GEOlino.de - Geisterstädte Seite 1 von 3
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Willkommen in der Geisterstadt!

Menschenleere Straßenzüge, verfallene Häuser, gespenstische Stille. Geisterstädte sind meist stumme Zeugen einer vergangenen Zeit - und faszinieren uns. Geht mit uns auf Gespensterjagd und erfahrt mehr über die verlassenen Plätze


Die tote Stadt

Die staubige Straße führt mitten durch die Wüste. Die Sonne brennt und durch die flirrende Hitze erkennst du am Horizont die Umrisse einzelner Gebäude. Aus der Ferne erscheint dir an diesem Bild nichts auffällig oder seltsam. Doch je mehr du dich der Häuseransammlung näherst, desto deutlicher wird: Hier steht eine verwaiste Stadt.

Kein Kindergelächter, das durch die Gassen tönt, keine Fußgänger, die beschwingt ihres Weges gehen. Nur die leeren Fenster der Holzhütten blicken dich wie aus dunklen Augenhöhlen an. Es liegt gespenstische Ruhe in der Luft. In dieser Stille wirkt das Öffnen der Saloontür laut wie ein Paukenschlag. Quitschend schwingen die Flügeltüren auf. Die Holzdielen ächzen unter deinen Schritten. In der Mitte des Saloons stehen, wie zufällig angeordnet, Tische und Stühle. Sie sehen aus, als sei gestern noch an ihnen gelacht und gespielt worden - würde nicht ein dicker Staubfilm die Sitzflächen der Stühle und die Tischplatten bedecken. Bei genauerem Hinsehen erkennst du Spinnennetze, die sich zwischen Stuhl- und Tischbeine spannen.

So könnte sie aussehen, die erste Begegnung mit einer Geisterstadt. Wären da nicht die vielen Touristen, die ebenfalls die eigentlich so einsamen Plätze besichtigen möchten.


Eine Geisterstadt, wie sie im Buche steht: <em>Bodie Town/USA</em> (Foto von: age fotostock / LOOK-foto)
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Eine Geisterstadt, wie sie im Buche steht: Bodie Town/USA

Verstaubter Wilder Westen: Bodie Town

Mitten in der Sierra Nevada, einer Wüste in Kalifornien, können die Besucher ihre Neugier stillen. Denn hier steht tatsächlich eine solche Geisterstadt - Bodie Town. Einst war sie nur eine kleine Siedlung, in der wenige Männer lebten. Es zog sie in die Einöde, weil sie in den angrenzenden Minen nach Gold und Silber schürften. Dem Goldruf folgend, strömten immer mehr Menschen in die Gegend und das kleine Dorf hatte sich bis 1880 zu einer richtigen Stadt gemausert. Nach Überlieferungen gab es 65 Saloons und Tanzhallen und auch fast täglich eine Schießerei! Es war die Zeit und ein Ort des Wilden Westens. Aber nachdem die Minen erschöpft waren, verließen die Menschen Bodie Town und zogen weiter. Zu ungemütlich waren Landschaft und Klima. Zurück blieben die leeren Gebäude. Die wiederum ziehen noch heute ihren Nutzen aus den klimatischen Bedingungen - durch die extreme Trockenheit wurden sie konserviert und sind bis heute kaum verfallen. Das freut die vielen Touristen, denen in der heutigen Geisterstadt bei großer Hitze wohlige Schauer über den Rücken laufen. Denn Geisterstädte sind einfach schön schaurig!

Erfahrt hier mehr über die Entstehung von Geisterstädten und wo es auch in Deutschland welche gibt!


Der verwunschene Friedhof in <em>Hamburg Altenwerder</em> - ob es hier spukt? (Foto von: Rosa Kaiser)
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Der verwunschene Friedhof in Hamburg Altenwerder - ob es hier spukt?

Geister in der Stadt?

Geisterstädte. Schon der Name der verlassenen Orte löst in uns Faszination und Schauder zugleich aus. Mehr oder weniger gruselige Gestalten findet man hier zwar - oft haben Spinnenarten die leerstehenden Gebäude zu ihrer Heimat gemacht - aber Geister gibt es dort natürlich nicht. Dieser Mythos hängt den menschenleeren Gegenden vermutlich an, weil sie immer auch ein Symbol für den Tod sind. Denn Geisterstädte sind Orte, denen das Leben ausgehaucht wurde. Einst von Menschenhand gebaut und nun durch Witterung zerstört und von der Natur zurückerobert: Geisterstädte sind Plätze, die aus einem bestimmten Grund verlassen wurden und seitdem stumme Zeugen einer vergangener Zeiten sind.



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