GEOlino.de - Beruf: Hundetrainer Seite 1 von 3

Text von Esther Gusewski

Beruf: Hundetrainer

Im Fernsehen sind Hunde fast immer toll. Sie gehen artig an der Leine, retten Menschen und fangen Verbrecher. Im wirklichen Leben sieht das oft anders aus. Da pinkeln die Vierbeiner auf Teppiche und zerren an der Leine. Der Job eines Hundetrainers ist es, die bellenden Nervensägen zu angenehmen Hausgenossen zu machen


Anne ist genervt. Wenn sie mit ihrem Hund Paul Gassi geht, zerrt der Labrador mit aller Kraft an der Leine. So doll, dass er kaum noch zu halten ist. Spaß macht das spazieren gehen so nicht. Anne reißt Paul immer wieder zurück und schimpft ihn aus. Dem Hund ist das schnuppe. Dass jemand am anderen Ende der Leine hängt, interessiert ihn nicht.


Ulrike Geng ist Hundetrainerin. Sie bringt dem liebsten Freund des Menschen Manieren bei (Foto von: Esther Gusewski)
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Ulrike Geng ist Hundetrainerin. Sie bringt dem liebsten Freund des Menschen Manieren bei

Aus nervigen Vierbeinern Freunde machen

Als Anne nicht mehr weiter weiß, wendet sie sich an Ulrike Geng. Die 34-Jährige ist Hundetrainerin. Sie zeigt Hundebesitzern, wie sie aus dem nervigen Vierbeiner an ihrer Seite einen tollen Freund machen können.Dabei kam Ulrike Geng eher zufällig zu ihrem Beruf. Vor vielen Jahren war sie selbst auf der Suche nach einer Hundeschule und bemerkte: "Es ist nicht so einfach eine Schule zu finden, in der man sich gut aufgehoben fühlt." Mal wurden die Hunde schlecht behandelt, mal die Besitzer. Die Ausbilder brüllten die Hunde an und beschimpften die Herrchen. Spaß machte das nicht. Ulrike Geng suchte weiter und hatte Glück. Sie fand eine tolle Hundeschule und lernte die Sprache der Hunde zu verstehen. Plötzlich machte ihr die Sache so viel Spaß, dass sie selbst als Hundetrainerin arbeiten wollte. Sie besuchte Kurse und Seminare und machte Praktika. Irgendwann war es dann so weit: Ulrike Geng eröffnete ihre eigene Hundeschule.


Die Hunde müssen Ulrikes Anweisungen ganz genau befolgen (Foto von: Esther Gusewski)
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Die Hunde müssen Ulrikes Anweisungen ganz genau befolgen

Praktika kosten viel Geld

Hundetrainer ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Das bedeutet: Jeder kann sich so nennen. Eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht. Ulrike Geng rät jedem, der Hundetrainer werden möchte, möglichst viele Praktika zu machen und erfahrenen Hundetrainern bei der Arbeit über die Schulter zu gucken. Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken. Während Praktikanten in anderen Berufen nichts bezahlen müssen und ab und zu sogar ein paar Euro bekommen, kosten Praktika bei Hundetrainern richtig viel Geld. Eine Garantie, während des Praktikums etwas zu lernen, gibt es trotzdem nicht. Deshalb sollte man sich vor Beginn eines Praktikums ganz genau informieren und eventuell einen Schnuppertag einlegen. Dann sieht man ob der Praktikumsplatz auch wirklich der Richtige ist.



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