Weltraum Der Mars: eine neue Heimat?

Unser Nachbarplanet, der Mars, gleicht einer kalten und kargen Wüste. Doch das ließe sich ändern, meinen manche Wissenschaftler - und schmieden sogar Pläne, den Mars zu besiedeln
Der Mars: eine neue Heimat?

Leben auf dem Mars könnte bald schon möglich sein

Der Mars: eine rote Wüste

Schier endlos erstreckt sich die rote Wüste über den Planeten. Schluchten durchschneiden seine Oberfläche, Gräben fur chen sich tief in den steinigen Grund. Riesige Vulkane ragen in die Höhe. Der feine Staub, der durch die eiskalte Luft peitscht, kriecht in jede Felsspalte und färbt selbst den Himmel rot.

Der Mars, unser Nachbar im Sonnensystem, ist ein rauer, unwirtli cher Ort. Und hier sollen eines Tages Nadelbäume wachsen? Ein ganzer Wald den Äquator begrünen? Sollen Flüsse strömen und sogar ein Ozean auf der Nordhalbkugel wogen?

Vielleicht. Zumindest gibt es Menschen, die genau davon träumen und daran glauben - an ein Leben auf dem Mars. Und das sind längst nicht nur Spinner, die zu lange durch ihr Teleskop gestarrt haben. "Wir können den Mars bewohnbar machen", sagt auch Christopher McKay, Planetenforscher der US-amerikani schen Luftund Raumfahrtbehörde NASA.

Noch Zukunftsmusik: Leben auf dem Mars

Verrückt? Sicher. Aber er hat gute Gründe für seine Zuversicht: Erstens ist der Mars als direkter Nach bar der Erde mit einem Raumschiff vergleichsweise schnell erreichbar. Gut, zwischen ihm und unserer Heimat liegen auch bei günstigster Planetenkonstellation immer noch knapp 100 Millionen Kilometer. Rund sechs Monate würde die Reise sicher dauern. Dennoch ist das ein überschaubarer Zeitraum.

Zweitens müssten sich die Menschen auf dem Mars in zeitlicher Hinsicht kaum umstellen: Ein Marstag, genannt "Sol", dauert mit 24,6 Stunden kaum länger als ein Erdentag. Drittens sind die Temperaturen im Vergleich zu je nen der anderen Planeten mit durchschnittlich minus 53 Grad Cel sius geradezu lauschig. An Som mertagen erwärmt sich die Luft am Äquator bisweilen sogar auf an genehme plus 20 Grad Celsius.

Viertens schließlich - und das ist am wichtigsten - bewies die Sonde "Phoenix" im Jahr 2008 zweifelsfrei, dass es gefrorenes Wasser auf dem Roten Planeten gibt. Weltweit ge rieten die Forscher ganz aus dem Häuschen. Wasser ist nun ein mal Quell allen Lebens.

Und auch der kleine Roboter Curiosity flog 2012 zum Mars, landete am 6. August 2012 auf dem Planeten und erforscht seitdem den Mars. Das übergeordnete Ziel ist, zu untersuchen, ob  Leben auf dem Mars möglich ist oder vielleicht in der Vergangenheit war.

In diesem Video könnt ihr euch noch einmal Curiositys Reise zum Mars anschauen:

Steckbrief: Mars

  • Namensgeber: Mars, der römische Gott des Krieges
  • Art: Gesteinsplanet
  • Abstand zur Sonne: 228 Millionen Kilometer
  • Geringster Abstand zur Erde: 100 Millionen Kilometer
  • Ein Tag auf dem Mars dauert: 24,6 Stunden
  • Ein Jahr auf dem Mars dauert: 687 Erdentage
  • Temperatur: minus 140 bis plus 20 Grad Celsius
  • Schwerkraft: 38 Prozent der Erde
  • Durchmesser am Äquator: 6794 Kilometer
  • Anzahl der Monde: 2
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Die Marsbahn

Wasser und Pflanzen auf dem Mars

Einziges Problem: Das Wasser ist nicht flüssig. Was nicht nur an der Kälte liegt, sondern vor allem an der dünnen Luft. Der Druck der Atmosphäre ist so gering, dass gefrorenes Wasser nicht wie auf der Erde schmilzt, sondern sofort gasförmig wird und sich in der Luft verflüchtigt.

Doch das ließe sich ändern, meint Christopher McKay. "Wenn wir die Atmosphäre mit Treinhausgasen erwärmen, würden wir es in etwa 100 Jahren schaffen, flüssiges Wasser zu haben", behauptet er. Christopher McKay und seine Kollegen glauben, dass etwa im Marsboden ein geschlossenes Kohlendioxid (CO2) durch die Wärme gasförmig würde, die Luft verdichten und den Planeten wie eine Schutzschicht umhüllen würde. Das wäre der Beginn einer Verwandlung, die den Mars der Erde ähnlicher machen würde. "Terraforming" (auf Deutsch etwa: Umwand lung zur Erde) nennen Wissenschaftler solche Prozesse.

Klar sprießen dann nicht automatisch Blumenwiesen oder die eingangs erwähnten Nadelwälder. "Erste Pflanzen könnten allerdings schon überleben", so der Forscher. Flechten etwa. Denn diese Gewächse brauchen nichts außer Licht und Kohlendioxid, das sie in Sauerstoff umwandeln können. Und Kohlendioxid gibt es auf dem Mars zur Genüge: 95 Prozent der Luft rund um den Roten Planeten besteht aus nichts anderem als CO2.

Lebensformen auf dem Mars

Schritt für Schritt ließen sich dann immer höhere Lebensformen auf dem Mars ansiedeln. 900 Jahre würde es dauern, bis tatsächlich der erste Nadelbaum stünde, berechnete der Botaniker James Gra ham von der Univer sität Wisconsin- Madison in den USA. Seine Vor stellung: Die Pflan zen würden im Verlauf der Zeit so viel Sau erstoff produzieren, dass Menschen eines Tages auf dem Mars ohne Hilfs mittel atmen könnten!

Falls es tatsächlich so weit kommen sollte, erleben das aber erst un sere Ururu rur ur ur u r urururur ur ur urur urur…-Enkel: "Dies würde vielleicht 100 000 Jahre dauern", sagt Christopher McKay.

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Der Mars ist "nur" 100 Millionen Kilometer von Erde entfernt

Kraftwerke auf dem Mars

Doch zurück auf die Erde, zurück in die Gegenwart: Bisher hat noch kein Mensch den Mars je betreten. Und bevor es so weit ist, müssen sich die Forscher noch über ganz andere Dinge Gedanken machen. Zum Beispiel dar über, dass ein Raumschiff für den Weg zum Mars und wieder zurück eine Menge Treibstoff braucht - mehr als es transportieren kann.

Da es im Weltraum natürlich keine Tankstellen gibt, planen die Wissenschaftler, eine unbemannte Mission vorauszuschicken. Diese soll auf dem Mars ein Kraftwerk errichten, ferngesteuert und mit Robotern. Mithilfe von Wasserstoff verwandelt es dann Kohlendioxid in die Raketentreibstoffe Methan und Sauerstoff. Nach etwa zwei Jahren Betrieb könnte das erste Raumschiff mit Besatzung starten. Frühestens im Jahr 2030.

Ob Christopher McKay dann dabei sein wird? Der Wissenschaftler ist heute 55 Jahre alt und in 20 Jahren für eine Reise zum Mars vermutlich schon zu alt. Dennoch forscht und grübelt er weiter über die Umwandlung unseres Nachbarplaneten: "Das einzige Risiko ist doch, dass es nicht funktioniert."

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