit der Zeit verfärbt sich das Eiweiß, es wird schwarz und nimmt eine geleeartige Konsistenz an. Das Dotter färbt sich hingegen grün und das Ei beginnt, wie würziger Käse zu riechen. Nichts erinnert hier mehr an das europäische Frühstücksei! Unter den Chinesen sind die "Tausenjährigen Eier" ein beliebter Snack, der mit Sojasoße, Essig und Ingwer serviert wird. Bitte nicht nachmachen!

Knusprige Heuschrecken aus Mexiko

In einigen Ländern gilt sie als eine wahre Plage, in anderen steht sie oben auf den Speisekarten: die Heuschrecke. So zum Beispiel in Mexiko. Ganz besonders beliebt sind die großen Grillen, die ihr in den Sommermonaten abends zirpen hören könnt. An denen ist einfach mehr dran als an kleinen Grashüpfern. Als Snack zum Knabbern für Unterwegs werden die Insekten frittiert und anschließend mit Cayenne-Pfeffer, Salz und Zitrone gewürzt. In Mexiko bekommt ihr Heuschrecken wie eine Tüte Pommes an jeder Straßenecke – und sie schmecken auch ganz ähnlich. Über Menschen, die das merkwürdig finden, können sich die Mexikaner nur wundern. Schließlich gibt es weltweit fast 1.500 eingetragene Arten essbarer Insekten!

Wer jedoch meint, über unser Essen würde man im Ausland nicht auch die Nase rümpfen, der liegt falsch. Ein saftiges Rindersteak gilt hierzulande beispielsweise als Leckerbissen. Undenkbar für Inder! Für sie sind Kühe heilige Tiere, denn sie gelten als Symbol der Sanftheit und versorgen die Menschen mit lebenswichtigen Gaben: Aus ihrer Milch lässt sich Joghurt herstellen und sie schmeckt lecker im Tee. Der Stallmist der Kühe dient zum Feuermachen und wird vermischt mit Stroh beim Hausbau verwendet. Ihr Urin soll hingegen eine heilende Wirkung haben und hilft zum Beispiel bei Zahnschmerzen. So scheint jeder seine eigene Vorstellung zu haben ...

Guten Appetit!

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