Percy Jackson Interview: Thor Freudenthal

Percy Jackson und seine Freunde sind wieder in den Kinos zu bestaunen. GEOlino.de traf sich anlässlich der Premiere von "Im Bann des Zyklopen" mit dem deutschen Regisseur Thor Freudenthal

Wir hatten die Möglichkeit, Thor Freudenthal, den Regisseur von Percy Jackson 2, in Berlin zu treffen. Lest in unserem Interview, welche Träume der Deutsche in seiner Kindheit hatte und welchen Film er schon immer einmal drehen wollte. Und vielleicht hat er ja auch noch den ein oder anderen Tipp für die Filmemacher unter euch parat!

Interview: Thor Freudenthal

GEOlino.de-Redakteurin Fine Behrens traf den Regisseur nach der Film-Premiere in Berlin

GEOlino.de: Wollten Sie auch als Kind schon Filme drehen oder hatten Sie andere Träume?

Thor Freudenthal: Ich war schon immer fasziniert von Filmen und bin mit Disney-Klassikern und Filmen wie "E.T. - der Außerirdische" und "Goonies" aufgewachsen. Die haben mich sehr angeregt und kreativ beeinflusst. Die eigentliche erste Liebe war aber das Zeichnen. Ich liebte Comics und träumte davon, mit Bildern Geschichten zu erzählen. Das hat sich zunächst auf ein Interesse an Animation hinentwickelt. Später kam dann auch das Interesse an der Regie und dem Film im größeren Sinne.

Wie standen Ihre Eltern zu Ihrem Traum, haben sie Sie unterstützt?

Total. Ich komme aus einer sehr künstlerischen, kreativen Familie und meine Eltern waren total unterstützend in all meinen Unternehmungen. Mein Vater ist Maler. Alles, was ich über das Zeichnen und bildende Kunst weiß, habe ich von ihm. Meine Mutter hat beim öffentlichen Fernsehen gearbeitet und führte Regie bei Sendungen wie "Löwenzahn". Ich war immer sehr begeistert von beiden Welten, der künstlerischen und der filmischen.

Inwiefern unterscheiden sich die Dreharbeiten mit Kindern von denen mit Erwachsenen?

Bei "Greg's Tagebuch - Von Idioten umzingelt" [eine Verfilmung der gleichnamigen Jugenbuchreihe, in der Thor Freudenthal 2010 Regie führte] spielten Zehn- bis Elfjährige mit sehr wenig oder keiner schauspielerischen Erfahrung. Das ist natürlich reizvoll, weil die Kinder alle sehr begeistert sind und dir nie widersprechen [lacht]. Sie haben bei allen Ideen sofort versucht, diese umzusetzen. Der Nachteil ist aber, dass sie durch die fehlende Erfahrung kaum die Möglichkeiten haben, sich in eine Szene oder einen Charakter hineinzuversetzen. Da ist die Lebenserfahrung einfach noch nicht so groß. Das heißt, dass jede Reaktion, die ein Charakter hat, von dir als Regisseur vorgegeben und erklärt werden muss. Dann läuft die Kamera teilweise sehr lange, bis du die richtige Reaktion oder den richtigen Wortklang in einem Satz hast, so dass es wirklich so klingt, als ob es von der Seele kommt. Nach einem Drehtag bist du da reif für's Bett, denn als Regisseur spielst du wirklich alle Rollen selbst mit [lacht].

Wie aber schafft man es, als deutscher Filmemacher in den USA Fuß zu fassen?

Das passiert nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise. Alles, was mit der Film-Industrie verbunden ist, hat mit Ausdauer, einem langen Weg und vielen kleinen Schritten zu tun. Als ich in Hollywood ankam und fertigstudiert hatte, arbeitete ich zunächst als Designer. Dann habe ich irgendwie den Sprung in die Werbung geschafft und auch ein paar Kurzfilme gemacht. Außerdem habe ich ein bisschen geschrieben und Drehbücher verkauft, die aber nie realisiert wurden. Und dann kam irgendwann der Sprung zum Film. Man kann auch nie wirklich sagen, dass man es geschafft hat. Alles ist mit so viel Arbeit, Herausforderung und Anstrengung verbunden, dass man sich nie zurücklehnen kann. Es ist immer der nächste Schritt, der nächste Schritt ...

Haben Sie einen Tipp für unsere Leser, die davon träumen, selbst mal in der Film-Industrie zu arbeiten?

Warte nicht auf Erlaubnis. Kreiere deinen eigenen Job! Das Beste, was man machen kann, ist immer aktiv zu bleiben - beim Schreiben, Zeichnen oder Filme drehen.

Der Regisseur Peter Jackson hatte ja schon lange davon geträumt, mal King Kong zu verfilmen. Nach seinem Erfolg mit "Der Herr der Ringe" konnte er sich diesen Traum erfüllen. Gibt es einen Film, von dem du schon immer geträumt hast?

Wow ... Ich weiß es: Es geht um die zwei Menschen in Amerika, die Superman erfunden, also gezeichnet und geschrieben haben. Und dafür von den großen Firmen regelrecht ausgebeutet wurden, ohne je die gebührende Anerkennung dafür zu bekommen. Letztendlich sind sie mit Unterstützung von Freunden vor Gericht gegangen. Guten Filmstoff birgt die Geschichte allemal, das umzusetzen würde mich sehr reizen.

Vielen Dank für das Interview!

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