Kino Kinotipp: Sammys Abenteuer

Die kleine Schildkröte Sammy erlebt mit seinen Freunden eine Menge Abenteuer im Ozean. Zur Premiere des Films traf GEOlino-Leserin Tanja Seifert die Synchronsprecher zum exklusiven Interview! Mit Trailer und Gewinnspiel
In diesem Artikel
Interview mit Lena und Axel Stein zu "Sammys Abenteuer"

Gleich nach dem Schlüpfen beginnen für Schildkröte Sammy (gesprochen von Matthias Schweighöfer) die Probleme: Etwas klein geraten schafft er es nicht, aus der Sandkuhle, in dem sein Ei lag, zu klettern und wird dann auch noch von einer gefräßigen Möwe entführt. Bei seiner Flucht aus dem Möwenmaul rettet er zufällig das Schildkrötenmädchen Shelly (gesprochen von Lena), verliert sie jedoch bald darauf wieder aus den Augen. Auf einem Stück Treibholz fährt er auf das Meer hinaus ohne so richtig zu wissen, was auf ihn zukommt. Zu seinem Glück trifft er schließlich Ray (gesprochen von Axel Stein), eine Lederschildkröte mit sonnigem Gemüt, die immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Die beiden werden schnell beste Freunde und erforschen gemeinsam den Ozean. Dabei entdecken sie die Wunder des Meeres und schließlich auch die Schönheit weiblicher Schildkröten. Doch während Ray eifrig flirtet, kann Sammy nur an Shelly denken.

Kinotipp: Sammys Abenteuer

Auf ihren Reisen machen Sammy und Ray bald Bekanntschaft mit den Menschen. Zuerst erleben sie hautnah, wie ein Unterwasser-Ökosystem nach einem Tankerunfall zerstört wird, dann werden sie von Schleppnetzen erfasst und getrennt. Sammy entkommt zwar, doch von Ray findet er keine Spur. Er rettet sich an Land, wo ihn eine Hippiekolonie aufnimmt und pflegt. Der Kater der Kolonie, Fluffy (gesprochen von Stefan Fredrich), ist eifersüchtig auf Sammy und versucht, ihn loszuwerden. Die kleine Schildkröte aber bleibt und erfährt von einer geheimen Passage, die die Ozeane verbinden soll. Seine Neugier ist geweckt. Als die Polizei die Kolonie auflöst, zieht sich Sammy ins Meer zurück. Schon bald muss er eine andere Schildkröte aus dem Maul eines Hais retten. Wie sich herausstellt, ist sie niemand anderes als Shelly. Beide beschließen, gemeinsam nach der geheimen Passage zu suchen.

Emotional und Bildstark

Ben Stassen, der Regisseur von "Sammys Abenteuer" gilt als Pionier der 3D-Technologie. Schon im Jahr 2008 erschien sein "Fly me to the Moon 3D" - eine ganze Weile bevor "Shrek", "Toy Story" und Co. ebenfalls in 3D nachlegten. Sein neuer Film wurde wie "Fly me to the Moon" von der europäischen Produktionsfirma nWave realisiert. Handwerklich ist "Sammys Abenteuer" hervorragend gelungen. Die Animation der schwimmenden Protagonisten ist schön anzusehen und die Unterwasserwelten sind farbenfroh und lebendig. Die 3D-Effekte sind weitgehend passend eingesetzt und wirken nicht so aufdringlich, wie bei anderen Genrevertretern.

Das einzige Manko des Films ist seine abgehackte Erzählweise. Es wird Sammys gesamtes Leben vom Schlüpfen bis zum Alter vorgetragen – das ist bei einer Schildkröte eine sehr große Zeitspanne. Deshalb ist die Geschichte in Episoden zerhackt worden, die aufeinander folgend erzählt werden. Über weite Strecken des Films stellt sich so nicht der Eindruck einer stimmigen Story mit eindeutigem roten Faden ein. Zudem hat Ben Stassen dem Film mit seiner überdeutlichen Ökobotschaft etwas die Dynamik genommen. Ob Tankerunglück, Überfischung oder die Vermüllung des Ozeans - Sammy erlebt die volle Verantwortungslosigkeit der Menschen. Abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen Erzählstil hat "Sammys Abenteuer" aber für alle Zuschauer eine Menge zu bieten. Die Figuren sind mit ihren Stärken und Schwächen sehr gut ausgearbeitet und gewinnen schnell die Sympathie des Publikums.

Mit der Verpflichtung der Synchronsprecher Matthias Schweighöfer, Lena und Axel Stein ist ein wahrer Coup gelungen. Das junge Ensemble verleiht seine Stimmen mit Herzblut und Leidenschaft und macht die Figuren damit überaus glaubwürdig. Den Spaß, den die Sprecher im Studio hatten, hört man auch den Schildkröten an. Untermalt wird das Ganze von einem Soundtrack, der die Musikkultur der jeweiligen Epoche, in der die Handlung gerade stattfindet, widerspiegelt.

Fazit

"Sammys Abenteuer" hat trotz hakeligen Erzählstils alles zu bieten, was Kinounterhaltung braucht: Tolle Figuren, traumhafte Kulissen, etwas zum Nachdenken und viel Humor. Spektakuläre 3D-Effekte runden den ausgezeichneten Gesamteindruck ab.

"Sammys Abenteuer" - ab 28. Oktober im Kino!

Gewinnspiel: Sammys Abenteuer

Gewonnen haben:

Andreas J. aus Berlin

Walter K. aus Stuttgart

Alicia V. aus Monheim am Rhein

Jessica L. aus Niederkassel

Michael W. aus Tamm

Interview mit Lena und Axel Stein zu "Sammys Abenteuer"

Kinotipp: Sammys Abenteuer

Beim Posing auf dem blauen Teppich vor der Premiere fand sich Interviewerin Tanja unvermittelt im Blitzlichtgewitter wieder. Die Fotografen nutzen sie als Modell, um die Lichtverhältnisse zu testen

Erinnert ihr euch? Im September haben wir hier auf GEOlino.de ein Interview mit den Synchronsprechern von "Sammys Abenteuer" velost. Gewonnen hat damals Tanja Seifert aus Frankfurt an der Oder. Sie traf Grand-Prix-Gewinnerin Lena und Axel Stein zur Premierenfeier des Films in Berlin zu einem recht launigen Interview. Natürlich gab es im Anschluß den Film zu sehen - und das Posing auf dem blauen (statt roten) Teppich durfte auch nicht fehlen.

GEOlino.de: Axel, bitte beschreibe einmal deinen Charakter Ray!

Axel: Also Ray ist ein lustiger, ziemlich kecker Sidekick, ein aufgewecktes Kerlchen, das immer auf der Suche ist, etwas neues, spannendes zu unternehmen. Und natürlich gern leckere Quallen isst!

GEOlino.de: Haben Ray und du Gemeinsamkeiten?

Axel: Ja, wir essen ziemlich gerne!

GEOlino.de: War es denn schwer, dich mit der Rolle zu identifizieren? Oder fiel es dir eher leicht?

Axel: Es fiel mir eigentlich ziemlich leicht muss ich sagen, weil Ray und ich uns vorher getroffen haben und stundenlang miteinander gesprochen haben. Da haben wir recht schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden.

GEOlino.de: Bist du denn zufrieden mit deiner Rolle oder hättest du auch gerne die Hauptrolle, Sammy, gesprochen?

Axel: Naja, die Hauptrollen sind ja immer sehr langweilig weißt du? Ich bin sehr zufrieden mit Ray gewesen und finde auch, die Arbeit, die ich da vollbracht habe, ist fantastisch geworden (lacht)

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Axel Stein hat schon öfter Figuren synchronisiert. Demnächst ist er in "Vorstadtkrokodile 3" im Kino zu sehen

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Popstar Lena hatte eine Menge Spaß im Tonstudio. Zum Interview erschien sie gewohnt gut gelaunt

GEOlino.de: Jetzt zu dir Lena: Du hast ja zum ersten Mal synchronisiert. Ist dir die Arbeit schwer gefallen?

Lena: Ich war sehr gespannt, aber es war echt okay! Man ist da hingekommen, hat sich mit dem Regisseur unterhalten und hat dann Anweisungen bekommen, die so gut dargelegt wurden, dass man eigentlich gar nichts falsch machen konnte.

GEOlino.de: Sind denn ab und zu dennoch Probleme aufgetreten?

Lena: Absolut! (lacht) Im Großen und Ganzen war es gut, aber es sind erfahrungsgemäß meistens die kleinen Dinge, an denen man verzweifeln kann. Meistens sind es nicht die ganzen Sätze, die schwerfallen, sondern eher mal das ein oder andere Wort. Ich habe einmal "Sammy" sagen müssen ...

Axel: Das ist aber auch schwer!

Lena: Jedenfalls war es wirklich nur dieses eine Wort, das einfach nicht klappen wollte. Ich glaube, ich musste es neunzig mal versuchen ...

Axel: Was oft auch sehr schwierig ist, sind diese "Atmer". Wenn die Schildkröten zum Beispiel schwimmen, muss man als Sprecher entsprechend atmen - da fühlt man sich schon bescheuert bei.

Lena: Einmal schwimmen Sammy und Shelly durch einen Tunnel und werden von einem Hai verfolgt. Da mussten wir so tun, als ob wir schnell schwimmen und dabei schreien! Da steht man in diesem Raum und fragt sich: "Wann werde ich eingewiesen?". (gibt eine Kostprobe)

GEOlino.de: Findest du denn, dass Shelly ein wenig deinem Charkter entspricht?

Lena: Shelly ist eine Süße! Sie ist sehr abenteuerlustig und manchmal ein bißchen voreilig in dem, was sie sagt. Also ein paar Parallelen kann man da schon ziehen. Im Großen und Ganzen bin ich auch schon so eine Süße. (lacht)

GEOlino.de: Stand denn von vorn herein die Rollenverteilung fest oder gab es ein Mitspracherecht?

Axel: Also eigentlich sollte ich ja die Shelly sprechen, doch dann mussten wir feststellen, dass ich zu männlich klinge ...

Lena: Du meinst wohl zu weiblich ...

Axel: Jedenfalls hatte ich kein Mitspracherecht, wer jetzt wen spricht. Wir sind da schon separat angesprochen worden. Wenn ich da die Wahl gehabt hätte, ich hätte niemals Matthias Schweighöfer den Sammy sprechen lassen! Der macht ja heutzutage alles für Geld! (lacht)

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Tanja im Gespräch mit Lena und Axel Stein

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Ein Erinnerungsfoto am Ende des Interviews: Grand-Prix-Gewinnerin Lena, Sommergerwinnspiel-Gewinnerin Tanja und Axel Stein (v.l.)

GEOlino.de: Seid ihr drei denn gut miteinander ausgekommen?

Lena: Nein, gar nicht.

Axel: Du siehst ja auch, wir sitzen hier mit ordentlichem Abstand zueinander! (Baut mit Kissen eine Mauer zwischen sich und Lena auf)

Lena: Wir sind auch jetzt nur hier, weil wir müssen! (Beide lachen)

Axel: Alles Quatsch, wir sind sehr gut miteinander ausgekommen!

GEOlino.de: Kanntet ihr euch schon vor dem Film?

Axel: Ja. Wir haben heute festgestellt, dass wir uns seit der letzten Wok-WM kennen. Da haben wir uns morgens beim Frühstück kennengelernt.

GEOlino.de: Lena, hast du noch weitere Projekte geplant? Würdest du vielleicht gerne weitere Filme synchronisieren?

Lena: Absolut! Wenn sich der richtige Film anbietet, auf jeden Fall!

GEOlino.de: Was betreffend deiner Zukunft wohl viele interessiert: Trittst du definitiv nächstes Jahr zur Titelverteidigung beim Grand Prix an?

Lena: Ja, na klar! Ich bin definitiv dabei!

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