Weltveränderer Sophie Scholl

Am 22. Februar 2018 jährt sich zum 75. Mal der Todestag der Geschwister Scholl. Sophie Scholl gehörte zu den wichtigen Kämpfern gegen den Nationalsozialismus. Lest hier, wie Sophie Scholl lebte und was sie als Teil der Gruppe "Weiße Rose" gegen das NS-Regime unternahm
Sophie Scholl

Die Widerstandskämpferin Sophie Scholl wurde nur 21 Jahre alt

Steckbrief: Sophie Scholl

  • Geboren: am 9. Mai 1921 in Forchtenberg, Baden-Württemberg
  • Nationalität: deutsch
  • Geschwister: Inge (1917–1998), Hans (1918–1943), Elisabeth (*1920), Werner (1922–1944), Thilde (1925–1926), und ein Halbbruder, Ernst
  • Eltern: Magdalena und Robert Scholl
     
  • Ausbildung und Studium: 1940 beginnt Sophie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Wenig später verpflichten sie die Nationalsozialisten zum Arbeitsund Kriegshilfsdienst. 1942 fängt Sophie an, in München Biologie und Philosophie zu studieren.
     
  • Widerstand: Zusammen mit ihrem Bruder Hans und anderen Studenten setzt sich Sophie in der Widerstandsgruppe Weiße Rose gegen die Nationalsozialisten ein. Am 18. Februar 1943 verteilen die Studenten Flugblätter direkt an der Universität. Der Hausschlosser beobachtet und verrät sie.
     
  • Gestorben: Sophie, Hans und Christoph Probst, ein weiteres Mitglied der Weißen Rose, werden nach der Flugblatt-Aktion verhaftet. Nach einem dreitägigen Verhör verurteilen die Nationalsozialisten die drei zum Tode. Am 22. Februar 1943 werden sie hingerichtet.
     
  • Zitat: "Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen."

Sophie und ihr Bruder Hans Scholl kämpften als Teil der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen die Diktatur des Nationalsozialismus. Dafür wurden sie zum Tode verurteilt.

Wie Sophie Scholl lebte

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg (Baden-Württemberg) geboren. Sie wuchs zusammen mit ihren fünf Geschwistern sowie der Mutter Magdalena und Vater Robert in Ludwigsburg und Ulm auf.

Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die Nationalsozialisten 1933 veränderte sich das Leben in Deutschland. Doch zu Beginn fanden Sophie und ihre Geschwister die Ideen der Nazis noch gut. In Ulm traten sie sogar freiwillig der Hitlerjugend und dem Bund Deutscher Mädel bei, den Jugendorganisationen der Nazis.

Schnell übernahmen die Scholl-Geschwister Führungsaufgaben in der Hitlerjugend und betreuten Gruppen. Sophie forderte „ihre Mädels“ immer wieder heraus, liebte Mutproben und war gern draußen in der Natur. Mit diesen Gruppen unternahmen sie Ausflüge und veranstalteten Zeltlager. Sie taten, was Kinder und Jugendlichen Spaß macht und verstanden zunächst nicht, dass ihnen dabei die Denkweise Adolf Hitlers anerzogen wurde.

Die Eltern von Sophie waren von der Begeisterung ihrer Kinder für die Hitlerjugend dagegen wenig angetan. Die beiden Christen lehnten die Haltung der Nazis ab - insbesondere die Verachtung der Juden - und versuchten, ihre Kinder aufzuklären. Sie erzählten ihnen unter anderem, dass Juden fliehen mussten, weil die Nazis sie sonst töten würden.

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Sophie Scholl bekommt Zweifel am System

Hans, Sophie und ihre Geschwister wachsen also mit den christlichen Werten auf der einen Seite und mit der Propaganda der Nazis auf der anderen Seite auf. Das führt auch in der Hitlerjugend zu Konflikten. 1938 muss Sophie sogar ihren Rang als Gruppenführerin abgeben.

Nach und nach keimen Zweifel in ihr. Sie bekommt mit, wie die Juden immer schlimmer schikaniert werden, nicht mehr arbeiten dürfen, verfolgt werden. Schließlich treten Sophie und Hanse Scholl Ende der 1930er Jahre aus den jeweiligen Organisationen aus.

Sophie begann im Anschluss eine Ausbildung als Kindergärtnerin, bis sie im Mai 1940 zwangsweise zum Kriegshilfsdienst berufen wurde. Diese Arbeit war für junge Erwachsene im Nationalsozialismus Pflicht. Etwa zeitgleich lernte sie ihren späteren Verlobten Fritz Hartnagel kennen.

Als sie später, nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, den sogenannten Reichsarbeitsdienst leistet, also in der Landwirtschaft und im Haushalt von Familien helfen muss, überdenkt sie ihr Leben, ihren Glauben und ihre Einstellung zum Nationalsozialismus.

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Wie Sophie Scholl und Hans Scholl die Welt veränderten

Hans, Sophies zwei Jahre älterer Bruder, studierte seit 1942 in München Medizin. Er hat sich von den Nazis abgewendet - und gründet mit seinem Freund Alexander Schmorell die Weiße Rose. Gemeinsam mit Freunden gründete er dort die "Weiße Rose", eine Widerstandsgruppe gegen die Nationalsozialisten.

Von nun an studierten die Mitglieder tagsüber und stellten in den Nächten heimlich Flugblätter her. Die ersten vier Flugblätter verfassten und verteilten die beiden allein, schickten je 100 Exemplare an Autoren, Professoren, Buchhändler. Sie forderten darin: "Leistet Widerstand, wo immer Ihr auch seid!"

Auch Sophie zog nach München, begann ein Biologie- und Philosophie-Studium und schloss sich der Gruppe der Weißen Rose an. Es ist harte Arbeit, Fotokopierer oder Laserdrucker gibt es schließlich noch nicht. Die Studenten verteilten die Flugblätter später in der ganzen Stadt, etwa in Telefonzellen.

"Im Namen der deutschen Jugend fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit zurück" und "Kampf gegen die Partei", stand dort geschrieben. Die Geschwister Scholl und die anderen Mitglieder der "Weißen Rose" brachten sich mit diesem Protest in Lebensgefahr. Denn wer zur Zeit des Nationalsozialismus offen gegen die Nazis wetterte, wurde verhaftet oder sogar getötet.

Das Ende der Weißen Rose

Zwar ist der Weißen Rose eine Zeit lang niemand auf die Spur gekommen. Doch lange sehr lange blieben Sophie Scholl und Hans Scholl nicht verschont. Als Sophie und ihr Bruder am 18. Februar 1943 wieder Flugblätter verteilten, gibt Sophie einem Blätterstapel auf der Brüstung im zweiten Stock der Uni einen Schubs, ganz plötzlich.

Die Papiere segeln hinab in den Innenhof – doch dort steht der Hausschlosser. Er rennt nach oben und brüllt: "Ich erhafte Sie!" Dieser kurze Moment, die Entdeckung – es ist das Ende der Weißen Rose.

Der Hausschlosser verriet die Geschwister Scholl an die Gestapo, die Geheime Staatspolizei im Nationalsozialismus. Schon wenige Tage später standen die beiden und ein weiteres Mitglied vor Gericht. Nachdem der Hausschlosser Hans und Sophie entdeckt hat, werden die beiden drei Tage lang verhört. Sie nehmen alle Schuld auf sich, versuchen vergeblich, ihre  Freunde zu schützen.

Und opfern für ihren Mut ihr Leben: Schon am 22. Februar werden sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Heute sind zahlreiche Straßen, öffentliche Plätze und Schulen nach den Geschwistern Scholl benannt. Sie gelten als Vorbilder und mit anderen zu den wichtigsten Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler und das NS-Regime.

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