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Text von Kathrin Wanke

Handball ist kein Wattepusten!

Über 4000 Spieler, rund 350 Mannschaften, 22 Spielfelder, mehr als 1000 Partien: Das ist das größte deutsche Jugend-Handball- Turnier in Lübeck. GEOlino-Reporter haben die D-Jugend vom MTV Wisch 09 begleitet – zu deren erstem Wettkampf. Mit Fotoshow und Audios!


Auf dem Sprung! Hendrik setzt zum Torwurf an. Er und seine Mannschaftskameraden trainieren erst seit vier Wochen miteinander – mit ersten Erfolgen (Foto von: Stefan Volk)
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Auf dem Sprung! Hendrik setzt zum Torwurf an. Er und seine Mannschaftskameraden trainieren erst seit vier Wochen miteinander – mit ersten Erfolgen

Christoph kann es kaum erwarten. Zwei Stunden hat der Zwölf­jährige mit seinen neun Mannschaftskollegen im Bus sitzen müssen, unterwegs nach Lübeck, zum größten Jugend-Handball-Turnier Deutschlands, dem zweitgrößten der Welt. Zwei Stunden, in denen der Ball eingepackt im Rucksack lag und die Hände nichts zu tun hatten, außer ab und zu in eine Gummibärchen-Tüte zu greifen.

Und jetzt: endlich angekommen! Die Jungs des MTV Wisch 09, einem Verein aus der Gemeinde Jork im Alten Land bei Hamburg, schmeißen ihr Gepäck auf den Turnhallen-Boden, wo sie heute Nacht schlafen werden. Christoph packt sofort die rot-gelbe Lederkugel aus. Plong, plong, prallt der Ball auf und nieder. Plong, plong. Und schon stehen drei andere Jungen bereit: "Hier, hier, wirf!"


Vor dem Spiel gibt Trainer Ulrich Pauluschke taktische Tipps und macht seine Spieler heiß: "Hauen wir die weg?" – "Jaaa!" (Foto von: Stefan Volk)
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Vor dem Spiel gibt Trainer Ulrich Pauluschke taktische Tipps und macht seine Spieler heiß: "Hauen wir die weg?" – "Jaaa!"

Doch so richtig geht die Post nicht in der Turnhalle ab, sondern draußen, ein paar Kilometer entfernt, auf der Lübecker Falkenwiese: Wo sonst Fußball- und Hockeymannschaften trainieren, sind diesmal 22 Rasenplätze abgesteckt. Über 1000 Spiele gibt es dort an diesem Wochenende zu erleben, Handball im Akkord. Beenden die Schiedsrichter eine Partie, stehen schon die nächsten beiden Mannschaften bereit.

Auch im Kopf der Jungen aus Jork gibt es an diesen zwei Tagen nichts als Handball. Wo auch immer sie hingehen werden, die Lederkugel ist dabei – beim Essen, abends in der Disco. Erst kurz vor Mitternacht wird ihnen ihr Trainer den Ball wegnehmen.


Christoph und zwei Teamkollegen sitzen am Spielfeldrand und beobachten die Konkurrenten. "Wow", raunt Christoph. Ein Abwehrspieler hat sich den Ball erkämpft, passt ihn nach vorn zu einem besser stehenden Mannschaftskameraden. Der dribbelt über den Rasen, springt vor der Torraumlinie gekonnt ab und wirft – Tor! "Handball ist einfach toll, weil es so schnell ist", kommentiert Christoph. "Außerdem fallen viel mehr Tore als beim Fußball", ergänzt Torwart Eike. "Und weil der Trainer so oft auswechseln kann, wie er will, kommen alle mal dran", sagt Abwehrchef Tim.


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Wie erfahrene Profis wirken die Jungen, wenn sie von ihrem Sport erzählen – was nicht verwundert. In Jork, einer 12 000-Seelen-Gemeinde, kommt kaum jemand auf die Idee, gegen einen Ball zu treten: Fast jedes Kind spielt hier Handball. Doch ernsthaft trainieren die zehn D-Jugendlichen erst seit vier Wochen miteinander. Das Turnier in Lübeck ist für sie der Härtetest: Ob sie schon zu einem Team zusammengewachsen sind? Gute Handballer, betont Trainer Ulrich Pauluschke, müssen mehr können als hart werfen und schnell rennen. Sie müssen die Schritte ihrer Mitspieler im Voraus erahnen, um den Gegenspieler täuschen und einen genauen Pass spielen zu können.



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