Kino Kinotipp: Reine Fellsache


Bauunternehmer Dan Sanders will eigentlich nur seinen Job machen und seine Familie finanzieren können. Als für sein Projekt jedoch ein Stück Wald weichen soll, bekommt er es mit den ansässigen Tieren zu tun. Ein großer Spaß für Slapstik-Fans! Mit Trailer
Kino: Kinotipp: Reine Fellsache
© Concorde

Dan Sanders (Brandan Fraser) ist eigentlich kein schlechter Mensch: Der etwas naive, doch liebevolle Familienvater versucht alles, um seiner Frau Tammy (Brooke Shields) und dem jugendlichen Sohn Tyler (Matt Prokop) ein Zuhause und eine Zukunft zu bieten. Infolgedessen zieht die Familie ins beschauliche Rocky Springs, wo Dan eine Musterhaussiedlung mitten im Wald bauen soll. Sein Auftraggeber Neil Lyman (Ken Jeong) gibt sich als Öko – Unternehmer aus, der die Menschen der Natur näher bringen will. Wie Dan aber feststellen muss, wird von der Natur nach der Umsetztung von Lymans Plänen nicht mehr viel übrig sein. Ein riesiges Areal des Waldes soll abgeholzt werden und Wohnhäusern, Parkplätzen sowie Einkaufszentren weichen.

Allerdings hat keiner mit den wehrhaften Tieren aus dem Wald gerechnet. Diese haben Dan als Verantwortlichen ausgemacht und holen zum Gegenangriff aus! Angeführt von einem cleveren Waschbären verüben die organisierten Tiere Angriff um Angriff auf ihn. Stinktiere greifen ihn in seinem Auto an, eine Krähe raubt ihm Nachts den Schlaf und selbst ein ausgewachsener Bär hat ihn im Visier. Bald leidet Dan derartig an Verfolgungswahn, dass Tammy um den Verstand ihres Mannes fürchtet. Dan jedoch gibt nicht auf und verfolgt rücksichtslos den Plan seines Chefs. Erst durch seinen Sohn Tyler und dessen Freundin Amber (Skyler Samuels) versteht er, dass er selbst der Angreifer ist und die Tiere sich lediglich gegen ihn wehren. Dan muss sich zwischen seinem Gewissen und seiner Karriere entscheiden.

Clevere Tiere – dummer Mensch

„Reine Fellsache“ erinnert stark an die Haudrauf - Slapstickkomödien der 1990er Jahre (z.B. „Kevin allein zu Haus“). Es wird viel geschrien, sämtliche Figuren scheinen nicht besonders helle zu sein und der Protagonist bekommt gehörig ein paar auf die Mütze. Brandan Fraser alias Dan erträgt sämtliche Angriffe der Tiere tapfer, egal wie eklig oder schmerzhaft diese sind. Der Slapstick – Humor steht eindeutig im Vordergrund. Auch die anderen Darsteller wirken, wie aus alten Sitcoms geklaut. Klar, dass mit Tiefgang bei den Figuren nicht gerechnet werden darf.

Die Drehbuchautoren von „Reine Fellsache“, Michael Carnes und Josh Gilbert, haben mit ihrer Idee, dass die Waldtiere Rache am skrupellosen Bauunternehmer üben, erst ihre zweite Arbeit überhaupt abgeliefert. Das merkt man auch, denn viel oberflächlicher hätte die Geschichte nicht ausfallen können. Regisseur Roger Kumble hat in seiner Karriere schon tiefgängigere Filme abgeliefert („Eiskalte Engel“), scheint hier aber den Großteil seines künstlerischen Anspruchs abgelegt zu haben. Das merkt man zum Beispiel daran, dass die Tiere in kaum erträglichen Quietschlauten und untermalt von Comic - Denkblasen, in denen die Bedeutung des Gepiepses dargestellt wird, kommunizieren.

Trotz der Kritik hat „Reine Fellsache“ auch einige nette Ideen zu bieten. Die cleveren Tiere erweisen sich als überaus einfallsreich und die gnadenlose Folter des Hauptdarstellers hat etwas unstrittig amüsantes an sich. Ein Highlight ist sicherlich Ken Jeong („Hangover“), der den fiesen Neil Lyman herrlich schräg verkörpert und sich mit Assistentin Felder (Angela Kinsey) unterhaltsame Wortgefechte liefert.

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Fazit

Wer den etwas überzogenen Haudrauf-Stil der Komödien aus den 90ern mag, der wird mit „Reine Fellsache“ seinen Spaß haben. Allen anderen könnte der alberne Humor den Spaß etwas verderben. Zeitverschwendung ist der Film auf jeden Fall nicht.

"Reine Fellsache" – ab 14. Oktober im Kino!

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