Kinotipp: Gnomeo und Julia

Ausnahmezustand im Vorgarten: Die verfeindeten Gartenzwerge der blauen und der roten Familie bekämpfen sich Tag für Tag bis aufs Blut - bis sich eines Tages der blaue Gnomeo und die rote Julia ineinander verlieben. Mit Trailer und Gewinnspiel!
In diesem Artikel
Fazit

Das beschauliche, englische Städtchen Stratford-upon-Avon: Hier tobt seit Jahren ein Nachbarschaftsstreit zwischen Mister Capulet und Miss Montague im geteilten Reihenhaus. Doch nicht nur die beiden Streithähne liegen in Clinch, das böse Blut hat sich sogar auf die Gartendekoration ausgebreitet. Denn was niemand weiß: Kaum sind die Menschen aus dem Haus, erwachen die Gartenzwerge und sonstigen keramischen Bewohner der Vorgärten zum Leben und setzen die Rivalität der Nachbarn auf ihre Weise fort. Die blau gekleidete Familie der Gräfin Blaublut auf der einen, und die rot gekleidete Familie des Grafen Zinnoberrot auf der anderen Seite lassen keine Gelegenheit aus, sich an die Gurgel zu gehen. Blaubluts Vorzeigezwerg Gnomeo (gesprochen von Bürger Lars Dietrich) mischt in dem Streit eigentlich nur dann mit, wenn es um ein spektakuläres Rasenmäher-Rennen gegen den roten Schläger Tybalt geht. Ansonsten hält er sich aus dem Konflikt lieber heraus.

Kinotipp: Gnomeo und Julia

Das offizielle Filmplakat zu "Gnomeo und Julia"

Auch Julia (gesprochen von Maren Rainer), die Tochter des Grafen Zinnoberrot, hält nicht viel von der ewigen Streiterei. Eines Nachts aber entschließt sie sich, auf einem angrenzenden, verwilderten Grundstück eine besonders schöne Orchidee für den Garten ihrer Familie zu pflücken. Dabei stößt sie zufällig auf Gnomeo und die beiden verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Bald müssen sie aber feststellen, dass ihre Liebe vom andauernden Kampf ihrer Familien auf eine harte Probe gestellt wird. Wird es ihnen gelingen, die streitenden Parteien zu versöhnen oder zerbricht das junge Glück am Nachbarschaftsstreit?

Kindgerecht und kreativ

Dass „Gnomeo und Julia“ im Städtchen Stratford-upon-Avon spielt ist kein Zufall, ist dies doch der Geburtsort des englischen Schriftstellers William Shakespeare. Dieser lieferte im Jahr 1597 mit seiner weltberühmten Tragödie „Romeo und Julia“ die Vorlage für die Gartenzwerg-Romanze. Von der ursprünglichen Geschichte hat Regisseur Kelly Asbury nur den groben Rahmen übernommen und den Rest gründlich aufpoliert. Knallbunt, frech und mit viel Humor setzt er die Figuren in den Kriegsschauplatz Vorgarten und vollbringt das Kunststück, seine Geschichte trotz ständiger Gegenwart von Kampf und Tod mit einem Augenzwinkern zu erzählen. Die Animation des Films geht auf das Konto der kanadischen Firma Starz, die ihren Job sehr gut gemacht hat. Die Porzellangesichter der Zwerge wirken tatsächlich lebendig und viele Details wie abgeplatzte Farbe an den Figuren oder die stumpfe Oberfläche der der Keramikoberflächen wurden eingearbeitet. Die Umgebung allerdings ist nicht so gut gelungen. Sie wirkt eher wie aus einer günstigen Fernsehproduktion entnommen und ist relativ arm an Details.

Was „Gnomeo und Julia“ besonders auszeichnet ist eine Fülle äußerst witziger Ideen, die sowohl in die Geschichte, als auch in das Design der Figuren eingebracht wurden. Vor allem bestimmte Nebenfiguren peppen den Film auf. Julias beste Freundin Nanette, eine Froschdame aus Ton, wird von Anke Engelke gesprochen. Mit viel Wortwitz plappert Engelke drauflos und erinnert dabei nicht selten an ihre fantastische Sprechrolle als Dorie in „Findet Nemo“. Dazu kommen ein verliebter Plastikflamingo, ein bösartiges Rehkitz, eine Horde winziger Kampfzwerge und reichlich weitere, schräge Charaktere. Bei der Vielzahl von Ideen ist auffällig, dass im Gegensatz zu den meisten Animationsfilmen der letzten Zeit fast ausschließlich auf kindgerechten Humor gesetzt wurde. Filme der großen Animationsfirmen wie Pixar („Toy Story“) oder Dreamworks („Megamind“) enthalten immer eine Menge Anspielungen und Gags, die für Erwachsene gedacht sind, um die Reichweite der Filme zu erhöhen. In „Gnomeo und Julia“ wurde hingegen fast völlig darauf verzichtet – dennoch können auch Erwachsene Spaß an der verspielten Romanze finden.

Kinotipp: Gnomeo und Julia

Gnomeo und Julia

Abgerundet wird das Ganze durch einen schönen Soundtrack aus Liedern von Sir Elton John, der kürzlich in einem Interview sogar angab, selbst Gartenzwerg-Sammler zu sein. „Gnomeo und Julia“ ist auch in 3D zu sehen, was allerdings ein reiner Schaueffekt ist, den man sich durchaus auch sparen kann.

Fazit

„Gnomeo und Julia“ ist eine äußerst kreative und lustige Romanze mit tollen Ideen und Figuren. Kleinere Mängel in Geschichte und Präsentation fallen kaum auf und auch die Sprecher wirken motiviert und reissen mit. Ein absolut empfehlenswerter Film!

„Gnomeo und Julia“ – ab 24. März im Kino!

Die Gewinner unserer Verlosung lauten:

Anna P. aus Rosdorf

Thomas M. aus Duisburg

Stefanie G. aus Sülzetal

GEOlino.de wünscht viel Spaß im Kino!

Kinotipp: Gnomeo und Julia

GEOlino-Newsletter