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Kino-Tipps

Kinotipp: Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Die Weihnachtswelt wird regiert vom fiesen Waldemar Wichteltod und der Zauber des Weihnachtsfestes droht verloren zu gehen. Doch der letzte echte Weihnachtsmann, Niklas Julebukk, kämpft dagegen an – und erhält unerwartete Hilfe. Mit Trailer!


Charlotte und Ben freuen sich über die Geschenke des Weihnachtsmanns (Alexander Scheer)            (Foto von: Constantin Film Verleih GmbH)
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Charlotte und Ben freuen sich über die Geschenke des Weihnachtsmanns (Alexander Scheer)

Seitdem der fiese Geschäftsmann Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink) den Vorsitz der Weihnachtsrats und damit die Macht über die Weihnachtswelt an sich gerissen hat, ist nichts mehr wie es war: Die Wünsche der Kinder auf der Erde werden nicht mehr beachtet und selbst Rentiere wurden durch Motorschlitten ersetzt. Und das schlimmste: selbstgebastelte und persönliche Geschenke wurden abgeschafft!

Wichteltod und dem Rat geht es nur noch ums Geld. Alle Weihnachtsmänner, die sich weigerten, das alles mitzumachen sind zu Eissäulen erstarrt. Nur einer ist noch übrig: Niklas Julebukk (Alexander Scheer). Ihm gelingt mit Rentier Sternschnuppe, den Weihnachtsengeln Matilda (Christine Urspruch) und Emmanuel (Charly Hübner) sowie zwei Kobolden die Flucht. Doch die dauert nicht lange. Wichteltod aber schickt ein Gewitter, sodass Julebukks Schlitten auf die Erde stürzt.


Das offizielle Filmplakat zu <em>Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel</em> (Foto von: Constantin Film Verleih GmbH)
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Das offizielle Filmplakat zu Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Dort trifft der letzte Weihnachtsmann den Schüler Ben (Noah Kraus), bei dem sich zwei Wochen vor Heiligabend noch so gar keine Feststimmung eingestellt hat. Seine Stimmung ist eh im Keller. Gerade erst hergezogen, hat Ben noch keine Freunde gefunden, seine Mutter (Jessica Schwarz) ist mit der Eröffnung ihres Schokoladenladens beschäftigt und sein Vater (Fritz Karl) hat auch wenig Zeit für ihn. Klar, dass er hellauf begeistert ist, als der leibhaftige Weihnachtsmann ihn um Hilfe bei der Rettung des Festes bittet. Auch Bens Nachbarin Charlotte (Mecedes Jadea Diaz) und ihr Hund Wutz stossen als Unterstützung dazu. Irgendwie müssen die drei es schaffen, den Zauber des Weihnachtsfestes wiederherzustellen und die alljährliche Konsumschlacht zu beenden. Doch mit Waldemar Wichteltod und seiner Nussknacker-Armee ist nicht zu spaßen! Ein aufregendes Abenteuer beginnt...


Weihnachtsmann mal anders

Die Buchvorlage zu "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" lieferte Cornelia Funke, die mit "Herr der Diebe" und der "Tintenherz"-Serie bereits große, internationale Erfolge feiern konnte. Ihre Bücher wurden schon in 37 Sprachen übersetzt, doch den größten Zuspruch erfährt sie aber nach wie vor in Deutschland. Die Verfilmungen ihrer Geschichten fallen sehr unterschiedlich aus: Während "Herr der Diebe" und "Tintenherz" zurecht floppten, kamen die "Die wilden Hühner"-Verfilmungen sehr gut beim Publikum an.

"Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" hat das Potential, ebenfalls ein erfolgreicher Film zu werden. Und das liegt ganz besonders an Alexander Scheer, der Niklas Julebukk verkörpert. Seine so gar nicht der allgemeinen Vorstellung des dicken Weihnachtsmannes mit dem Rauschebart entsprechende Darbietung ist erfreulich frisch, lässig und ungewöhnlich.


Ben (Noah Joel Kraus) und Fred (Fritz Karl) schmücken gemeinsam den Weihnachtsbaum (Foto von: Constantin Film Verleih GmbH)
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Ben (Noah Joel Kraus) und Fred (Fritz Karl) schmücken gemeinsam den Weihnachtsbaum

Auch die Kinderdarsteller Noah Kraus und Mercedes Jadea Diaz machen ihre Sache sehr gut. Die erwachsenen Darsteller übertreiben es aber mitunter in ihrer Gestik, wie man es vom deutschen Kinderfilm kaum anders kennt. Volker Lechtenbrink kommt da als Bösewicht noch am glaubwürdigsten an.

Die Rollen wurden im Vergleich zu Julebukk ziemlich bieder angelegt, was den Weihnachtsmann zwar noch cooler erscheinen lässt, die restlichen Figuren allerdings auch noch langweiliger. Den Charme der Erzählweise von Regisseur Oliver Diekmann trübt das allerdings aber überhaupt nicht. Negativer fällt da ins Auge, dass sich Diekmann besonders bei Action-Sequenzen oft zu viel vorgenommen hat, wodurch weder die Effekte, noch das Tempo einiger Szenen richtig zur Geltung kommen. Beruhigen sich die Bilder wieder, steigt auch ihre Qualität.

Ebenfalls kein optimales Händchen wurde bei der Komposition des Soundtracks bewiesen. Ganz und gar unpassende Popsongs vermiesen mitunter aufkommende Weihnachtsstimmung und reissen die Zuschauer eher aus der Geschichte, als sie mit dem Stilmittel der Musik weiterzuführen. Glücklicherweise ist die Cornelia Funkes Buchvolage zu gut, um von derartigen Schwächen ruiniert werden zu können. Die augenzwinkernde Kritik an der weihnachtlichen Konsumschlacht, gepaart mit Witz und Spannung, garantiert gute Unterhaltung zur Vorweihnachtszeit.



Fazit

"Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" ist ein weihnachtlicher Familienfilm mit hervorragender Hintergrundgeschichte, sehr guten Schauspielern und einem ganz besonders guten Weihnachtsmann. Einige technische und musikalische Schwächen stören dabei nur wenig.

"Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" - ab 24. November im Kino!





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