Kino Kinotipp: Die Legende der Wächter


Schleiereule Soren träumt von wilden Abenteuern und Kämpfen gegen dunkle Mächte. Eines Tages werden er und sein Bruder von einem kriegerischen Eulenclan entführt und seine Träumereien werden düstere Wirklichkeit. Mit Trailer
Kino: Kinotipp: Die Legende der Wächter
© Warner Bros.

Mit größtem Eifer spielt der Eulenjunge Soren die Abenteuer aus seiner Lieblingsgeschichte nach: Der Legende der Wächter von Ga’Hoole. Die Wächter, so die Geschichte, sind eine heroische Kriegerkaste, die die Welt vor dem Bösen beschützen. Während Sorens kleine Schwester Eglantine seine Begeisterung teilt, macht sich sein Bruder Kludd über ihn und seine Träumereien lustig. Als die Brüder beim nächtlichen Flugtraining von ihrem Baum stürzen, werden sie von einem tasmanischen Teufel angegriffen bis ihnen plötzlich zwei unbekannte Eulen das Leben retten. Doch die Rettung ist nur der Beginn eines viel größeren Albtraums.

Die vermeindlichen Retter sind nämlich Angehörige des Eulenclans der "Reinsten", der andere Eulen unterdrückt und die Herrschaft über die Eulenwelt erlangen will. Dafür werden überall junge Eulen entführt und versklavt – auch Soren und Kludd. In der Festung der Reinsten soll Kludd zum Krieger ausgebildet werden, Soren aber wird in die Minen geschickt, nachdem er die zierliche Zwergeule Gylfie verteidigte. Dort sollen die versklavten Eulen magische Kristalle sammeln, mit deren Hilfe die Reinsten ihre Herrschaft ausweiten wollen. Doch Soren und Gylfie gelingt die Flucht. Auf der Suche nach Hilfe finden sie Freunde und steuern schließlich die Insel Ga’Hoole an, wo der Legende nach die Wächter leben sollen.

Tatsächlich finden sie die sagenumwobene Insel, doch stoßen sie mit ihrer Botschaft beim kriegsmüden Eulenrat auf taube Ohren. Erst als Lyze, eine Kriegereule, die in den Geschichten stets Sorens Lieblingsfigur war, für sie Partei ergreift, sagen die Wächter ihre Unterstützung zu. Die Eulen bereiten sich auf den Kampf vor. Auch Soren trainiert, denn er muss erfahren, dass sein Bruder Kludd sich den Reinsten angeschlossen hat und auch ihre Schwester Eglantine auf deren Festung verschleppt hat. Soren will alles versuchen, seine Familie zu retten.

Bilderflut

"Die Legende der Wächter" hat das Zeug, zu einem der Überraschungshits des Jahres zu werden. Wer befürchtet, in starren Eulengesichtern ließen sich keine Emotionen darstellen, der irrt: Die Animateure von Animal Logic („Happy Feet“) haben ihren Darstellern jede Menge glaubwürdige Gesichtsausdrücke verpasst, die aber nie zu menschlich wirken. Gleichzeitig sind die Körperbewegungen sehr authentisch und eine Verbeugung vor der Anmut der Vögel. Das zeigt sich auch in atemberaubenden Flugsequenzen, die genüßlich in die Länge gezogen werden und besonders in 3D schön anzuschauen sind.

Regisseur und Visionär Zack Snyder hat sich mit "Die Legende der Wächter" einen Wunsch erfüllt: Da er bisher nur bei Filmen ohne Jugendfreigabe Regie führte, wollte er einmal einen Film machen, den auch seine Kinder sehen dürfen. Das ist ihm gelungen, auch wenn einige Szenen für ein wirklich junges Publikum eher nicht geeignet sind. Snyder kann wohl nicht ganz aus seiner Haut und so liegt über großen Teilen des Films eine düstere, bedrohliche Stimmung. Der Geschichte, die übrigens auf der gleichnamigen Bestseller-Serie von Kathryn Lasky beruht, tut diese Stimmung allerdings sehr gut. Die epische Musik und die Heldengeschichte lassen ein "Herr der Ringe"-ähnliches Gefühl aufkommen. Gleichzeitig spielt Snyder mit dem Clan der Reinsten auf verschiedene Rassenideologien und Tyranneien der Menschheitsgeschichte an und gibt damit Anreiz zum Nachdenken. Die Mixtur atemberaubender Animation, epischer Kämpfe und markanter Figuren ist absolut stimmig und überzeugt auf ganzer Linie. Und trotz der recht ernsten Thematik kommt durch witzige Nebenfiguren auch der Humor nicht zu kurz.

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Fazit

"Die Legende der Wächter" ist visuell ein echtes Highlight und der Beweis, dass Animationsfilme nicht zwangsweise Komödien sein müssen. Zack Snyder und seinem Team ist es gelungen, eine mitreißende Dramaturgie zu entwerfen, die von Anfang bis Ende in den Bann des Films zieht. Die düsteren und bedrohlich wirkenden Szenen würzen den Film zwar, sind für zarte Gemüter aber eventuell zu spannend.

"Die Legende der Wächter" – ab 14. Oktober im Kino!

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Die Legende der Wächter


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