Kinotipp Kinotipp: Wickie auf großer Fahrt

Nachwuchswikinger Wickie benutzt im Umgang mit Feinden lieber sein Köpfchen, als seine Muskeln. Sehr zum Leidwesen seines Vaters Halvar, der sich einen starken Nachfolger wünscht. Als Halvar entführt wird, leitet Wickie die Rettungsaktion. Mit Trailer!

Wickie (Jonas Hämmerle) ist ein schmächtiger Junge und der Sohn des wilden und furchtlosen Wikingerhäuplings Halvar (Waldemar Kobus). Im Gegensatz zu den meisten Bewohnern ihres Dorfes Flake verfügt Wickie aber über eine Waffe, die sich ein ums andere mal als deutlich effektiver erwiesen hat als rohe Gewalt: Der Häuptlingssohn hat nämlich Köpfchen! Er verhandelt lieber mit dem Gegner oder überlegt sich gewitzte Fallen als in alter Wikingermanier die Faust zu ballen. Sein Vater hingegen bedauert die merkwürdige Art seines Sohnes sehr. Halvar ist ein Wikinger wie er im Buche steht: Groß, stark, furchtlos und abenteuerlustig. Mit seiner Bande nicht minder wilder Krieger zieht er immer wieder zu Raubzügen los und plündert ferne Dörfer aus. Auf einem dieser Raubzüge fällt ihm nicht nur die junge Diebin Svenja (Valeria Eisenbart) in die Pranken, sondern auch ein geheimnisvolles Büchlein, in dem der Weg zum sagenumwobenen "Schatz der Götter" beschrieben steht.

Kinotipp: Wickie auf großer Fahrt

Das offizielle Filmplakat zu "Wickie auf großer Fahrt"

Die Schatz soll der Hammer des Donnergottes Thor sein - eine Waffe, die seinem Besitzer gewaltige Macht verleiht. Prompt wird Halvar von seinem ärgsten Widersacher, dem Schrecklichen Sven (Günther Kaufmann), entführt. Sven will den Schatz der Götter um jeden Preis in seinen Besitz bringen. Als bekannt wird, dass Halvar entführt wurde, wird Wickie zum neuen Häuptling ernannt, denn so sieht es das Stammesrecht von Flake vor. Und Wickie will alles daran setzen, seinen Vater zu befreien und die Pläne des Schrecklichen Sven zu durchkreuzen. Dabei hilft ihm neben seiner tapferen, aber nicht besonders schlauen Bootsbesatzung auch die Diebin Svenja, in der deutlich mehr steckt, als es der erste Eindruck erahnen lässt. Auf ihrer Reise erleben die Wickinger viele Abenteuer an außergewöhnlichen Orte. Doch wird Wickie seinen Vater berfreien können? Wird sich sein cleveres Köpfchen gegen die vielen Muskeln der Feinde durchsetzen?

Viele Neuerungen

Kinotipp: Wickie auf großer Fahrt

"Wickie auf großer Fahrt" ist bereits das zweite große Kinoabenteuer des cleveren Winkingerjungen. Den ersten Film setzte noch der Komiker Michael "Bully" Herbig in Szene. Aus zeitlichen Gründen wirkte er an dem aktuellen Teil aber nicht mit. Doch weil der erste Teil so erfolgreich war, erschien eine solche Fortsetzung aber sinnvoll. Und so wurde Regisseur Christian Ditter, der mit "Die Vorstadtkrokodile" schon Kinderfilmerfahrung hat. So unterscheiden sich beide Filme deutlich. Wo "Bully" Herbig mit reichlich Anspielungen auf andere Filme, aktuelle Ereignisse und dem Einsatz vieler bekannter Gesichter auftrumpfte, konzentriert sich Ditter stärker auf das "Wickie"-Universum. Dadurch verliert der Film an Klamauk, was ihm aber keinesfalls schadet. Im Gegenteil: Ditters Film wirkt eigenständiger und vermag mehr zu fesseln, als es in "Bully" Herbigs Werk der Fall war.

Zusätzlich wurde "Wickie auf großer Fahrt" als erster deutscher Realfilm komplett in 3D gedreht. Dabei wurde die "Real 3D"-Technologie verwendet, bei der spezielle Kameras genutzt werden, statt künstliche Effekte in der Nachbearbeitung. Insgesamt ist die Umsetzung sehr gut gelungen, auch wenn die sonstigen Spezialeffekte nicht dem internationalen Niveau entsprechen. Die Geschichte des Films ist spannend erzählt und wird von den Darstellern fast ausschließlich hervorragend getragen. Jonas Hämmerle hat seine Schauspielkünste im Vergleich zum ersten Film ein gutes Stück weit verbessern können und auch Neuzugang Valeria Eisenbart überzeugt. Allerdings: So richtig wikingerhaft kommt nur Günther Kaufmann als "Schrecklicher Sven" an. Überraschend unaufdringlich ist der Gastauftritt des deutschen Topmodels Eva Padberg, die als kämpferische Amazone in Erscheinung tritt.

Fazit

"Wickie auf großer Fahrt" bietet spannende Unterhaltung mit einigen Überraschungen und reichlich Humor. Die Schauspieler, die im ersten Teil noch Laien waren, sind viel gelassener und tragen die unterhaltsame Geschichte des Films sehr gut. Kleinere Schwächen, besonders in der ersten Filmhälfte, fallen letztlich kaum ins Gewicht. Der 3D-Effekt ist ein kleiner Bonus, hätte aber nicht unbedingt sein müssen.

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