GEOlino Nr. 2/10 - Leben auf dem Mars Seite 1 von 6

Text von Verena Linde

Auswandern ins All

Unser Nachbarplanet, der Mars, gleicht einer kalten, kargen Wüste. Doch das ließe sich ändern, meinen manche Wissenschaftler - und schmieden sogar Pläne, den Mars zu besiedeln


Auf dem roten Planteten leben - ist das möglich?

Schier endlos erstreckt sich die rote Wüste über den Planeten. Schluchten durchschneiden seine Oberfläche, Gräben furchen sich tief in den steinigen Grund. Riesige Vulkane ragen in die Höhe. Der feine Staub, der durch die eiskalte Luft peitscht, kriecht in jede Felsspalte und färbt selbst den Himmel rot. Der Mars, unser Nachbar im Sonnensystem, ist ein rauer, unwirtlicher Ort. Und hier sollen eines Tages Nadelbäume wachsen? Ein ganzer Wald den Äquator begrünen? Sollen Flüsse strömen und sogar ein Ozean auf der Nordhalbkugel wogen?


Der Mars ist der vierte Planet unseres Sonnensystems. Er gilt als "erdähnlich", weil er wie die Erde ein Gesteinsplanet ist und es auf ihm Wasser gibt. Noch stehen dort keine Raumstationen, aber die Menschen entwickeln viele Ideen, wie diese aussehen könnten (Foto von: NASA)
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Der Mars ist der vierte Planet unseres Sonnensystems. Er gilt als "erdähnlich", weil er wie die Erde ein Gesteinsplanet ist und es auf ihm Wasser gibt. Noch stehen dort keine Raumstationen, aber die Menschen entwickeln viele Ideen, wie diese aussehen könnten

Vielleicht. Zumindest gibt es Menschen, die genau davon träumen und daran glauben - an ein Leben auf dem Mars. Und das sind längst nicht nur Spinner, die zu lange durch ihr Teleskop gestarrt haben. "Wir können den Mars bewohnbar machen", sagt auch Christopher McKay, Planetenforscher der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

Verrückt? Sicher. Aber er hat gute Gründe für seine Zuversicht: Erstens ist der Mars als direkter Nachbar der Erde mit einem Raumschiff vergleichsweise schnell erreichbar. Gut, zwischen ihm und unserer Heimat liegen auch bei günstigster Planetenkonstellation immer noch knapp 100 Millionen Kilometer (siehe Grafik). Rund sechs Monate würde die Reise sicher dauern. Dennoch ist das ein überschaubarer Zeitraum. Zweitens müssten sich die Menschen auf dem Mars in zeitlicher Hinsicht kaum umstellen: Ein Marstag, genannt "Sol", dauert mit 24,6 Stunden kaum länger als ein Erdentag. Drittens sind die Temperaturen im Vergleich zu je nen der anderen Planeten mit durchschnittlich minus 53 Grad Cel sius geradezu lauschig. An Sommertagen erwärmt sich die Luft am Äquator bisweilen sogar auf an genehme plus 20 Grad Celsius.


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