Hauptspalte:
Frauen verstehen alles, was Männer nicht sagen
Wer erfolgreich kommunizieren will, sollte nicht auf Ratgeber hören. Das wusste schon Gott, als er die Zehn Gebote verfasste. Die wirklich etwas zu sagen haben, setzen auf den Monolog. So wie unser Autor Hans Zippert
Seit die Menschheit die
Kommunikation entdeckt
hat, versucht sie, sich zu
verständigen. Doch die Geschichte
der Menschheit ist trotzdem
eine Geschichte der Missverständnisse.
Das hat ganz unterschiedliche
Gründe. Deutsche
verstehen beispielsweise Polen
sehr schlecht, was daran liegt,
dass Polen mit Vorliebe eine Sprache
benutzen, die sie Polnisch
nennen. Sagt ein Pole "dworzec",
verstehen 98 Prozent aller Deutschen
nur Bahnhof, und damit
liegen sie ausnahmsweise richtig,
denn dworzec heißt Bahnhof.
Wäre uns aber wirklich geholfen, wenn es ein Wörterbuch gäbe, aus dem man entnehmen kann, was Bahnhof in 255 verschiedenen Sprachen bedeutet? Schließlich gibt es in einigen Sprachen mangels Bahnhof im Land gar kein Wort dafür. Gebrauchen Menschen verschiedene Sprachen, kann man immerhin nachvollziehen, warum sie sich nicht verstehen, aber die Deutschen, die ja alle so etwas Ähnliches wie Deutsch sprechen, verstehen sich untereinander eigentlich noch viel weniger als Deutsche und Polen. Woran liegt das denn nun wieder?
Können Ratgeber das Verständigungschaos lösen?
Das Hauptproblem ist, dass
der Deutsche in vier Formen auftritt,
nämlich in östlicher, westlicher,
weiblicher und männlicher
Form. Selbst wenn man davon
ausgeht, dass sich das Ost-West-
Problem in ein paar Jahrzehnten
durch Assimilation oder Aussterben
von selbst löst, bleibt immer
noch die Aufteilung in Männer
und Frauen. Qualifizierte Experten
versuchen seit Jahrzehnten,
das Verständigungschaos aufzulösen. Sie versorgen die kommunikationsgestörten
Geschlechter
mit Ratgebern wie: "Warum
Männer nicht zuhören und Frauen
schlecht einparken", "Warum
Männer und Frauen aneinander
vorbeireden", "Männer sind anders,
Frauen auch", "Männer sind
vom Mars und Frauen auch",
Entschuldigung, es muss heißen:
"Männer sind vom Mars und
Frauen von der Venus".
Obwohl inzwischen jeder lesefähige
Mann und jede lesefähige
Frau mindestens ein Exemplar
eines solchen Ratgebers besitzt,
sind die Verständnisprobleme
eher größer geworden, was Scheidungs-,
Selbstmord-und Tablettenabhängigkeits-
Statistiken belegen.
Möglicherweise rührt der
ganze Ärger daher, dass Mann
und Frau verschiedene Ratgeber
gelesen haben.
Die Neuropsychologin Louann Brizendine fand vor kurzem heraus, dass das weibliche Gehirn weitaus mehr Kommunikationszellen besitzt als das männliche. Sie sagt: "Frauen haben einen achtspurigen Highway, um ihre Gefühle auszudrücken, Männer nur eine Landstraße." Unter diesen genetischen Vorbedingungen ist es eigentlich ausgeschlossen, dass Männer und Frauen sich auch nur ansatzweise verstehen. Aber allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz wollen Frauen weiterhin mit Männern zusammenleben, obwohl sie sich eigentlich viel besser mit einem Lemuren oder einem Zebra verständigen könnten. Weil Zebras nie ihre Unterhosen herumliegen lassen und in Savannenkreisen als sehr einfühlsame Zuhörer gelten. Viele verständigungsgestörte Beziehungen enden vor dem Scheidungsrichter oder der Scheidungsrichterin. Diese Menschen benutzen dann eine Sprache, die überraschenderweise von Männern und Frauen gleichermaßen sofort verstanden wird. Es gibt nämlich keinen Ratgeber mit dem Titel: "Warum Scheidungsrichter an uns vorbeireden" oder mit der These: "Scheidungsrichterinnen können nicht einparken". Die Sprache der Obrigkeit versteht jeder sofort. Niemand hat Schwierigkeiten, einen Satz wie: "Die Steuererklärung 2004 liegt uns immer noch nicht vor. Ich verhänge daher ein Zwangsgeld in Höhe von 3000 Euro" zu begreifen.
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Kommentare zu "Frauen verstehen alles, was Männer nicht sagen"
@ Daniel Kaiser: "...ein atheistischer Leser mit wachem Verstand..." Was man da jetzt wohl rauslesen soll als gläubiger Leser mit hoffentlich ebenfalls "wachem Verstand"... ;-) "...einen christlich-religiösen Blickwinkel attestieren" Na und? Sie dürfen Ihren Atheismus doch auch "fröhlich" in die Welt hinausposaunen, selbst wenn es niemaden interessiert... ;-) "Ein naturwissenschaftlich orientiertes Magazin wie GEO soll sich doch bitte von wissenschaftlichen Fakten leiten lassen und keine Propaganda betreiben." Aha... Religion vs. Wissenschaft oder was? Als gebildeter Mensch mit "wachem Verstand" sollten Sie mal darüber nachdenken, ob es in diesem Fall wirklich nur ein "entweder - oder" gibt... Nur weil man Religion nicht beweisen kann, darf man sie jetzt schon nicht mehr ansprechen, weil sich atheistische Gemüter sonst gekränkt fühlen? Von der "Propaganda-Paranoia" mal ganz zu schweigen... Aber keine Angst, der Autor hat bestimmt Besseres zu tun als Sie zu bekehren ;-)
Zebra, Paulwurf xD
Genial geschrieben! Respekt, Lob und Anerkennung!
wow eine der besten Satire die ich je gelesen habe!
Am Besten schmeißen wir also unsere Ratgeber ins Altpapier und machen - ohne Zeitverlust durchs Lesen - die Fehler bei der Kommunikation, die wir nach dem Lesen solcher Bücher erst recht(?) getan hätten. Etwas Wahres ist da gewiss dran.... Prima Satire - bitte mehr davon :)
:) Sehr amüsant, konnte nicht aufhören ihn zu lesen :D wirklich gelungen. das leute hier weinen wegen 8 spurigem highway bzw die landstraße sei verachtend.... liebe leute, wenn ihr nicht gelernt habt was humor ist, dann geht in den keller und schämt euch. genauso die anmaßende bemerkung der autor schreibe zu religiös. XD der autor schreibt wohl eher vom niveau her zu hoch für einige leute. NIVEAU IST KEINE CREME! sag ich da nur. schön tag noch ;D
Auf diesen Super-Beitrag von Hans Zippert mit zahlreichen Lebens-Wahnsinns-Wahrheiten - sagt eine wissende Frau (keine Emanze) - bin ich zufälllig beim GEO-Stöbern gestoßen; habe ihn schon 3-mal gelesen und über die Bilder des Beitrages kann ich mich kaputt lachen (meine ich positiv). Bitte noch so einen Artikel schreiben und publizieren...
Ja der Artikel ist kurzweilig. Doch wird er niemanden gerecht. Nicht die Menge, sondern die Qualität der Daten ist doch wichtig. Egal ob "8spurig oder nicht".
Amüsant zu lesen. Nur, wo ist der Rat? ;-) Oder war das die Pointe?!
Schöne Satire mit wahrem Kern. Und wie man an den Kommentaren sieht, ist selbst das Humorverständnis recht unterschiedlich ausgeprägt.
Daniel Kaiser | 26.12.2007 14:11 Dieser Artikel des Autors Zippert stellt auffallend viele Bezüge zu einem "Gott" her. Dies finde ich äußerst bedenklich! Ein atheistischer Leser mit wachem Verstand kann darin eine sublime religiöse Propaganda erkennen - trotz der gelungenen Unterhaltsamkeit in Bezug auf das Thema "Kommunikation". Auch die Anmerkung zum Iran finde ich leider in höchstem Maße taktlos und unangebracht. Man muss dem Autoren insgesamt einen christlich-religiösen Blickwinkel attestieren. Ein naturwissenschaftlich orientiertes Magazin wie GEO soll sich doch bitte von wissenschaftlichen Fakten leiten lassen und keine Propaganda betreiben. Mit freundlichen Grüssen D.K. Geniesen Sie doch einfach nur diese wundervolle und amüsante Aneinanderreihung von Wörtern. Danke
Dieser Artikel des Autors Zippert stellt auffallend viele Bezüge zu einem "Gott" her. Dies finde ich äußerst bedenklich! Ein atheistischer Leser mit wachem Verstand kann darin eine sublime religiöse Propaganda erkennen - trotz der gelungenen Unterhaltsamkeit in Bezug auf das Thema "Kommunikation". Auch die Anmerkung zum Iran finde ich leider in höchstem Maße taktlos und unangebracht. Man muss dem Autoren insgesamt einen christlich-religiösen Blickwinkel attestieren. Ein naturwissenschaftlich orientiertes Magazin wie GEO soll sich doch bitte von wissenschaftlichen Fakten leiten lassen und keine Propaganda betreiben. Mit freundlichen Grüssen D.K.
Der Artikel hat auch mich zum Schmunzeln gebracht. Wirklich schön geschrieben - obwohl ich mich zu den "Landstraßendenkern" zählen muss. Webmaster @ www.check24-7.de
Wenn die 8-spurigen Highways man nur nicht so oft hoffnungslos verstopft oder wegen Baustellen oder Unfällen teilweise gesperrt wären. Und wie schön fährt es sich doch an einem lauen Sommerabend auf einer gemütlich mäandernden Landstraße. Es lebe das Einfache!
Ein amysanter Artikel. :-) Eigentlich gehöre ich zu denen mit dem 8-spurigen Higway, aber uneigentlich stehe ich mehr auf zuhören. Und das nicht nur, weil ich 2 Töchter und einen redseeligen Mann habe. Übrigens, die Kommunikationsratgeber finde ich sehr überflüssig, da zu gelungener Kommunikation immer mindestens 2 gehören die -Beide- reden und zuhören und das im Wechsel. Schlimm wenn dann der Kommentar kommt: "Lass mich doch erst mal zu Ende reinreden!" :-)
Leider ist mein Kommentar beim ersten Mal nicht vollständig aufgenommen worden. Hier der zweite Versuch: Und noch ein Ratgeber... >Er steht einfach nicht auf Dich< von: Greg Behrendt und Liz Tuccillo - blanvalet Die o.g. Ratgeben stehen fast alle in meinem Regal (mehr oder weniger gelesen). Dieser war für mich definitiv der Beste!!
und noch ein Ratgeber: >Er steht einfach nicht auf Dich
Höchst amüsant und aus dem Leben gegriffen finde ich diesen Artikel. Wie ein kurzer Stopp vor einem Spiegelbild unsrer hektischen Lebensform. Wo soviele von uns das wirkliche miteinander Reden vor lauter Ratgeberlesen und gestelztem Umsetzen irgendwelcher Modemassenpsychosen vergessen und letztendlich gar verlernt haben... Schön das es noch Menschen gibt, die offensichtlich den Überblick, die Ruhe, den Humor und den Hang zum einfach Drauflosquatschen in ihrem Leben behalten haben - mein Dank an den Autor!
Maenner sind eine Landstrasse Frauen achtspuriger Highway, das finde ich selbst als Frau maenerverachtend sind den nur noch emanzen auf der Welt, die das Leben der eigenen Mutter mit Ihrer Zwangsehe vom Vater vergleichen ?
Gut beobachtet oder auch nicht, auf jeden Fall anregend zum Kommunikatzjonsversuch - das habt Ihr nun davon, ein weiterer überflüssiger Kommentar ...
Das ist ein wirklich unterhaltsam geschriebener Artikel. Da ich zu den mehrspurigen Highways zähle, würde ich sagen "Er macht mir auch etwas Angst, weil es wohl keine Richtschnur für Reden oder Schweigen gibt "(Sagt man was, wird es vielleicht mißverstanden, sagt man nichts, dann vielleicht auch "gg"). Zu viel Selbstbeobachtung ist für die Glücksgefühle sicher schlecht, immerhin kann man dann aber vielleicht noch über sich selbst lachen. Jetzt lausche ich aber lieber wieder dem Wind der Savanne, der redet und schweigt egal was ich tu.