GEOlino Nr. 05/06 - Zimmer frei! Die verrücktesten Baumhäuser der Welt Seite 1 von 2

Text von Katharina Beckmann

Fußball-Serie, Teil 2: Fußball im Labor

Es ist nur ein Spiel. Und ganz einfach: zwei Mannschaften, ein Ball. Wer die meisten Tore schießt, der gewinnt. Dass Wissenschaft und Technik längst auf Schritt und Tritt dabei sind, fällt zum Glück nicht weiter auf. Aber wir verraten es euch


Der Roboterfuß tritt hundertfach aus derselben Position gegen den Ball: Der Ball fliegt immer wieder genau in die rechte obere Torecke (Foto von: Peter Ginter)
© Peter Ginter
Foto vergrößern
Der Roboterfuß tritt hundertfach aus derselben Position gegen den Ball: Der Ball fliegt immer wieder genau in die rechte obere Torecke

Ein Albtraum! Deutschland steht im WM-Finale und hat in der 90. Minute eine Riesenchance. Der Stürmer schießt, doch statt ins Tor fliegt der Ball knapp ins Aus, weil er schlapp gemacht hat. Ein Riss in der Hülle.

Markus Dietrich schüttelt sich bei dem Gedanken. Doch der Materialforscher weiß: "Das wird nicht passieren!" Er hat den offiziellen Weltmeisterschafts-Ball geprüft. Der rumpelte bei einem Test vier Stunden in einer Waschmaschine, deren Trommel mit Schmirgelpapier ausgekleidet ist. Ohne Schaden kam die Kugel wieder heraus. Seither ist sich Dietrich sicher: Dieser Ball reißt selbst dann nicht, wenn eine Mannschaft ein Jahr lang dreimal in der Woche damit spielt.


Auf die Flicken und Nähte kommt es an

Seit 2003 haben Markus Dietrich und seine Kollegen an dem neuen Modell getüftelt. Die Ingenieure im Labor der Firma Adidas grübelten, warum die alten Bälle oft nach rechts oder links abdrehten, obwohl der Spieler geradeaus gezielt hatte. Ein Knackpunkt: die vielen schwarzen und weißen Flicken, aus denen der Ball zusammengenäht ist. Je nachdem, ob der Spieler den Ball auf den Flicken trifft oder auf den harten, kantigen Nähten, verformt sich das runde Leder unterschiedlich und fliegt, wohin es will.


Ein Schuss mit dem nackten Fuß ist schneller als mit dem Turnschuh, weil die Spieler den Fuß besser durchstrecken und dadurch den Ball direkter treffen können (Foto von: Peter Ginter)
© Peter Ginter
Foto vergrößern
Ein Schuss mit dem nackten Fuß ist schneller als mit dem Turnschuh, weil die Spieler den Fuß besser durchstrecken und dadurch den Ball direkter treffen können

Ein Roboter beweist es

Um das zu verhindern, ersetzten die Forscher die 32 Fünf- und Sechsecke, aus denen die Außenhülle der Bälle besteht, durch 14 Flicken, die aussehen wie Propeller. Dadurch hat der Ball weniger Verbindungsstellen. Die Spieler können genauer schießen. "Hier kommt der Beweis", sagt ein Ingenieur. Nebenan steht ein silbrig glänzender Roboterfuß. Der ist darauf programmiert, gegen Bälle zu treten. Und befördert sie tatsächlich immer wieder in dieselbe Torecke. Oben rechts.



Seite 1 von 2


Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap