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Nena macht Schule

85 Schüler, sechs Lehrer und ein gewagtes Projekt: Vor kurzem eröffnete in Hamburg die "Neue Schule". Was alles anders ist an Nenas Schule, erfahrt ihr im dritten Teil unserer Serie "Schule mal anders". Mit Forum, in dem ihr über das Thema "Schule mal anders" diskutieren könnt!


Mitbegründerin der "Neuen Schule" ist die Sängerin Nena. An der "Neuen Schule" soll alles anders werden als an den staatlichen Schulen. Es gibt keine Noten, Lehrer und Schüler sind gleichberechtigt und die Schüler entscheiden selbst, was sie lernen möchten.


Die vier Gründer der "Neuen Schule Hamburg" (von links nach rechts): Philipp Palm, Nena Kerner, Silke Steinfadt und Thomas Simmerl  (Foto von: picture-alliance/ dpa)
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Die vier Gründer der "Neuen Schule Hamburg" (von links nach rechts): Philipp Palm, Nena Kerner, Silke Steinfadt und Thomas Simmerl

Vertrauen in die Schüler

Die Gründer der "Neuen Schule" glauben, dass Kinder und Jugendliche dann am besten lernen, wenn sie über das Lernen selbst bestimmen können. Wer tut schon gerne etwas, wozu er gezwungen wird. Deshalb sollen sich die Schüler selbst aussuchen, was sie lernen möchten. So tragen sie auch selbst mehr Verantwortung.


Noten nicht nötig?

An der "Neuen Schule" hält man Noten für überflüssig. Jeder Schüler hat ein so genanntes "Lernarchiv", in dem er aufschreibt, was er bereits gelernt hat. Aber das Lernarchiv wird genauso wenig benotet wie zum Beispiel Übungen. Wenn ein Schüler jedoch wissen möchte, wie gut er ist, kann er seine Lehrer darum bitten, ihm eine Bewertung zu schreiben.


Lehrer und Schüler gleichberechtigt

Alle Entscheidungen an der "Neuen Schule" werden von der Schulversammlung getroffen. Jeder Schüler und jeder Lehrer hat dort eine Stimme. Bei 85 Schülern und nur sechs Lehrern bedeutet das: Die Schüler haben die "Macht"! Jetzt sollte man aber nicht denken, dass sofort die Anschaffung eines Schul-Swimmingpools oder der Bau eines Schul-Vergnügungsparks beschlossen wird. Nein, die Schüler wissen, dass die Entscheidungen auch umsetzbar sein müssen. Und hat man eine Entscheidung selbst mitgetroffen, hält man sich doch eher daran, als wenn es wieder eine Regel ist, die die Lehrer einem aufdrängen. Das glauben wenigstens die Gründer der "Neuen Schule" und bisher scheint die Rechnung aufzugehen.


Learning by doing

Nach diesem Motto lernen die Schüler der "Neuen Schule" vieles, indem sie es selbst ausprobieren. Es gibt keine Klassen mit dem sonst so verbreiteten "Frontalunterricht", sondern die Schüler bestimmen selbst, wann, was und wie sie lernen möchten. Und auch mit wem sie lernen. Das ist an einer herkömmlichen Schule schnell entschieden: Man lernt mit Gleichaltrigen aus der Klasse. An der "Neuen Schule" spielt das Alter keine Rolle, hier lernen 10-Jährige mit 16-Jährigen, wenn sie sich gerade für das gleiche interessieren. So lernt der eine vom anderen und Neues wird gemeinsam erarbeitet.

Soweit zumindest die Theorie. Eine Garantie auf Erfolg des neuen Modells hat selbst Nena nicht. Die "Neue Schule" ist bisher nur staatlich genehmigt, nicht anerkannt. Das heißt, die Schüler können dort keinen Schulabschluss erlangen, sondern schreiben an einer ganz "normalen" Schule ihre Abschlussprüfung. Ob das Konzept aufgeht, wird sich dann zeigen, wenn die ersten Schüler ihren Abschluss in der Tasche haben.


Hier geht es zum Forum "Schule mal anders"

Seid ihr unzufrieden mit eurer Schule? Oder findet ihr das deutsche Schulsystem super? Würdet ihr gerne auf eine Privatschule gehen? Oder gar aufs Internat? In manchen Ländern gibt es keine Noten in der Schule. Was haltet ihr davon? Sollten Schüler mehr Verantwortung tragen? Hier könnt ihr diskutieren, über alle Themen, die die Schule betreffen. Viel Spaß!


Serie: Schule mal anders

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    Der zweite Teil unserer Serie "Schule mal anders" berichtet euch von einer Schule, die es nur im Internet gibt. Wie Schüler dort lernen, könnt ihr hier erfahren
     
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