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Fotografieren und Freundschaften knüpfen
Neue Freunde zu finden ist für Nam nicht leicht. Die Neunjährige gehört zum Volk der Moken, die in Thailand nicht gut angesehen sind. Doch beim Fotokurs gelten andere Regeln: Hier fotografieren alle gemeinsam. Mit Fotoshow!
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Nam rückt ihre Digitalkamera solange zurecht, bis der Mann auf dem Display sichtbar wird. Dann drückt sie auf den Auslöser: ihr erstes Foto! Gemeinsam mit 14 anderen Kindern nimmt die Zwölfjährige an einem Fotografiekurs teil. Ein professioneller Fotograf zeigt den Jungen und Mädchen die Tricks, die sie kennen müssen, um gute Bilder zu machen. "Nimm die Kamera einmal hochkant", rät Yutaka Sagara, der Fotograf, "dann rückt das Gesicht des Mannes in den Mittelpunkt." Nam dreht die Kamera und nickt.
Fotografie-Projekt für Kinder
Gäbe es das von UNICEF unterstützte Projekt "InSightOut" nicht, würde sie vermutlich niemals fotografieren. Denn ihre Familie ist arm. Für eine eigene Kamera hätte sie niemals genug Geld. Mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder lebt Nam in einem Dorf mit 300 Einwohnern in der Nähe des Touristenortes Khao Lak an der Südwestküste Thailands. Nam, die mit vollem Namen Phamary Phatalay heißt, ist eine Moken. Das heißt, sie gehört zu einem Volk von Seenomaden, das in Thailand nicht besonders gut angesehen ist.
Kinder von kunterbunter Herkunft
Doch an dem Fotokurs nehmen nicht nur Moken teil, sondern auch die Kinder thailändischer Buddhisten und Moslems, und Kinder, die aus Myanmar stammen. Das ist kein Zufall. Zwar wurde das Fotoprojekt ursprünglich für Kinder ins Leben gerufen, die nach dem Tsunami 2004 ihre Familien verloren hatten – um ihre Trauer und Ängste mithilfe dieser Kunst ausdrücken zu können. Heute dient es aber vor allem dazu, Kinder der hier lebenden verschiedenen Gruppen miteinander bekannt zu machen.
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