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Leben und Lernen im Tempel


Um fünf Uhr aufstehen, nur zwei Mahlzeiten am Tag - thailändische Nachwuchsmönche haben es nicht leicht. Dafür bekommen sie eine gute Ausbildung Mit Foto-Show

Inhaltsverzeichnis

Mensch, was für eine Hitze! Sumit Panacharuendet und Charlee Chakuh fühlen sich, als klebten sie auf einem heißen Backblech. Nicht auszuhalten. Und dann auch noch diese Buckelpiste! Seit Stunden sind die beiden jetzt unterwegs. Bei jedem Schlagloch machen sie einen Hüpfer in ihrem Taxi. Den Fahrer scheint das nicht zu stören. Aber er sitzt ja auch nicht hinten, dort, wo es die Mitfahrer besonders heftig durchrüttelt. Außerdem hat das Auto keine Hecktür. Schnell sind die beiden vom Staub wie paniert. Doch diese Tour ist immer noch besser als die Reise in einem überfüllten Bus oder ein weiter Fußmarsch!

Besuch im Bergdorf: Sumit (links) und Charlee haben endlich Ferien. Charlee trägt immer noch sein Namensschild aus dem Tempel
Besuch im Bergdorf: Sumit (links) und Charlee haben endlich Ferien. Charlee trägt immer noch sein Namensschild aus dem Tempel
© Tina Ahrens

Nur zwei Räume für die ganze Familie

Die Jungs sind auf dem Weg in Charlees Heimat, einem thailändischen Bergdorf bei Mae Hong Son, nahe der Grenze zu Myanmar. Dort will der 15-Jährige zusammen mit seinem ein Jahr jüngeren Freund Sumit die Ferien verbringen. Charlees Familie wohnt in zwei Hütten. In der linken ist die Küche, rechts das Schlafzimmer - für die ganze Familie.

Kein Kino, keine Partys, kein Geld

Spaziergang am Wasser: An einem Fluss in der Nähe von Charlees Dorf im Norden Thailands sind die beiden Freunde unterwegs, um Fische zu füttern - nur so zum Spaß
Spaziergang am Wasser: An einem Fluss in der Nähe von Charlees Dorf im Norden Thailands sind die beiden Freunde unterwegs, um Fische zu füttern - nur so zum Spaß
© Tina Ahrens

Charlee kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. Er ist Novize, also Nachwuchsmönch. Wie Sumit lebt er während der Schulzeit in einem Tempel bei Chiang Mai, sechs Autostunden von seinem Dorf entfernt. Und auch in den Ferien müssen sie sich "benehmen" und strenge Regeln beachten: Sie sind Buddhisten und dürfen als angehende Mönche keine Lebewesen verletzen, nicht ins Kino gehen, keine Partys feiern und kein Geld haben. Sie müssen sich das Essen erbetteln und besitzen kaum mehr als ihr orangefarbenes Gewand. Zweimal am Tag, morgens um sechs und um elf, dürfen sie essen.

Froh über die Ausbildung

Im Tempel tragen sie Namensschilder, bis sich die älteren Mönche alle neuen Gesichter gemerkt haben. Keiner der Novizen soll schließlich unerkannt Unsinn machen können.

Aber die Kontrolle stört die Schüler kaum - sie sind froh, dass sie eine Ausbildung bekommen. Denn hier lernen sie nicht nur die Regeln ihrer Religion, sondern auch Englisch, Mathematik und sogar Medizin. Das Kinderhilfswerk UNICEF unterstützt die Arbeit des Tempels. In einem Projekt werden die Mönche über AIDS aufgeklärt. Ihr Wissen sollen sie dann in die Dörfer tragen - die Bevölkerung auf dem Land weiß immer noch sehr wenig über die AIDS-Gefahr. Und so können Charlee und Sumit bald Rat und Hilfe nach Hause bringen, wenn ihre Novizenzeit beendet ist.

Charlee schaut seiner Mutter nicht nur bei der Arbeit zu, sondern hilft daheim auch fleißig mit
Charlee schaut seiner Mutter nicht nur bei der Arbeit zu, sondern hilft daheim auch fleißig mit
© Tina Ahrens

Foto-Show: beten, essen, pauken

Und nun wartet noch eine kleine Foto-Show auf euch. Beten, essen, pauken - das ist der Alltag der jungen Mönche.

Alles unter einem Dach: In der Tempelanlage von Wat Srisoda leben und lernen die Nachwuchsmönche
Alles unter einem Dach: In der Tempelanlage von Wat Srisoda leben und lernen die Nachwuchsmönche
© Tina Ahrens
Sumit spricht ein Gebet
Sumit spricht ein Gebet
© Tina Ahrens
Schüler stehen für das Mittagessen an
Schüler stehen für das Mittagessen an
© Tina Ahrens
Pauken: Sumit konzentriert sich im Unterricht
Pauken: Sumit konzentriert sich im Unterricht
© Tina Ahrens
Zwischendurch ist Zeit für ein Brettspiel
Zwischendurch ist Zeit für ein Brettspiel
© Tina Ahrens
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