Tropfsteinhöhlen Tropfsteinhöhlen - faszinierende Unterwelten

Tropfsteinhöhlen, die Tore ins Erdinnere, bergen viele Geheimnisse. Einigen sind wir hier auf der Spur: Wie entsteht eine Tropfsteinhöhle? Wer bewohnt die Höhlen? Was ist ein Stalagnat? Mit unterirdischen Ausflug-Tipps!
In diesem Artikel
Steter Tropfen… Entstehung von Tropfsteinhöhlen
Stalag-was? Begriffsklärung
Bitte nicht stören! Tropfsteinhöhlen-Bewohner
Wusstet ihr schon …? Fakten und Zahlen
Bitte hier entlang! Ausflug-Tipps

Steter Tropfen… Entstehung von Tropfsteinhöhlen

Teufelshöhle, Feengrotten oder Drachenhöhle. Solch mystische Namen tragen deutsche Tropfsteinhöhlen. Kein Wunder, eine geheimnisvolle Aura umgibt die Tore ins Erdinnere. Fossilien und Spuren längst vergangener Kulturen wurden und werden entdeckt. Nicht selten haben Tropfsteine die Form von Geistern oder Fabelwesen. Doch wie kommen die seltsamen Gebilde zustande? Wie entsteht eigentlich eine Tropfsteinhöhle?

Fest steht: Es dauert lange, sehr lange, bis eine Höhle zu einer Kammer in der Größe eines Zimmers wird. Höhlen entstehen nicht über Nacht. Die meisten Tropfsteinhöhlen sind Millionen von Jahren alt.

04cfe1883f88837e9d36900cd7828e43

Die "Carlsbad Caverns" in den USA

Wenn man sich die Verteilung von Tropfsteinhöhlen in Deutschland anschaut, fällt auf, dass sie vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands liegen. Das hängt mit den kalkhaltigen Böden in diesen Gebieten zusammen. Denn Kalk ist lösbar. Regenwasser, das durch den Erdgrund sickert, nimmt auf seinem Weg Kohlendioxid auf, wird somit leicht säurehaltig und zersetzt dann das Kalkgestein. Auf diese Weise wird das Gestein löchrig wie ein Schweizer Käse. Aus kleinen Löchern werden über Jahrtausende große Löcher und aus diesen irgendwann auch größere Höhlen.

In den Höhlen wachsen unterschiedlich geformte Gebilde – die Tropfsteine. Sie heißen so, da kleine Wassertropfen für die Bildung der großen Steine verantwortlich sind. Wasser, das in die Höhle eindringt und tropfenweise an Decke und Wänden hängenbleibt oder auf den Boden fällt, verdunstet irgendwann. Zurück bleibt eine dünne Kalkschicht. Wenn sich der nächste Tropfen an dieser Stelle bildet und das Wasser schließlich verdunstet, hinterlässt er wieder eine Kalkschicht. Der nächste Tropfen rollt an… und immer so fort - bis nach Tausenden von Jahren zahlreiche Zapfen und ganze Kalkvorhänge die Gewölbe zieren.

Stalag-was? Begriffsklärung

In Tropfsteinhöhlen gibt es was? Natürlich: Tropfsteine. Hier unterscheidet man vor allem zwischen Stalagtiten und Stalagmiten. Die einen hängen von der Decke, die anderen wachsen vom Boden aus. Dazu gibt es verschiedene Eselsbrücken, die einem bei der Zuordnung helfen sollen.

Beginnen wir am Boden, mit den Stalagmiten. Ein Stalagmit wächst von unten nach oben. Man spricht hier tatsächlich von "wachsen", auch wenn das Gestein natürlich kein Lebewesen ist. Wie ein Stalagmit geformt ist, hängt davon ab, wie weit die Tropfstelle vom Boden entfernt ist und woraus der Grund beschaffen ist, auf dem der Stalagmit wächst.

Von der Decke herab hängen die Stalagtiten. Sie werden in der Regel nicht so groß wie Stalagmiten. Denn würde ein Stalagtit unaufhörlich wachsen, würde ihn irgendwann sein Eigengewicht von der Decke reißen.

Es kann allerdings passieren, dass sich Stalagmit und Stalagtit in der Höhlenmitte treffen und zusammenwachsen – den so entstandenen Tropfstein nennt man dann Stalagnat.

Und die Eselsbrücke? Die dürft ihr auf keinen Fall eurer Deutschlehrerin verraten: Stalagtiten wachsen von der Tecke und die (Wohnungs-)Mieten wachsen an – genau wie die Stalagmiten.

Bitte nicht stören! Tropfsteinhöhlen-Bewohner

Die Lebensbedingungen in einer Tropfsteinhöhle wirken nicht gerade einladend. Kein oder nur wenig natürliches Licht, Feuchtigkeit und beständige Temperaturen meist unter 10 Grad. Und doch haben manche Tierarten dort ihren Lebensraum.

6ca6a729ef80fc058ce0000222d9d62d

Geräumige Deckengewölbe bieten Fledermäusen einen Schlafplatz

Die höchstentwickelten Höhlen-Bewohner sind Fledermäuse. Sie sind nachtaktiv und haben also keine Schwierigkeiten sich in der Dunkelheit zurechtzufinden. Zudem bieten ihnen die Deckengewölbe der Höhlen ausreichend Schlafplatz. Da die Fledermäuse hier vor Fressfeinden gut geschützt sind, überwintern sie gerne in Höhlen. Aber vor allem kleinere Lebewesen haben die Höhlen zu ihrer Heimat gemacht. So kann man in Tropfsteinhöhlen verschiedene Schmetterlingsarten wie den Wegdornspanner finden. Aber auch viele Spinnenarten bauen ihre kunstvollen Netze in der Dunkelheit.

Fossile Spuren lassen sogar darauf schließen, dass früher größere Säugetiere in den Höhlen gelebt haben. Der eindrucksvollste unter den Höhlen-Bewohnern war sicherlich der inzwischen ausgestorbene Höhlen-Bär, der sich für seine Winterruhe in Höhlen zurückzog. Die schützen vor Kälte, da die Temperaturen in den Tiefen der Erde meist nicht unter null Grad fallen.

Wusstet ihr schon …? Fakten und Zahlen

Wenn ihr gerne mit Faktenwissen beeindrucken wollt, dann seid ihr hier richtig. Unser Steckbrief mit Rekorden und Ungewöhnlichem rund um Tropfsteinhöhlen.

Die größte Tropfsteinhöhle in Deutschland ist die Atta-Höhle in Attendorn im Sauerland. Sie misst knapp 7 km Länge.

Der größte Tropfstein in Deutschland befindet sich in der Maximiliansgrotte in der Nähe von Nürnberg, heißt "Eisberg" und ist ein ca. 6 m großer Stalagmit.

Die weltweit tiefste Höhle ist in der Carlsbad Cavern / USA zu finden und liegt fast 500 m unter der Erde. Bilder dieser Höhle findet ihr übrigens auf GEO.de

Der weltweit größte Tropfstein nennt sich "The Giant". Dieser „Riese“ ist ca. 12 m hoch und befindet sich in der Carlsbad Cavern in New Mexico / USA.

Höhlenforscher werden auch Speläologen genannt.

Makkaroni nennt man tatsächlich sehr dünne, an der Decke hängende Tropfsteine.

Das Wachstum von Tropfsteinen wird mit etwa einem Zentimeter in 100 Jahren angegeben. Das ist allerdings ein Durchschnittswert und kann von Höhle zu Höhle und Tropfstein zu Tropfstein anders sein.

Bitte hier entlang! Ausflug-Tipps

Über Deutschland verteilen sich viele kleine und große Tropfsteinhöhlen. Wer über Höhlen nicht nur lesen, sondern selbst einmal auf Entdeckungstour gehen möchte, der kann das in sogenannten Schauhöhlen tun. Sie sind für Besucher geöffnet und können selbstständig oder im Rahmen einer Führung erkundet werden. Wir haben für euch unterirdische Ausflugs-Tipps zusammengestellt.

GEOlino-Newsletter