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Ärger mit der Gen-Tomate

16. Januar 2004 - Gen-Techniker sagen, sie würden Pflanzen und Tiere zum Nutzen der Menschen verändern. Doch viele Konsumenten fürchten Gesundheitsschäden. Lest hier, worum es beim Streit um die Gentechnik geht


Politiker sein ist manchmal gar nicht leicht. Zum Beispiel für die Verbraucherschutz-Ministerin. Die heißt Renate Künast und gehört zur Partei der "Grünen". Und nun muss sie den Weg frei machen für genetisch veränderte Lebensmittel. Dabei ist die Gentechnik für die "Grünen" eigentlich ein rotes Tuch. Und prompt wurde sie auch für ihren neuen Gesetzentwurf kritisiert, der den Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland regeln soll. Und zwar nicht nur von ihren eigenen Parteifreunden.

Aber der Reihe nach:


Gentechnisch verändert oder nicht? Sehen kann man das nicht (Foto von: www.naturganznah.de)
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Gentechnisch verändert oder nicht? Sehen kann man das nicht

Was ist Gentechnik eigentlich?

Seit Jahrtausenden züchten die Menschen Pflanzen und Tiere für ihre eigenen Bedürfnisse. Das Getreide zum Beispiel soll besonders viele Körner liefern und das Vieh viel Fleisch oder Milch. Dazu suchen Züchter immer die besten und kräftigsten Pflanzen und Tiere aus und vermehren sie. Das bedeutet, sie verändern das Erbgut dieser Organismen einfach durch eine ganz strenge Auswahl. Ein Prozess, der Ewigkeiten dauert, bis das Zuchtziel endlich erreicht ist.


Die erste Gen-Tomate

Seit ungefähr 30 Jahren haben Forscher die Möglichkeit, das Erbgut von Lebewesen direkt zu verändern. Dazu schleusen sie einzelne Gene, so heißen die kleinsten Bausteine des Erbgutes, ganz gezielt in einzelne Zellen ein. Aus diesen Zellen züchten die Forscher dann ganze Pflanzen oder Tiere. Und die tragen in jeder Zelle das neue Gen.

Das erste genveränderte Gemüse, das in Amerika auf den Markt kam, war eine Tomate. Die hatten die Wissenschaftler so verändert, dass die reifen Früchte nicht so schnell matschig wurden. Eigentlich ganz praktisch. Oder?


Leuchtende Fische und pflegeleichtes Getreide

Auch mit Tieren haben die Gentechniker experimentiert. Seit dem vergangenen Jahr bietet eine amerikanische Firma einen ganz besonderen Aquarienfisch zum Kauf an: Einen Fisch, der quietschrot leuchtet. Dazu haben die Forscher einem "normalen" Zebrafisch das Gen einer roten Korallen-Art eingepflanzt. Das ist nicht so praktisch, soll aber originell sein.



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