Silvester Silvester- und Neujahrsbräuche weltweit

An Silvester lassen wir es hierzulande krachen, schießen Raketen in die Luft, gießen Blei und orakeln damit über die Zukunft. Aber was tun die Menschen in anderen Ländern?
Die Uhr an Silvester zeigt kurz vor zwölf
In diesem Artikel
Schweiz: Silvesterchläuse
Spanien: Glücksweintrauben essen
Bulgarien: Kornelkirschen schmücken
Niederlande: Neujahrsbaden
Brasilien: Meeresgöttin Yamanjá
Ecuador: Puppen basteln
Myanmar: Wasserschlacht

Schweiz: Silvesterchläuse

Ooooohhhh, Tannenbaum! Tatsächlich marschieren im Appenzeller Hinterland im Nordosten der Schweiz an Silvester Nadelbäume auf zwei Beinen von Haus zu Haus. In diesen Kostümen aus Reisig, Zweigen, Moos und Flechten stecken die Silvesterchläuse.

Ihre Gesichter verbergen die Männer zumeist unter Masken aus Tannenzapfen, dazu schultern sie schwere Kuhglocken, mit denen sie in aller Früh Radau machen. Und das sogar gleich zweimal im Jahr. Einst lebten die Appenzeller nämlich nach dem julianischen Kalender. Silvester fiel danach auf den 13. Januar.

Als im 16. Jahrhundert der gregorianische Kalender eingeführt wurde und sich der Jahresbeginn verschob, beschlossen die Menschen kurzerhand, doppelt zu "chlausen": am 31. Dezember und am 13. Januar.

Spanien: Glücksweintrauben essen

Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong. Ding, dong.

Während unsereins um Mitternacht fröhlich "Prost Neujahr" ruft, haben die Spanier den Mund voll. Mit jedem Glockenschlag schieben sie sich eine Glücksweintraube in den Mund, schließen die Augen und wünschen drauflos. Zwölfmal. Das muss schnell gehen! Wer sich verzählt oder beim Wünschen durcheinanderkommt, dem droht Unheil im nächsten Jahr! Heißt es zumindest…

Bulgarien: Kornelkirschen schmücken

Kinder in Bulgarien sind an Silvester ganz schön schlagfertig! Dafür sammeln sie zunächst Äste der Kornelkirsche – ein Baum, der schon im Winter grünt – und schmücken diese mit bunten Bändern, Nüssen und Co. Die "Schlagstöcke" nennen sie "surwatschki".

In Gruppen ziehen sie damit von Haus zu Haus und versetzen den Bewohnern leichte Hiebe auf den Rücken. Das soll den Menschen Glück und Reichtum bescheren.

Niederlande: Neujahrsbaden

Die Niederländer tauchen am Neujahrsmorgen erst einmal unter. Na ja, sicher nicht alle. Doch in einigen Gegenden, etwa in Scheveningen, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein feuchtfröhlicher Brauch durchgesetzt: das Neujahrsbaden, "nieuwjaarsduik"auf Niederländisch.

Dabei springen die Unverfrorenen unter den Niederländern in das eiskalte Wasser der Nordsee – und beginnen das neue Jahr damit äußerst frisch!

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Brasilien: Meeresgöttin Yamanjá

Eine Party am Strand – einfach göttlich! Und das ist in Brasilien wortwörtlich gemeint. An Silvester huldigen die Menschen, meist weiß gekleidet, der Meeresgöttin Yemanjá. Sie beladen kleine Boote mit Blumen, Süßigkeiten und anderen Opfergaben und setzen sie für Yemanjá in die Atlantikwellen, bevor sie selbst ins Wasser stürmen.

Freilich gut gestärkt nach einer Portion Feijoada, einem traditionellen Bohneneintopf. Die Silvesterspeise soll gut sein für die Finanzen…

Ecuador: Puppen basteln

"Año viejo", altes Jahr, nennen die Ecuadorianer den letzten Tag des Jahres, an dem sie buchstäblich Feuer und Flamme sind, das Schlechte der Vergangenheit loszuwerden. Also basteln sie riesige Puppen aus alter Kleidung, die sie mit Sägemehl und Papier ausstopfen.

Manch einer versetzt den "monigotes", den Hampelmännern, noch eine ordentliche Tracht Prügel. Um Mitternacht schließlich beginnt das große Zündeln: Die Puppen gehen in Flammen auf, das Übel des alten Jahres hat ein Ende.

Myanmar: Wasserschlacht

Sauber! In Myanmar feiern die Menschen den Jahresbeginn mit viiieeel Wasser. Mit Eimern, Schläuchen und Wasserpistolen machen sie sich gegenseitig nass. Thingyan heißt das buddhistische Fest, das im April begangen wird – dann startet in Myanmar nämlich das neue Jahr.

Der Tradition nach symbolisiert das Wasser die Reinigung. Nebenbei sorgt es natürlich für Abkühlung: Schließlich klettern die Temperaturen im April oft auf mehr als 30 Grad Celsius.

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