Ernährung Genmais: Superpflanze oder Albtraumgewächs?

Genetisch veränderter Mais spaltet die Gemüter. Ein wahrer Segen für die einen – der schlimmste Albtraum für die anderen. Für euch haben wir die Vor- und Nachteile der neuen Maissorte gesammelt

Schon beim Wort "Gentechnik" verstehst du nur noch Bahnhof? Dann sieh dir erst einmal diesen Artikel an: Gentechnik: Wie gut ist Gen-Food?

Wie ihr bestimmt gehört habt, reden alle über "Genmais". Forscher haben nämlich, mittels "grüner Gentechnik", eine neue Maissorte hergestellt. Dieser Bereich der Gentechnik befasst sich nur mit Pflanzen. Entstanden ist: Mais 1507 – ein wahres Multitalent. Er ist sehr leicht anzubauen und für seine Schädlinge giftig. Trotzdem hat diese Maissorte viele Gegner. Wir erklären euch, wem der "Genmais" Vorteile bringt und wo er Schaden anrichtet.

Genmais: Superpflanze oder Albtraumgewächs?

Mittels "grüner Gentechnik" konnten Wissenschaftler Pflanzen verändern. Aber ist es ungefährlich in die Gene der Pflanzen einzugreifen?

Vorteile

Lebensmittelindustrie und Saatguthersteller Großen Nutzen aus der Einführung von Mais 1507 ziehen vor allem die Lebensmittel- und Saatguthersteller. Produzenten von genetisch veränderten Samen gewinnen nämlich viele neue Kunden in Europa. Die Lebensmittelindustrie kann mit den neuen Maissamen schneller, umfangreicher und günstiger Mais anpflanzen. Das bedeutet für beide, dass sie viel mehr Geld einnehmen. Auch uns kommt das zu Gute. Denn günstig hergestellte Produkte werden auch günstiger verkauft.

Die Umwelt Beim Anbau von Pflanzen werden oft Pestizide eingesetzt. Das sind chemische Stoffe, die verhindern, dass Schädlinge die Pflanzen befallen. Diese Pflanzenschutzmittel schaden aber auch anderen Lebewesen in der Umgebung. Beim Anbau des veränderten Mais müssen keine Pestizide versprüht werden. Denn bei diesem Mais ist das Gift durch die genetische Veränderung schon in der Pflanze enthalten.

Nachteile

Tiere und Pflanzen Doch leider löst die neue Maissorte das Pestizid-Problem nicht wirklich. Zum einen kann das Pestizid, das in die Pflanze eingebaut wurde, auch anderen Tieren schaden, die diese Pflanze anknabbern. Außerdem ist es möglich, dass sich dieser Mais mit anderen Pflanzen kreuzt und so unkontrolliert weiterverbreitet.

Außerdem sind Pflanzen in der Lage sogenannte Resistenzen zu entwickeln. Das bedeutet, dass sie gegen etwas widerstandsfähig werden. Auf Dauer könnte der Mais seine tödliche Wirkung auf die Schädlinge verlieren und man müsste doch wieder Pestizide versprühen.

Natürliche Landwirtschaft Bio-Bauern stellen ihre Lebensmittel ohne Gifte, also auf ökologische Weise, her. In Produkten dürfen keine genetisch veränderten Pflanzen enthalten sein. Sie haben große Anstrengungen, die Ausbreitung von verändertem Saatgut auf ihren Feldern zu verhindern. Außerdem müssen sie viel Geld für Tests bezahlen, mit denen sie beweisen, dass ihre Lebensmittel frei von Gentechnik sind.

Der Mensch Wir wissen heute noch nicht, welchen Einfluss genetisch veränderte Lebensmittel auf unsere Gesundheit haben. Bisher gibt es keine Studien, die die Folgen auf unseren Körper über lange Zeit untersucht haben.

Am Ende ist zu sagen, dass Mais 1507 viele Vorteile für die Wirtschaft bringt. Viele Nachteile beruhen darauf, dass man nicht weiß, wie sich die "grüne Gentechnik" auf die Natur auswirkt. Aber ist der Mais erstmal auf unseren Feldern angepflanzt, kann das nicht mehr rückgängig gemacht werden. Denn wir können seine Ausbreitung nicht kontrollieren.

Sagt uns eure Meinung zum Thema in unserer Umfrage!

Ärger mit der Gen-Tomate
Ärger mit der Gen-Tomate
16. Januar 2004 - Gen-Techniker sagen, sie würden Pflanzen und Tiere zum Nutzen der Menschen verändern. Doch viele Konsumenten fürchten Gesundheitsschäden. Lest hier, worum es beim Streit um die Gentechnik geht
Gentechnik: Wie gut ist Gen-Food?
Ernährung
Gentechnik: Wie gut ist Gen-Food?
Forscher wollen "perfekte" Nahrungsmittel erschaffen - mit Hilfe von Gentechnik. Das klingt zunächst gut, wirft aber viele Fragen auf. Wir beantworten die wichtigsten
Hilfe, die Plagen kommen!
Hilfe, die Plagen kommen!
Sie fressen unsere Vorräte, saugen unser Blut, nisten sich in unseren Häusern ein: Auf der Erde wimmelt es von Tieren, die uns Menschen das Leben schwer machen. Allerdings sind wir daran nicht immer ganz unschuldig
GEOlino-Newsletter
nach oben