GEOlino.de - GEOlino.de Osterspecial Seite 1 von 3

Alte Osterbräuche

Wusstet ihr eigentlich, dass Australier Osterhasen überhaupt nicht mögen und Bulgaren gerne Eier zerschlagen? GEOlino zeigt euch, wie in anderen Ländern Ostern gefeiert wird


Warum gibt es eigentlich Ostern?

An dem verlängerten Wochenende, das dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang folgt, gedenken die Christen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Auch wenn es heutzutage zu Weihnachten mehr Geschenke gibt - Ostern ist seit über 1700 Jahren das wichtigste Fest im Kirchenkalender. Das Wort "Ostern" geht wahrscheinlich zurück auf eine germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin namens Eostrae, zu deren Ehren in dieser Jahreszeit ein Fest gefeiert wurde.


 (Foto von: Monika Aichele)
© Monika Aichele
Foto vergrößern

Was haben die Hasen und die Eier mit Ostern zu tun?

Beide gehören zu vorchristlichen Bräuchen: Denn Hase und Ei gelten seit Urzeiten als Symbole für Fruchtbarkeit und den Beginn neuen Lebens. Der Hase könnte als Frühlingsbote sogar das heilige Tier der germanischen Göttin Eostrae gewesen sein. Darüber hinaus wurde an Ostern einfach aufgegessen, was vorher ins Haus gekommen war: Im Mittelalter war kurz vor Ostern Zahltag für all jene, die Schulden zu begleichen hatten. Diese wurden oft mit Hasen "getilgt" - oder auch mit Eiern. Wer sich schließlich den Eier bringenden Osterhasen ausgedacht hat, ist unklar. Fest steht nur: Die erste bekannte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1678.


 (Foto von: Monika Aichele)
© Monika Aichele
Foto vergrößern

Warum wollen AUSTRALIER den Osterhasen abschaffen?

Osterbräuche hin oder her - in Australien hat Meister Lampe einen wirklich miesen Ruf. Das hat er seinen Verwandten, den Kaninchen, zu verdanken. Die gab es dort ursprünglich nicht. Erst vor rund 150 Jahren setzten europäische Siedler einige Tiere aus. Da sie kaum auf natürliche Feinde trafen, vermehrten sich die Kaninchen wie verrückt; heute gibt es in Australien etwa 300 Millionen - 16 auf jeden Menschen. Die Folge dieser Plage: Die Langohren fressen alles kahl, sodass für viele einheimische Tierarten nichts mehr bleibt. Diese werden verdrängt und sterben schließlich aus. In Gefahr ist zum Beispiel der Bilby, ein so genannter Nasenbeutler. Doch der ist nicht nur vom Kaninchen bedroht, sondern sieht ihm mit seinem weichen Fell und den langen Löffeln auch noch ähnlich. Ein prima Ersatz-Osterhase, dachten sich die Australier. Und so macht der Bilby seit einigen Jahren Karriere; in den Geschäften etwa hat der Schoko-Nasenbeutler seine Hasen-Konkurrenz schon ausgestochen. Und das Beste ist: Ein Teil des Geldes, das mit den Osterbilbys verdient wird, geht in Projekte zum Schutz einheimischer Tierarten.



Seite 1 von 3
 
1 - 2 - 3

Schlagwörter zum Artikel

Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap